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DEUTSCHLAND/WELT

 

01.07.2009

01.07.2009 | Johannesburg/Moroni (dpa)

14-Jährige hörte nach Absturz weitere Überlebende

Nach dem Absturz einer Airbus-Maschine vor dem Inselstaat Komoren wird weiter nach Opfern gesucht. Der Flugschreiber wurde zunächst nicht gefunden. Von den Flugdatenschreibern und Sprach-Aufzeichnungsgeräten werden Hinweise auf die Unfallursache erhofft.

Eine am Vortag aus dem Wasser des Indischen Ozeans geborgene 14-Jährige gilt bisher als einzige Überlebende des zweiten Airbus-Absturzes innerhalb eines Monats.

Das Mädchen erzählte ihrem Vater am Telefon, dass sie nach dem Absturz im Dunkeln Stimmen gehört habe. Vermutlich hatten zunächst mehrere Menschen im Wasser überlebt. Nach Angaben der komorischen Regierung wurde bis Mittwochmittag kein weiterer Überlebender gefunden. Entgegen anderen Angaben wurden fünf im Wasser treibende Leichen wegen schwerer See zunächst nicht geborgen. Die Suche war am Dienstagabend bei Einbruch der Dunkelheit unterbrochen worden.

Knapp zwei Tage nach dem Unglück des Flugzeugs der jemenitischen Gesellschaft Yemenia Air sollen nun Marinetaucher aus Frankreich und den USA bei der Suche nach dem Wrack helfen. Der aus dem Jemen kommende Airbus A310 war in der Nacht zum Dienstag vor der Küste der Komoren mit 153 Menschen an Bord nach einem missglückten Landeanflug nahe der Inselhauptstadt Moroni abgestürzt. Gefunden wurden bisher lediglich kleinere Wrackteile und Gepäckstücke.

In der Nacht zu Mittwoch herrschten heftiger Südwind und eine starke Strömung, die nach Ansicht der Retter Leichen und Trümmerteile weit verteilt haben dürften. Die Chancen, noch Überlebende zu finden, gelten als gering. Flug IY 626 hatte elf Crew-Mitglieder und 142 Passagiere an Bord.

Der knapp 20 Jahre alte Airbus der jemenitischen Fluggesellschaft war bei einer Inspektion vor zwei Jahren in Frankreich wegen technischer Mängel aufgefallen. Der jemenitische Transportminister Chalid al-Wasir trat jedoch Spekulationen entgegen, der Jet könne wegen eines technischen Defekts abgestürzt sein. Die in Frankreich vor zwei Jahren entdeckten Mängel hätten keine sicherheitsrelevanten Teile, sondern nur Sitze, TV-Bildschirme und Kopfhörer betroffen, berichtete die Nachrichtenagentur Saba. Die Maschine sei erst im Mai von Airbus-Technikern begutachtet worden.

Der französische Entwicklungshilfe-Staatssekretär Alain Joyandet, der zur Koordinierung der Hilfe auf die Komoren geflogen war, hatte als möglichen Grund für den Absturz das schlechte Wetter genannt - außerdem sei das Flugzeug «nicht in gutem Zustand» gewesen. Die komorische Regierung warf Frankreich vor, sie nur ungenügend über die Maschine informiert zu haben. Zudem hielt die Regierung Paris indirekt vor, Komorer zu diskriminieren. «Die Franzosen hätten uns informieren müssen über alle Probleme, die dieses Flugzeug hatte», sagte der Komoren-Vizepräsident Idi Nadhoim dem Sender France24.

In Paris verhinderten wütende Komorer den Start einer Yemenia-Maschine in Richtung Sanaa. Sie warfen der Fluggesellschaft vor, unsichere Maschinen auf dem Weg zu den Komoren einzusetzen. Die Flughafengesellschaft ADP verlegte den Flug auf ein anderes Terminal. Etwa 100 Passagiere seien in die A330 eingestiegen, berichteten TV-Korrespondenten vom Flughafen. Viele in Frankreich lebende Komorer nutzen den Ferienbeginn zu einem Heimatbesuch.

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