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  • Arcandor hofft auf Hilfe

DEUTSCHLAND/WELT

 

02.06.2009

02.06.2009|Berlin/Essen (dpa)

Arcandor hofft auf Hilfe und warnt vor Insolvenz

Der Chef des Handels- und Touristikkonzerns Arcandor, Karl-Gerhard Eick, glaubt weiterhin an die Rettung des Konzerns und warnt vor den Kosten einer Insolvenz.

«Was für die Finanzbranche die Insolvenz von Lehman Brothers war, wäre für den Handel die Insolvenz von Arcandor. Nämlich ein Riesenfehler», sagte Eick der Tageszeitung «Die Welt».

In der Rettung von Opel sieht Eick nicht unbedingt einen Vorentscheid für seinen Antrag. Es handele sich um zwei unterschiedliche Fälle, die getrennt bewertet werden müssten, sagte er. Arcandor sei aber nach wie vor davon überzeugt, die Kriterien für Staatshilfe zu erfüllen.

Arcandor braucht staatliche Bürgschaften in Höhe von 650 Millionen Euro sowie einen Kredit der KfW Bankengruppe über 200 Millionen Euro. Weitere 350 Millionen Euro sollen Eigentümer, Vermieter, Zulieferer und andere Partner leisten. Arcandor habe ein Konzept, mit dem die Sanierung gelingen könne. Deshalb würde die Bürgschaft den Steuerzahler keinen Cent kosten, weil sie nicht abgerufen würde, so Eick. Ein Konkurs würde dagegen mindestens eine Milliarde Euro kosten allein schon durch den Verlust von Steuereinnahmen, Sozialabgaben sowie die Zahlung der Gehälter durch die Bundesagentur für Arbeit. Hinzu kämen Folgekosten für die betroffenen Zulieferer.

Die Vorschläge des Konkurrenten Metro zu einer Deutschen Warenhaus AG durch eine Zusammenführung der Töchter Karstadt und Kaufhof lehnt Eick «nicht grundsätzlich» ab, «obwohl ich glaube, dass zwei Warenhauskonzerne in Deutschland bestehen können». Eine Alternative zur Staatsbürgschaft sei die Warenhaus AG aber nicht.
 
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