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DEUTSCHLAND/WELT

 

04.05.2009

04.05.2009 | Bern (dpa)

Eishockey-Auswahl WM-Vorletzter nach erstem Sieg

Auch der erste Sieg konnte die Blamage der zweitklassigen deutschen Eishockey-Nationalmannschaft nach einer desaströsen Weltmeisterschaft nicht vertuschen.

Die eigentlich abgestiegene DEB-Auswahl zitterte sich ein Jahr vor der Heim-WM zu einem 2:1 (1:1, 1:0, 0:0) gegen Ungarn und verhinderte gegen den Absteiger ein weiteres Debakel. In der Endabrechung belegten die Schützlinge von Bundestrainer Uwe Krupp aber nur den vorletzten Platz unter den 16 Teilnehmern. «Das ist für uns alle enttäuschend, da braucht man nichts beschönigen», sagte Ex-Torjäger Erich Kühnhackl, der Vizepräsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB).

Vor einem Jahr in Kanada hatte es noch zu Platz zehn gereicht, der aber durch Fan-Ärger über Krupp und den Fall Florian Busch überschattet wurde. In Moskau fehlte 2007 als Aufsteiger nicht viel zum Viertelfinale. Doch Höhenflüge erwartet die sportliche Führung auch für die WM 2010 in Deutschland nicht mehr. «Unsere Zielsetzung muss sich ändern. Wir haben die vergangenen beiden Jahre falsch bewertet. Nur wenn das Team über sich hinauswächst, spielen wir nicht in der Abstiegsrunde», sagte Krupp.

DEB-Generalsekretär Franz Reindl räumte ein: «Wir alle haben uns von den guten Vorbereitungsergebnissen blenden lassen. Wir sind weiter von der Spitze weg als geglaubt.» Von einem Debakel sprach Stürmer Michael Hackert und gab sich dann ratlos: «Wir müssen nächstes Jahr mehr bringen, aber fragen Sie mich nicht, wie.»

Fast 55 Jahre nach dem Fußball-Wunder von Bern sorgten Moritz Müller (4.) und Michael Bakos (34.) dafür, dass die Ungarn die deutschen Eishockey-Wunden nicht noch tiefer aufrissen. Andras Horvath (18.) gelang für die sieglos gebliebenen Magyaren der 1:1-Ausgleich. «Mit dem Sieg konnten wir nichts mehr gutmachen. Aber ich denke, es war auch nicht alles so schlimm, wie es aussah», sagte Torhüter Dimitri Pätzold, der neben Bakos und Sven Butenschön als einer der drei besten deutschen WM-Spieler geehrt wurde.

Zweiter Absteiger neben Ungarn ist Österreich durch die 2:5- Niederlage gegen Dänemark. Nach dem 1:0-Sieg über Deutschland ist der Gang in die Zweitklassigkeit für die Österreicher diesmal besonders bitter. Dafür sind in Deutschland die WM-Rückkehrer Italien und Kasachstan dabei. In der Weltrangliste rutschte die DEB-Auswahl vom zehnten auf den zwölften Platz ab. Damit warten 2010 in der Vorrunde zwei Top-Nationen als Gegner, da die Gruppen nach dem WM-Finale auf Basis der Rangliste festgelegt werden.

Als 13. der Weltrangliste steht Dänemark bereits als erster Kontrahent fest, dann geht es wie diesmal gegen Frankreich voraussichtlich darum, nicht in der Abstiegsrunde zu landen. «Von der Niederlage gegen Frankreich haben wir uns nicht mehr erholt», sagte Reindl vor dem Abschiedsessen im Hotel und der Abreise der Spieler. NHL-Profi Jochen Hecht schaute bereits auf die WM-Generalprobe im Februar in Vancouver: «Wir haben jetzt die Chance, bei Olympia etwas Werbung zu machen. Darauf bereite ich mich vor.» Gegen Schweden, Finnland und Weißrussland ist das DEB-Team in der jetzigen Verfassung aber nur krasser Außenseiter.

Selbst gegen die erstmals seit 70 Jahren erstklassigen Ungarn waren die Deutschen längst nicht so überlegen wie beim 6:2-Erfolg vor drei Jahren bei der B-WM in Frankreich. Trainer Pat Cortina, im Hauptberuf Coach von Zweitliga-Vizemeister EHC München, schimpfte daher, als Bakos bei deutscher 4:3-Überzahl zum Sieg einschoss.

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