• PROGRAMM
  • AKTUELL
  • MEDIATHEK
  • MUSIK
  • SERVICE
  • BERLIN
  • KONTAKT

Anmelden

  • Berlin

  • Deutschland/Welt

  • Sport

  • Polizei Aktuell

  • Rückrufaktionen

  • Jochens Hertha-Tipp

  • BER Aktuell

  • Berlinale

  • Jahresrückblick 2011

  • FIFA Frauen-WM 2011

  • Startseite
  • Aktuell
  • Deutschland/Welt
  • Weiter Spekulationen

DEUTSCHLAND/WELT

 

29.06.2009

MICHAEL JACKSON IST GESTORBEN       |      FOTOS & VIDEOS      |      DISKOGRAPHIE     |     REAKTIONEN

 

DIE STORY:  DER ANFANG   |   DIE ACHTZIGER   |   DIE NEUNZIGER   |   2000 BIS HEUTE

29.06.2009 | Los Angeles (dpa)

Weiter Spekulationen um Jacksons Tod

 

So wechselhaft sein Leben, so rätselhaft sein Ende: Auch vier Tage nach dem Tod von Pop-Ikone Michael Jackson blieben die näheren Umstände seines Ablebens im Dunkeln. Gewalt als Todesursache schloss die Polizei nach der offiziellen Autopsie aus.

Die Familie des «King of Pop» ließ am Samstag überraschend eine zweite Obduktion machen. Spekulationen rankten um die mutmaßliche Medikamentensucht des Megastars und eine letzte Morphiumspritze, die er etwa eine halbe Stunde vor seinem letzten Atemzug bekommen haben soll. Auch was aus den drei Kinder Prince (12), Paris (11) und Blanket (7) wird, blieb am Wochenende weiter offen.

«Die Wahrheit muss noch herauskommen», sagte Vater Joe Jackson Medienberichten zufolge. Ergebnisse der zweiten Obduktion wurden zunächst nicht bekannt. Zuvor war der Leichnam vom gerichtsmedizinischen Institut in Los Angeles freigegeben und auf Wunsch der Familie an einen geheim gehaltenen Ort gebracht worden. Einen Zeitpunkt für die Beerdigung gab es noch nicht.

Schlüsselfigur bei den Ermittlungen wird zunehmend Jacksons Privatarzt Conrad Murray, der den angeblich schwer medikamentensüchtigen Jackson seit Mai betreute und ihn nach dem Zusammenbruch wiederzubeleben versuchte. Der Herzspezialist stand der Polizei in der Nacht auf Sonntag Rede und Antwort. Einzelheiten der etwa dreistündigen Befragung wurden nicht mitgeteilt.

Die Polizei erklärte nur, der Arzt sei kooperativ gewesen. Er habe «Informationen zur Verfügung gestellt, die bei den Ermittlungen helfen werden». Die von Murray eingeschaltete Anwaltskanzlei betonte laut «Los Angeles Times», ihr Mandant sei «in keiner Weise ein Verdächtiger». Er werde so lange in Los Angeles bleiben, wie er für die Ermittlungen gebraucht werde. Die Familie warf dem Arzt vor, ihr die Informationen über Jacksons letzte Stunden zu verweigern.

Der Sänger, einer der größten Popstars aller Zeiten, war am Donnerstag völlig überraschend mit 50 Jahren gestorben. Er erlitt in seiner Luxusvilla in Bel Air, einem Prominentenviertel von Los Angeles, einen Herzstillstand. «Es gab keine Anzeichen für äußere Verletzungen oder Mord», sagte der gerichtsmedizinische Sprecher Craig Harvey nach der offiziellen Autopsie vom Freitag. Das Ergebnis genauerer Tests wird erst in vier bis sechs Wochen erwartet.

Die Gerichtsmediziner bestätigten jedoch, dass Jackson verschreibungspflichtige Arzneimittel genommen hat. Nach Informationen des Internetdienstes tmz.com war der Star seit Jahren von heroin- und morphiumähnlichen Medikamenten abhängig. Zuletzt habe er täglich eine Spritze des schweren Schmerzmittels Demerol erhalten, die letzte an seinem Todestag gegen 11.30 Uhr. Kurz darauf sei der Herzstillstand eingetreten.

Die Polizei beschlagnahmte später das Auto des Arztes, nannte ihn aber ausdrücklich nicht verdächtig. Der US-Bürgerrechtler Jesse Jackson, ein enger Freund der Familie, sagte dem Nachrichtensender CNN am Samstag nach einem Besuch bei den Angehörigen, sie seien wegen Murrays Rolle zunehmend beunruhigt und verstört. «Wann kam der Doktor? Was machte er? Gab er ihm eine Spritze? Und wenn ja, was für eine?», fragte der Bürgerrechtler.

Eine Aufzeichnung des Notrufs aus Jacksons Haus an die Polizei wurde inzwischen veröffentlicht. «Er atmet nicht», sagt eine Männerstimme. «Er ist bewusstlos». Der Arzt sei dabei, den Patienten auf seinem Bett wiederzubeleben, hört man weiter. «Er (der Arzt) drückt auf den Brustkorb, aber er reagiert auf gar nichts». Die Identität des Anrufers war zunächst nicht bekannt.

Eine frühere Angestellte des Popstars berichtete, sie habe ihm wegen seiner gefährlichen Drogencocktails regelmäßig den Magen auspumpen müssen. «Es gab eine Zeit, da war es so schlimm, dass ich die Kinder von ihm fernhielt», sagte Grace Rwaramba der britischen «Sunday Times». Sie hat eigenen Angaben zufolge über ein Jahrzehnt für Jackson gearbeitet, zuletzt als Kindermädchen, war aber im Dezember 2008 entlassen worden.

Nach Einschätzung seines früheren Konzertmanagers Marcel Avram nahm Jackson zwar jahrzehntelang Schmerzmittel, war aber nicht von ihnen abhängig. «Der Mann war nicht süchtig», sagte Avram der Deutschen Presse-Agentur dpa in London. Jacksons Haare hätten bei Dreharbeiten für eine Pepsi-Werbung im Jahr 1984 Feuer gefangen. Seitdem habe er ein Haarteil getragen und für die stark verbrannte Kopfhaut Schmerzmittel eingenommen.

Unterdessen verdichteten sich die Anzeichen, dass es zu einem Tauziehen um die Kinder kommt. Medienberichten zufolge erwägt Jacksons frühere Frau Debbie Rowe, Anspruch auf das Sorgerecht für die beiden älteren Kinder zu erheben, deren leibliche Mutter sie ist. Die Mutter des kleinen Blanket (offizieller Name: Prince Michael Jackson II) ist nicht bekannt. Alle drei Kinder wollten jedoch bei den Großeltern bleiben, berichtete tmz.com unter Hinweis auf Angehörige. Die Familie stehe hinter diesem Wunsch. Derzeit sind die Kinder in der Obhut ihrer Großmutter, Katherine Jackson.

Die Flut von Würdigungen reißt derweil nicht ab. US-Präsident Barack Obama bezeichnete Jackson am Freitag als «Musik-Ikone». Nach Angaben des US-Nachrichtensenders CNN drückte der Präsident der Familie sein Beileid auch in einem persönlichen Brief aus. Das Repräsentantenhaus im US-Kongress legte zu Ehren des Musikers eine Schweigeminute ein. Hollywoodstar und Jackson-Vertraute Elizabeth Taylor erklärte, er werde «auf ewig» in ihrem Herzen weiterleben.

In Großbritannien dominiert Jackson nach seinem Tod wieder die Charts. Seine Hitsammlung «Number Ones» aus dem Jahr 2003 steht nach Angaben der Musikmarktforscher vom Sonntag an der Spitze der Album-Charts. Auf die vorderen Chartpositionen der 200 meistverkauften CDs stürmten 43 Jackson-Singles und 11 Alben von Jackson und der Familienband The Jackson 5.

Nach Angaben seiner Ex-Frau Lisa Marie Presley hatte Jackson eine Vorahnung von seinem Tod. Vor 14 Jahren habe sie mit ihm ein Gespräch über das Leben im allgemeinen und die Todesumstände ihres Vaters geführt, schrieb die 41-Jährige ins Tagebuch ihrer Fan-Internetseite. «Irgendwann hielt er inne, schaute mich sehr intensiv an und sagte mit einer fast ruhigen Gewissheit: "Ich befürchte, dass ich genauso enden werde wie er, auf seine Art und Weise."» Elvis Presley starb im Alter von 42 Jahren offiziell an Herzversagen.

ZDF-Showmaster Thomas Gottschalk, der Jackson mehrfach begegnet war, zeichnete in der «Bild»-Zeitung vom Samstag das Bild einer tragischen Gestalt. Er habe «niemals eine dermaßen gespaltene Persönlichkeit getroffen wie Michael Jackson».

Zahllose Fans rund um den Globus setzten auch am Wochenende ihre Trauerbekundungen fort. Die Familie bedankte sich bei den Anhängern für die Unterstützung. «Bitte verzweifelt nicht, weil Michael in jedem von Euch weiterleben wird», hieß es nach Angaben des «People»- Magazins in einer von Joe Jackson veröffentlichten Erklärung. «Verbreitet seine Botschaft weiter, denn das hätte er sich von Euch gewünscht. Macht weiter, damit sein Vermächtnis für immer lebt.»

Kommentare

Mediathek
  • Impressum
  • AGB
  • Werbung
  • Newsletter
  • Kontakt
  • Linktipps
  • Datenschutz
  • Sitemap