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  • Assauer hat Alzheimer

DEUTSCHLAND/WELT

 

31.01.2012 | Gelsenkirchen

Alzheimer: Ex-Schalke Manager Assauer geht an die Öffentlichkeit

Lange hat er das Geheimnis bewahrt, jetzt geht Ex-Schalke-Manager Rudi Assauer selbst an die Öffentlichkeit: Schon seit Jahren leidet der 67-Jährige an Alzheimer. Der einstige Fußball-Macho kann ohne fremde Hilfe nicht mehr leben.

Der langjährige Manager von Schalke 04, Rudi Assauer (67), leidet seit Jahren an der Hirnerkrankung Alzheimer. Er braucht tägliche Betreuung. Entsprechende Berichte des ZDF, der «Bild»-Zeitung und der WAZ-Mediengruppe wurden am Dienstag aus dem engsten Familienkreis bestätigt. Assauer, der im vergangenen Frühjahr seine Frau Britta geheiratet hatte, lebe derzeit bei seiner Tochter in der Nähe von Gelsenkirchen.

Assauer habe von der Erkrankung seit Jahren gewusst, sie aber verheimlicht, hieß es aus der Familie. Als die Anzeichen wie Gedächtnisverlust und Verwechseln von alten Bekannten unübersehbar wurden, habe er sich entschlossen, offensiv an die Medien zu gehen. Assauer schrieb eine Autobiografie, die am 2. Februar auf den Markt kommen soll und die Krankheit zum Thema macht. Der Titel lautet: «Wie ausgewechselt - Verblassende Erinnerungen an mein Leben», wie der Verlag mitteilte.

Außerdem ließ der einstige Spitzensportler und Fußballmanager sich ein Jahr von ZDF-Fernsehteams begleiten. Am Dienstagmorgen waren daraus in der Sendung «Volle Kanne» erste Interviewsequenzen zu sehen. «Jetzt auf einmal ist alles vorbei. Tja, kein Mensch kann Dir helfen», sagt Assauer darin. Ausführlichere Sendungen mit Assauer folgen laut ZDF am Freitag (3.2.) und kommenden Dienstag (7.2.).

Der im westfälischen Herten aufgewachsene Assauer hatte erfolgreich Bundesliga-Fußball bei Borussia Dortmund und Werder Bremen gespielt. Bundesweit bekannt wurde er vor allem als Manager von Schalke 04 und Mitverantwortlicher für Erfolge wie den Gewinn des UEFA-Cups 1997 und den Bau des neuen Schalke-Stadions. In der Öffentlichkeit präsentierte er sich gern als Fußball-Macho mit unverkennbarem Ruhr-Dialekt. 2006 trat Assauer als Manager bei Schalke 04 zurück.

Quelle: dpa
31.01.2012 | Düsseldorf/Berlin

Mehr als 40 Jahre Fußball: Stationen im Leben des Rudi Assauer

«Schlotbaron» oder «Der Pate»: Kaum ein Fußball-Manager in der Bundesliga hatte so viele Beinamen wie Rudi Assauer (67). Zu seinen Markenzeichen gehörte die dicke Zigarre. Ein Satz steht für sein Erfolgsrezept: «Ich habe eben Ahnung vom Fußball.» Assauer ist im Ruhrgebiet aufgewachsen und war im ersten Beruf Stahlbauschlosser.

SPIELERKARRIERE: Seinen ersten Vertrag erhält Assauer 1962 bei der Spielvereinigung Herten. Zwei Jahre später verpflichtet ihn Borussia Dortmund. 1966 wird er mit Dortmund durch ein 2:1 gegen den FC Liverpool Europapokalsieger. 1970 wechselt Assauer zu Werder Bremen. Im Anschluss an die Saison 1975/1976 beendet er nach 307 Bundesligapartien seine Spielerkarriere.

MANAGERSTATIONEN: Ab 1976 schließt sich Assauers zweite Laufbahn an. Zuerst als Manager in Bremen, von 1981 bis 1986 folgt «auf Schalke». Im April 1993 holen ihn die Gelsenkirchener zurück - bis zu seinem Rücktritt 2006. Mit Assauer sind bedeutende Schalker Erfolge verbunden. 1997 wurden sie UEFA-Cup-Sieger, 2001 und 2002 gewannen sie den DFB-Pokal. Auch das Schalker Stadion ist ein bleibendes Denkmal für Assauers Wirken.

PRIVATLEBEN: Der Fußball-Manager und die Schauspielerin Simone Thomalla trennten sich 2009 nach acht Jahren Ehe. Werbespots für eine Brauerei machten das streitbare Paar populär. Im April 2011 heiratet Assauer in aller Stille zum zweiten Mal. Seine Braut Britta Idrizi ist 21 Jahre jünger.

Quelle: dpa

Assauer-Biografie: www.rudi-assauer.de/rudi/biografie

31.01.2012 | Berlin

Hintergrund: Die Alzheimer-Erkrankung


Die unheilbare Krankheit Alzheimer löscht Erinnerungen aus. Der Patient weiß im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr, wo er sich befindet und wer er ist. Oft erkennen die Kranken ihre Angehörigen nicht mehr, manchmal werden sie auch aggressiv. Die Patienten brauchen dann rund um die Uhr Betreuung.

Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft sind bundesweit 1,2 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen, deren häufigste Form Alzheimer ist. Da die Zahl der alten Menschen weiter wachsen wird, geht die Organisation davon aus, dass die Zahl der Demenzkranken bis 2050 auf über 2,6 Millionen steigen wird - sofern kein Durchbruch in der Therapie gelingt. Bei den über 90-Jährigen leidet nach Angaben der Neurologie der Kölner Universitätsklinik schon heute etwa jeder Dritte an Alzheimer.

Der Psychiater Alois Alzheimer (1864-1915) beschrieb zum ersten Mal vor mehr als 100 Jahren die später nach ihm benannte Krankheit. Ein Mann brachte seine verwirrte und orientierungslose Frau in die «Städtische Anstalt für Irre und Epileptische» in Frankfurt. Nach dem Tod der Patientin untersuchte Alois Alzheimer 1906 ihr Gehirn. Er fand Eiweißablagerungen in der Hirnrinde und abgestorbene Nervenzellen.

Eiweißfragmente - Amyloid-Peptide - lagern sich im Gehirn ab. Bis heute ist unter Wissenschaftlern jedoch strittig, was genau im Gehirn bei Alzheimer und Demenz passiert.

Zwar ist Alzheimer nicht heilbar, doch können bestimmte Medikamente das Fortschreiten der Symptome etwas bremsen. Daher ist eine frühe Diagnose wichtig.

Quelle: dpa

Deutsche Alzheimer Gesellschaft: www.deutsche-alzheimer.de

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