DEUTSCHLAND/WELT
13.05.2009

13.05.2009|Herzogenaurach (dpa)
4500 Schaeffler-Leute müssen gehen
Der Autozulieferer Schaeffler will die schwerste Krise seiner Firmengeschichte mit drastischen Einschnitten meistern und streicht alleine in Deutschland 4500 Stellen.
Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Herzogenaurach mit. Insgesamt sollen auf diese Weise Personalkosten von rund 250 Millionen Euro gespart werden, heißt es in einer Firmen-Mitteilung. Betriebsbedingte Kündigungen sollen nach Möglichkeit vermieden werden.
Das Unternehmen begründete die Einschnitte mit den Auftrags- und Umsatzeinbrüchen im Automobilzuliefergeschäft. Kurz darauf bestätigte die Schaeffler-Führung den Abbau. Nach Informationen aus Unternehmensnahen Kreisen soll die Belegschaft weltweit um 8000 auf 58 000 geschrumpft werden.
Arbeitnehmervertreter rechnen danach vor allem an größeren Standorten mit Protesten und spontanen Arbeitsniederlegungen.

Das am Dienstag sowohl dem Betriebsräten als auch der bayerischen Staatsregierung vorgelegte Sanierungskonzept soll zugleich den Weg für Staatshilfe ebnen. Die Bundesregierung hatte ihre Hilfe wiederholt von der Vorlage eines schlüssigen Konzepts abhängig gemacht. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofers (CSU) sagte am Dienstag nach einem Treffen mit der Schaeffler-Führung, das vorgelegte Konzept werde nun von Bundeswirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) geprüft. Auch die Schaeffler-Führung bestätigte am Dienstag das Treffen mit Seehofer, wollte sich aber nicht zu Details äußern.
Auch nach Seehofers Angaben sieht das Sanierungskonzept einen Arbeitsplatzabbau vor: «Es wird zu Maßnahmen kommen», sagte er dazu. Allerdings ist nach seinen Worten auch die Eigentümerfamilie zu Opfern bereit: «Das Eigenengagement der Familie ist gewaltig, deshalb verdient es unsere Unterstützung.»
Bei den möglichen Staatshilfen könne es sich nur um Bürgschaften oder Darlehen, nicht aber um eine Übernahme von Schaeffler-Anteilen durch den Staat handeln, sagte Seehofer. Eine Lösung könne es aber nur unter Beteiligung des Bundes und der anderen betroffenen Bundesländer geben. Neben Niedersachsen, wo die von Schaeffler übernommene Continental-Gruppe ihren Sitz hat, seien noch mehrere andere Bundesländer beteiligt.




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