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DEUTSCHLAND/WELT

 

03.07.2009

MICHAEL JACKSON IST GESTORBEN       |      FOTOS & VIDEOS      |      DISKOGRAPHIE     |     REAKTIONEN

DIE STORY:  DER ANFANG   |   DIE ACHTZIGER   |   DIE NEUNZIGER   |   2000 BIS HEUTE

 JOCHEN TRUS ZUM TOD VON MICHAEL JACKSON

05.07.2009 | Los Angeles (dpa)

1,6 Millionen Bewerber für Jackson-Beerdigung 

 

Die Frist ist abgelaufen: Mehr als 1,6 Millionen Jackson-Fans haben sich bis zum Anmeldeschluss am Sonntagmorgen 3.00 Uhr MESZ um Karten für die Trauerfeier am Dienstag in Los Angeles beworben.

Nach Angaben eines Sprechers der Jackson-Familie sollen die Gewinner der Online-Lotterie im Laufe des Sonntags (Ortszeit Los Angeles) informiert werden. Insgesamt werden 17 500 Karten kostenlos vergeben. Nach dem Zufallsprinzip werden 8750 Namen gezogen, die jeweils zwei Eintrittskarten erhalten. 11 000 Fans können die Trauerfeier im Staples Center erleben, 6500 sehen eine Live-Übertragung im nahe gelegenen Nokia-Theater.

Über die Trauerfeier ist vorab nur wenig bekannt. Sie findet am Dienstag um 19.00 Uhr MESZ im Staples Center von Los Angeles statt, in dem Jackson noch zwei Tage vor seinem Tod auf der Bühne stand und bei Proben gefilmt wurde. Das Programm für die Zeremonie, die weltweit im Fernsehen übertragen werden soll, wurde noch nicht verraten. Der Sender CNN brachte am Samstag in Erfahrung, dass die Sängerin Jennifer Hudson auftreten werde.

Auch über die letzte Ruhestätte für den am Donnerstag vergangener Woche mit 50 Jahren gestorbenen «King of Pop» gibt es noch keine offiziellen Angaben. Einige Medien spekulierten, dass der Megastar auf dem Forest Lawn Memorial Park-Friedhof in Los Angeles beigesetzt werde.

 

Nach Angaben von Jacksons Bruder Jermaine will sich die Familie vor dem öffentlichen Abschied mit einigen handverlesenen Gästen an einem unbekannten Ort zu einer kleinen privaten Zeremonie treffen. Familien-Sprecher Ken Sunshine sagte laut CNN am Samstag, dass noch nicht entschieden sei, ob Jacksons Leichnam möglicherweise im Staples Center aufgebahrt werde. Zuletzt hieß es, einen Trauerzug durch die Stadt werde es nicht geben.

Das Staples Center, eine Sport- und Konzertarena mit insgesamt 20 000 Plätzen, gehört dem US-Unterhaltungskonzern AEG, der auch für die geplanten Comeback-Konzerte Jacksons in London verantwortlich zeichnete.

 

www.staplescenter.com

 


03.07.2009 | Berlin (dpa)

Zehntausende zu Jacksons Trauerfeier erwartet

 

Mit einer Mammutveranstaltung in Los Angeles werden sich am Dienstag zehntausende Fans von Popstar Michael Jackson verabschieden.

 

Polizei und Sicherheitskräfte rüsteten sich am Freitag für einen gewaltigen Ansturm zu der öffentlichen Trauerfeier im Staples Center.

 

Zuvor will sich die Familie mit einigen handverlesenen Gästen an einem unbekannten Ort zu einer kleinen privaten Zeremonie treffen. «Wir wollen, dass die Welt an diesem Ereignis teilnimmt, aber gleichzeitig trauern wir auch», sagte Jacksons Bruder Jermaine im Gespräch mit CNN-Talkmaster Larry King.

 

Das Staples Center, in dem Jackson zuletzt für seine Londoner Konzertreihe probte, fasst nur 20 000 Menschen. Erwartet wird aber ein Vielfaches an Besuchern. Genaue Schätzungen gab es zunächst nicht. «Wenn man sich vorstellt, dass 100 000 Leute kommen und wir haben nur Platz für 20 000, (...) dann hat man ein Kontrollproblem», warnte Stadtrat Dennis Zine nach Angaben der «Los Angeles Times».

 

Einzelheiten zur Planung sollten noch am Abend bekanntgegeben werden. Die Veranstalter wollen kostenlos 11 000 Karten verteilen. Die Sport- und Konzertarena gehört dem AEG-Konzern.

Jackos letzte Probe
Video Fotos

Ein Video von Michael Jacksons letztem Bühnenauftritt zwei Tage vor seinem Tod zeigt den Popstar in guter körperlicher Verfassung. Der Mitschnitt bei Proben im Staples Center wurde am Donnerstag von dem US-Sender CNN veröffentlicht. Darin tanzt und singt Jackson mit einer Gruppe von Tänzern zu dem Song «They Don't Care About Us».

 

Der Grund für den plötzlichen Tod des Sängers ist weiterhin unbekannt. Die endgültigen Ergebnisse von zwei Autopsien stehen noch aus. Inzwischen hat sich neben der US-Drogenbehörde DEA auch die kalifornische Staatsanwaltschaft in die Ermittlungen zur Todesursache eingeschaltet.

 

 

Justizminister Jerry Brown teilte der «Los Angeles Times» mit, dass seine Beamten der Polizei helfen. Sie würden Informationen einer Datenbank über Ärzte und die Ausgabe verschreibungspflichtiger Medikamente auswerten. Jackson war mit 50 Jahren überraschend an Herzversagen gestorben. In seinem Haus wurden große Mengen an Medikamenten gefunden. Spekuliert wird, dass möglicherweise eine Spritze mit einem morphiumähnlichen Schmerzmittel den Herzstillstand ausgelöst hat.

Chronologie: Abschiede der Superlative

 

Die Trauerfeier für Michael Jackson am Dienstag in Los Angeles könnte zehntausende Fans mobilisieren. Zum Gedenken an gestorbene Vorbilder, Künstler und Idole, an religiöse und politische Führer kamen schon oft große Menschenmengen trauernd zusammen:

   8. September 2007: Der italienische Startenor Luciano Pavarotti wird in seiner Heimatstadt Modena zu Grabe getragen. Mehr als 100 000 Menschen ziehen in der Kathedrale am offenen Sarg vorüber.

   8. April 2005: Mehr als drei Millionen Menschen kommen zu den Beisetzungsfeierlichkeiten für Papst Johannes Paul II. nach Rom. 300 000 Pilger erweisen ihm auf dem Petersplatz die letzte Ehre.

   27. Februar 2002: Von dem in Italien beliebten Schauspieler Alberto Sordi nehmen in Rom 200 000 Menschen persönlich Abschied.

   6. September 1997: Zwei Millionen säumen den Trauerzug der verunglückten Prinzessin Diana in London. Ihren letzten Weg können weltweit bis zu 2,5 Milliarden Menschen am Bildschirm verfolgen.

   2. November 1993: Bereits am Vorabend des Staatsaktes für den italienischen Regisseur Federico Fellini nehmen 70 000 Filmschaffende und Fans in der römischen Cinecittà Abschied. Auch der Staatsakt
mobilisiert Zehntausende.

   6. Juni 1989: Bei den Trauerfeierlichkeiten für den iranischen Revolutionsführer Ajatollah Khomeini strömen bis zu fünf Millionen Iraner durch Teheran. Es kommt zu chaotischen Zuständen.

   18. September 1976: Zur Trauerfeier für den chinesischen Staatsmann Mao Tsetung in Peking kommen rund 1,5 Millionen Menschen.

   1. Oktober 1970: Die arabische Welt nimmt Abschied von dem ägyptischen Staatspräsidenten Gamal Abdel Nasser. Allein in Kairo versammeln sich etwa acht Millionen Menschen zu einem außer Kontrolle geratenden Trauerzug.

   25. April 1967: Mit einem Staatsakt wird in Bonn Abschied von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) genommen. In den Tagen zuvor waren rund 300 000 Menschen an seinem Sarg vorbeigezogen.

   25. November 1963: An der Trauerfeier für den ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy in Washington nehmen nach Angaben der «New York Times» knapp eine Million Menschen teil. Kennedy wird anschließend auf dem Soldatenfriedhof Arlington beigesetzt.

   9. März 1953: Der sowjetische Staatschef Josef W. Stalin wird an der Seite Lenins auf dem Roten Platz in Moskau beigesetzt. Zu den Feierlichkeiten kommen nach Schätzungen rund 1,5 Millionen Menschen.

   31. Januar 1948: Der Leichnam des ermordeten indischen Freiheitskämpfers und Pazifisten Mahatma Gandhi wird verbrannt. An der feierlichen Zeremonie und Versenkung seiner Asche in den Fluten des Ganges nehmen Hunderttausende Menschen teil.

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