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DEUTSCHLAND/WELT

 

09.05.2009

Nahostreise des Papstes
Fotos
11.05.2009|Amman (dpa)

Papst in Israel eingetroffen

 

Papst Benedikt XVI. ist am Montag zu seinem historischen Besuch in Israel eingetroffen. Auf dem internationalen Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv wurde unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen eine feierliche Empfangszeremonie für ihn ausgerichtet.

An der Spitze der israelischen Würdenträger erwarteten ihn Staatspräsident Schimon Peres und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Anschließend sollte ein Hubschrauber ihn nach Jerusalem bringen, wo er unter anderem die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem besuchen wollte. Dieser Besuch zählt zu den heiklen Höhepunkten seiner einwöchigen Reise ins Heilige Land. Zuvor war der Papst in Jordanien gewesen.

Zuvor hatte Benedikt XVI. in Jordanien für einen Dialog von Christen und Muslimen und für den Abbau von Spannungen geworben. Bei seinem dreitägigen Pilger-Besuch übermittelte er der muslimischen Welt eine Botschaft der Öffnung und der Versöhnung. Was es an Spaltungen zwischen den Anhängern verschiedener Religionen gegeben habe, könne leider nicht geleugnet werden, sagte er am Samstag in Amman nach einem vielbeachteten Besuch in der großen Grabmoschee des ehemaligen Königs Hussein.

Auch Christen und Juden sollten zusammen für den Frieden in der Welt wirken, erklärte Benedikt an der Moses-Basilika auf dem Berg Nebo in Jordanien. Der Oberhirte sprach von dem «unzertrennlichen Band zwischen der Kirche und dem jüdischen Volk», wie es die Pilger- Tradition zu den Heiligen Stätten bezeuge.

(Fotos: dpa)

Benedikt betrat die größte Moschee Jordaniens kurz, ohne zu beten. Er hatte im Jahr 2006 mit einem Islam-kritischen Zitat in einer Rede in Regensburg viele Muslime gegen sich aufgebracht, kurz danach dann der Blauen Moschee in Istanbul einen Besuch abgestattet und dort auch meditiert. Der Streit um seine Regensburger Rede führte bereits zu einem vertieften Dialog muslimischer und katholischer Gelehrter. In der Hussein-Moschee war offiziell ein Läufer für den Besucher aus Rom ausgelegt worden, so dass Benedikt die Schuhe nicht ausziehen musste.

«Muslime und Christen müssen heute, eben wegen der Bürde der so häufig von Missverständnis geprägten gemeinsamen Geschichte danach streben, als nach den Geboten lebende Gläubige gesehen und erkannt zu werden», sagte Benedikt vor muslimischen Religionsführern, Rektoren und Diplomaten. «Oft ist es ideologische Manipulation der Religion, die, manchmal mit politischen Zielen, wahrer Auslöser von Spannung und Spaltung ist, mitunter selbst für Gewalt in der Gesellschaft», so Benedikt. Dagegen könnten Christen und Muslime die Herausforderung anpacken, «gemeinsam alles zu suchen, was gerecht und richtig ist».

Auf dem für beide Religionen wichtigen Berg Nebo setzte sich der Papst dafür ein, dass Christen und Juden gemeinsam «in gegenseitigem Respekt alle Hindernisse für eine Versöhnung überwinden». Das sei der Dienst für den Frieden, «zu dem Gottes Wort uns aufruft», sagte er.

Vor Zehntausenden von Gläubigen machte Benedikt den Christen während einer Messe im Internationalen Stadion von Amman Mut, trotz ihrer schwierigen Lage als verschwindend kleine Minderheit dort zu bleiben und zu helfen, eine friedliche Zukunft in dem muslimischen Land aufzubauen. Sie sollten Gesinnungen in dieser Konfliktregion entgegenwirken, «die es als gerechtfertigt betrachten, unschuldigen Menschen das Leben "zu nehmen", aus welchem Grund auch immer». Der Papst trug den Gläubigen auch auf, sich für die Würde der Frauen einzusetzen und so zu einer «Zivilisation der Liebe» beizutragen.

Der Papst sei sehr zufrieden mit dem erfolgreichen und angenehmen Start seiner Pilgerreise in das Heilige Land, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Sonntag. Im Dialog mit den Muslimen habe es in den vergangenen Tagen einige Schritte voran gegeben, sagte Lombardi.

Zum Abschluss verweilte Benedikt noch am Jordan, an der Stelle, an der nach der Überlieferung Jesus getauft wurde. Er segnete dort die Grundsteine zweier Kirchen und forderte die Christen auf, Dialog und Verständigung in der Gesellschaft zu fördern, «besonders, wenn ihr eure legitimen Rechte einfordert». In dem von Leiden, Gewalt und Spannungen geprägten Nahen Osten «sind die Christen aufgerufen, ihren Beitrag der Versöhnung und des Friedens durch Vergebung und Großmut zu leisten».

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