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DEUTSCHLAND/WELT

 

03.05.2009

+ + + INFORMATIONS-HOTLINES ZUR SCHWEINEGRIPPE + + +

 

Robert-Koch-Institut (RKI) Tel. 030/18754416 (Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr)

Bundesgesundheitsministerium Tel. 01805/996619 (Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bus 12 Uhr)

 


03.05.2009 | Ottawa/Stockholm (dpa)

Schweinegrippe: Mensch infiziert Schweineherde -
Zwei Infizierte in Brandenburg


Eine Schweineherde in Kanada ist an der aktuellen Schweinegrippe erkrankt. Höchstwahrscheinlich habe ein Mann, der mit Grippesymptomen aus Mexiko zurückgekommen war, die Schweineherde infiziert, berichtet die kanadische Lebensmittelbehörde.

Die Sicherheit der Lebensmittelversorgung sei dadurch aber nicht gefährdet, teilte die Canadian Food Inspection Agency (CFIA) am Samstag in Ottawa mit. Die Herde stehe unter Quarantäne, sowohl die Tiere als auch der Mann erholten sich zusehends oder seien bereits ohne Symptome. Schweine sind ein bedeutendes Reservoir von Grippeviren. Wenn verschiedene Stämme der Erreger in den Tieren zusammenkommen, können die Viren ihre Eigenschaften neu kombinieren und so auch potenziell bedrohliche Varianten entstehen lassen.

Die Zahl der an Schweinegrippe erkrankten Menschen in Deutschland stieg auf acht Patienten. Wie der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Jörg Hacker, am Sonntagmittag in Berlin sagte, hat sich ein aus Frankfurt (Oder) in Brandenburg stammendes Ehepaar mit dem H1N1- Virus infiziert. Der Mann und die Frau seien im selben Flugzeug gewesen, wie der aus Hamburg stammende Grippe-Patient. Das Ehepaar liege mit nur leichten Krankheitssymptomen im Klinikum in Frankfurt (Oder). Insgesamt gebe es 20 Verdachtsfälle. Hacker sagte, es gebe keinen Grund zur Entwarnung, man solle aber die Lage nicht dramatisieren.

In der EU sind mit den beiden neuen Fällen 51 Menschen infiziert, weltweit sind rund 800, teilte das EU- Zentrum für Seuchenbekämpfung (ECDC) am Sonntagmorgen in Stockholm mit. Nach Daten des RKI und des ECDC sind unter den 12 neuen Fällen in der EU drei in Deutschland, sieben in Spanien, einer in Irland und der erste Fall in Italien. In Spanien wurde das Virus bislang bei insgesamt 20 Patienten nachgewiesen. Diese Betroffenen sprechen nach Angaben der spanischen Gesundheitsbehörden alle gut auf die Behandlung an, keiner von ihnen sei ernsthaft krank. Spanien ist laut ECDC das in Europa bisher am stärksten betroffene Land, die Zahl der Verdachtsfälle ist aber rückläufig. Nach Angaben der Behörden besteht noch bei 99 Patienten der Verdacht auf eine Infektion mit dem Schweinegrippe-Virus. Vor wenigen Tagen hatte es noch 116 Verdachtsfälle gegeben.

In Mexiko sind derweil 473 Menschen nachweislich mit dem neuen Influenza-Virus A/H1N1 infiziert, gab der mexikanische Gesundheitsminister José Ángel Córdova am Samstagabend in Mexiko- Stadt bekannt. Die Zahl der Toten, die in den vergangenen zwei Tagen konstant bei 16 geblieben war, ist den Angaben zufolge auf 19 gewachsen.

In Irland wurde am Samstag der erste Fall vom nationalen Gesundheitsamt bestätigt. Es handele sich um einen Mann, der erst vor kurzem aus Mexiko zurückgekehrt sei, hieß es in einem Zeitungsbericht. In Deutschland stieg die Zahl der Infektionen auf acht. Zum zweiten Mal wurde das Virus innerhalb der Bundesrepublik von Mensch zu Mensch übertragen. In der EU sind es nach Zählung des ECDC insgesamt fünf solcher Fälle. Die Bundesregierung hat eine Meldepflicht für Verdachtsfälle geschaffen.

Vor diesem Hintergrund gibt es unterschiedliche Einschätzungen über die Gefahr des Erregers. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wies in Genf Berichte zurück, nach denen das mutierte Schweinegrippenvirus A/H1N1 weitaus ungefährlicher sei als angenommen. Dies hatte die US-Seuchenbehörde CDC erklärt. Demnach habe der Virustyp H1N1 anscheinend nicht die gleichen todbringenden Eigenschaften wie das Virus der katastrophalen Spanischen Grippe von 1918/19, sagte CDC-Direktorin Nancy Cox in Atlanta. An der Spanischen Grippe waren vor 90 Jahren mehr als 25 Millionen Menschen gestorben.

Demgegenüber erklärte der WHO-Direktor für weltweite Alarm- und Reaktionsstufen, Michael Ryan: «Die Entwicklung eines Virus ist überhaupt nicht vorhersehbar.» Man könne immer noch davon ausgehen, dass eine Pandemie bevorstehe. «So müssen wir davon ausgehen, dass Phase 6 erreicht wird - aber wir hoffen, dass das nicht geschieht.» Derzeit sei es aber nicht angebracht, die Alarmstufe 5 auf die höchste Stufe 6 zu heben, die den Ausbruch einer Pandemie anzeigen würde. «Es wäre unklug derzeit zu sagen, das Virus verbreite sich in unkontrollierter Weise», ergänzte Ryan.

Internet: www.ecdc.europa.eu


 

 

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