DEUTSCHLAND/WELT
07.05.2009
+ + + INFORMATIONS-HOTLINES ZUR SCHWEINEGRIPPE + + +
Robert-Koch-Institut (RKI) Tel. 030/18754416 (Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr)
Bundesgesundheitsministerium Tel. 01805/996619 (Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bus 12 Uhr)

08.05.2009 | Stockholm (dpa)
90 Prozent der Schweinegrippefälle in Nordamerika
Die Zahl der nachgewiesenen Schweinegrippefälle weltweit ist auf rund 2500 gestiegen. Mehr als 90 Prozent der Infektionen betreffen die nordamerikanischen Länder Mexiko, USA und Kanada, wie aus der jüngsten Bilanz des europäischen Seuchenkontrollzentrum ECDC hervorgeht.
Russland warnte seine Bevölkerung vor Reisen in die USA. Argentinien und Brasilien meldeten erste Schweinegrippefälle. Damit sind weltweit jetzt 26 Länder betroffen. In Deutschland wurde erstmals eine Schweinegrippeinfektion bei einem USA-Reisenden festgestellt. Es ist der bundesweit elfte Fall.
Bei dem Patienten aus Oberbayern seien die Symptome aber schon wieder am Abklingen, teilte das Bayerische Landesgesundheitsamt in Erlangen mit. Dem Patienten gehe es gut. Alle Familienmitglieder seien bekannt und vorsorglich in Quarantäne. Weitere mögliche Kontaktpersonen würden derzeit noch ermittelt. Der Patient hatte nach seiner Rückkehr aus den USA über Grippesymptome geklagt.
Unterdessen sprach die oberste russische Gesundheitsbehörde wegen der Ausbreitung der Schweinegrippe in Nordamerika erstmals eine Reisewarnung für die USA aus. «Wir empfehlen eindringlich, von Reisen in die USA Abstand zu nehmen, wenn diese nicht dringend erforderlich sind», sagte Behördenchef Gennadi Onischtschenko nach einem Bericht der Agentur Interfax. In Russland gibt es bislang keinen Krankheitsfall. Bisher galt die russische Reisewarnung nur für Mexiko.
Die Warnung der russischen Behörden kam überraschend, da sich Moskaus Außenminister Sergej Lawrow derzeit zu Abrüstungsgesprächen in den USA aufhält und dort unter anderem mit Präsident Barack Obama zusammengetroffen war. Moskau hatte in dieser Woche allerdings bereits mit einem Importverbot für Schweinefleisch aus Spanien eine diplomatische Verstimmung ausgelöst. Russland betrachtet Spanien aufgrund des Auftretens der Schweinegrippe als «Risikogebiet». Spanien ist das am stärksten von der Schweinegrippe betroffene Land in Europa.

07.05.2009 | Stockholm/Mexiko-Stadt (dpa)
Forscher entziffern Schweinegrippe-Erreger
Die Zahl der Schweinegrippe-Fälle ist weltweit auf mehr als 2200 gestiegen. Forscher haben unterdessen das Erbgut des Virus komplett entziffert.
Mexiko steht mit rund der Hälfte dieser Fälle weiter an der Spitze der globalen Statistik, wie das EU-Zentrum für Seuchenbekämpfung (ECDC) in Stockholm am Donnerstagmorgen mitteilte. Dennoch stufte das nordamerikanische Land den Grippealarm von «Orange» auf «Gelb» zurück. Weltweit sind bislang Fälle in 24 Ländern entdeckt worden, Polen meldete als 13. europäisches Land eine Infektion. In Deutschland bestätigte sich der zehnte Schweinegrippefall.
Der betroffene Mann aus Sachsen-Anhalt war vor einigen Tagen aus Mexiko zurückgekehrt und hatte über eine Erkältung geklagt, teilte das Gesundheitsministerium in Magdeburg mit. Das Robert Koch-Institut habe die Erkrankung bestätigt. Inzwischen sei der Patient jedoch schon wieder genesen.
Kanadische Forscher vom staatlichen Mikrobiologielabor entzifferten nach Regierungsangaben erstmals das komplette Erbgut von Virusproben aus verschiedenen Ländern. «Unsere vorläufigen Analysen deuten nicht darauf hin, dass sich das Virus in Mexiko signifikant von dem in Kanada unterscheidet», erläuterte Laborchef Frank Plummer in einer Mitteilung vom Mittwoch (Ortszeit). «Das bringt unser Verständnis, wie das Virus arbeitet, einen großen Schritt weiter.»

Das Mikrobiologielabor in Winnipeg hatte drei Virusproben aus Mexiko und Kanada sequenziert. Anhand des genetischen Aufbaus lässt sich unter anderem untersuchen, welche Virenstämme - etwa von Mensch, Schwein und Geflügel - zum neuen H1N1-Virus beigetragen haben und ob sich diese neue Variante schnell verändert. Auch für die Impfstoffentwicklung kann die Entzifferung des Erbguts Bedeutung haben. Teilsequenzen verschiedener Virusproben, darunter auch von einem Isolat aus Regensburg, sind bereits öffentlich abrufbar.
Der zuständige ECDC-Sprecher Denis Coloumbier erklärte, das Bild bei der Ausbreitung der Epidemie habe sich in den vergangenen Tagen wenig verändert. Aus Mexiko waren seit Mittwoch 170 neue bestätigte Erkrankungen bekanntgeworden. In den USA stieg die Krankenzahl um 342 an. In Europa ist Spanien mit bisher 81 Infektionen am stärksten betroffen.
Die Absenkung der Warnstufe in Mexiko erlaube eine weitgehende Rückkehr zur Normalität, teilte das Epidemiologische Institut in Mexiko-Stadt mit. Unter anderem können Restaurants, Clubs und Sportstadien wieder öffnen - allerdings dürfen sie nur die Hälfte der Menschen einlassen, die sie normalerweise unterbringen könnten. Die Behörden riefen auch dazu auf, sich weiter durch hygienische Maßnahmen vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Die Regierung hatte zuvor bereits die Wiederaufnahme des Unterrichts an den Oberschulen und Universitäten angekündigt. Nach Angaben der Handelskammer in Mexiko-Stadt musste die Wirtschaft der Metropole seit Beginn der Epidemie täglich Einbußen in Höhe von 50 Millionen Dollar (37,6 Millionen Euro) hinnehmen.
Der Startschuss für die internationale Herstellung eines Impfstoffs gegen das Schweinegrippevirus wird frühstens in der kommenden Woche fallen. Darauf wies am Mittwoch die Impfexpertin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Marie-Paule Kieny, in Genf hin. Eine Expertengruppe bei der WHO müsse diese Entscheidung anhand der bis dahin gesammelten Daten über die Entwicklung des Virus treffen, da sie auch die Herstellung des normalen Impfstoffes für die üblichen Grippewellen betreffe, sagte Kieny. An den saisonalen Grippewellen sterben im Jahr zwischen 250 000 bis 500 000 Menschen weltweit. Die Produktion des normalen Grippeimpfstoffes müsse deshalb unbedingt aufrechterhalten werden, sagte die WHO-Expertin.

07.05.2009 | Potsdam (dpa)
Weiterer Schweinegrippe-Verdacht in Brandenburg
In Brandenburg gibt es einen weiteren Verdachtsfall auf Schweinegrippe. Bei einem 70-jährigen Mann aus Cottbus seien nach einem Mexiko-Aufenthalt grippeähnliche Symptome aufgetreten, teilte das Potsdamer Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Der Mann sei in ärztlicher Behandlung und wurde umgehend häuslich isoliert. Auch die Ehefrau und der in einer eigenen Wohnung lebende Sohn, der kurzzeitig Kontakt hatte, wurden häuslich isoliert und mit antiviralen Arzneimitteln versorgt. Das an
Schweinegrippe erkrankte Ehepaar aus Frankfurt (Oder) kann den Angaben zufolge an diesem Freitag das Krankenhaus wieder verlassen.
07.05.2009 | Magdeburg (dpa)
Zehnter Schweinegrippe-Fall in Deutschland
Sachsen-Anhalt meldet den zehnten deutschen Fall von Schweinegrippe. Wie das Gesundheitsministerium in Magdeburg am Donnerstag mitteilte, hat das Robert Koch-Institut die Erkrankung bereits bestätigt. Der betroffene Mann aus dem Landkreis Wittenberg war vor einigen Tagen aus Mexiko zurückgekehrt und hatte über eine Erkältung geklagt. Inzwischen sei er schon schon wieder genesen. Er halte sich aber nach Absprache mit seiner Ärztin vorerst nur in seinem Haus auf. Erst vor ein paar Tagen war die Erkrankung eines 48-Jährigen aus dem Harz bekanntgeworden. Inzwischen ist auch er wieder gesund.




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