• PROGRAMM
  • AKTUELL
  • MEDIATHEK
  • MUSIK
  • SERVICE
  • BERLIN
  • KONTAKT

Anmelden

  • Berlin

  • Deutschland/Welt

  • Sport

  • Polizei Aktuell

  • Rückrufaktionen

  • Jochens Hertha-Tipp

  • BER Aktuell

  • Berlinale

  • Jahresrückblick 2011

  • FIFA Frauen-WM 2011

  • Startseite
  • Aktuell
  • Deutschland/Welt
  • Konzept gefordert

DEUTSCHLAND/WELT

 

03.05.2009

03.05.2009 | Berlin (dpa)

Regierung fordert tragfähiges Konzept von Fiat

Die Bundesregierung hat Bedingungen für die Übernahme des angeschlagenen Autobauers Opel durch den italienischen Fiat-Konzern gestellt. Vor dem Treffen mit Fiat-Chef Sergio Marchionne am Montag sprach Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit der «Bild am Sonntag».

«Jeder Interessent an Opel muss ein Konzept vorlegen, das langfristig trägt», sagte er der Zeitung. Und weiter: «Auf finanzielle Abenteuer zulasten des Steuerzahlers dürfen wir uns nicht einlassen. Das Konzept muss klar machen, dass die Opel-Standorte in Europa, die erhalten werden sollen, dadurch langfristig gesichert sind. Eine staatliche Beteiligung an Opel bleibt für mich nicht vorstellbar. Es kann höchstens um eine zeitlich begrenzte Verbürgung von Darlehen gehen.»

Neben zu Guttenberg wird Marchionne auch auf Vizekanzler Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Opel-Betriebsratschef Klaus Franz treffen. Betriebsrat und Händler der europäischen Tochter von General Motors (GM) erneuerten derweil ihre Kritik an den hoch verschuldeten Italienern. Laut «Wirtschaftswoche» hat Fiat in einem ersten Angebot weniger als eine Milliarde Euro für Opel geboten, was aus Sicht der Opel-Mutter GM deutlich zu wenig sei. Ob Fiat nachbessere sei unklar. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» wird ein alternativer Einstieg des österreichisch-kanadischen Konzern Magna von Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) mit seinen Kontakten nach Russland unterstützt.

Franz verlangte von Fiat ein umfassendes Konzept für alle europäischen Standorte der General Motors-Tochter. «Wir sind ein europäisches Unternehmen, wir brauchen keine populistisch-deutschen Lösungen», sagte Franz in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er erneuerte den Verdacht, Fiat wolle mit den deutschen Steuermilliarden die hochriskante Chrysler-Übernahme in den USA absichern. Von der Bundesregierung forderte der Arbeitnehmervertreter mehr Druck auf das US-Finanzministerium, um den Übergang der Patente auf Opel zu beschleunigen. Franz wies erneut darauf hin, dass auch mit anderen Investoren außer Fiat und Magna gesprochen werde.

Nach «Spiegel»-Informationen hat Steinmeier einen 14-Punkte-Katalog mit Kriterien für einen Investor bei Opel aufgestellt. Neben dem Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze gehe es da auch um die Sicherheit möglicher Staatsbürgschaften, mögliche Synergien und die Vermittelbarkeit der Lösung bei der Belegschaft und den Händlern.

Der selbst einstiegswillige Händlerverband äußerte sich skeptisch zum möglichen Investor Fiat. «Es gibt zumindest Zweifel, ob ein Engagement von Fiat nachhaltig wäre», sagte der Sprecher des Verbands Deutscher Opel- und Chevrolet-Händler (VDOH), Thomas Bieling, der Branchenzeitung «Automobilwoche» (Montag). Bei Fiat sehe er kein Konzept, sagte Bieling. «Es ist jedenfalls nicht genug, allein auf ein größeres Gesamtvolumen zu setzen.»

Unterdessen hat der Magna-Betriebsrat seinen Widerstand gegen den möglichen Minderheitseinstieg bei Opel offenbar aufgegeben. Der Betriebsrat von Magna Steyr in Graz, Thomas Stoimaier, sagte der Automobilwoche: «Ich sehe mehr Chancen als Risiken im Falle eines Einstiegs von Magna bei Opel.» Er könne sich vorstellen, dass in Graz künftig auch Fahrzeuge mit alternativen Antriebskonzepten wie Elektroautos gebaut werden.

Magna-Chef Siegfried Wolf stehe im engen Kontakt zu Altkanzler Schröder, der von der industriellen Logik der Magna-Offerte überzeugt sei, schreibt der «Spiegel». Auch IG Metall-Chef Berthold Huber sei beteiligt.

Kommentare

Mediathek
  • Impressum
  • AGB
  • Werbung
  • Newsletter
  • Kontakt
  • Linktipps
  • Datenschutz
  • Sitemap