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DEUTSCHLAND/WELT

 

05.07.2009

MICHAEL JACKSON IST GESTORBEN       |      FOTOS & VIDEOS      |      DISKOGRAPHIE     |     REAKTIONEN

DIE STORY:  DER ANFANG   |   DIE ACHTZIGER   |   DIE NEUNZIGER   |   2000 BIS HEUTE

 JOCHEN TRUS ZUM TOD VON MICHAEL JACKSON

05.07.2009 | Los Angeles (dpa) -

Ansturm auf Jackson-Karten: 1,6 Millionen Bewerber

Das Rennen um die kostenlosen Karten für die Abschiedsfeier von Michael Jackson ist gelaufen. Mehr als 1,6 Millionen Jackson-Fans hatten sich bis zum Anmeldeschluss am Sonntagmorgen um 3.00 Uhr MESZ in einer Online-Lotterie um Tickets beworben. Insgesamt werden 17 500 Karten vergeben. Nach Mitteilung eines Sprechers der Jackson-Familie sollen die Gewinner bis spätestens 5.00 UHR MESZ am Montag per E-Mail informiert werden. Die Zeremonie findet am Dienstag um 19.00 Uhr MESZ im Staples Center von Los Angeles statt.

Bei den Ermittlungen der Todesursache hat die Polizei jetzt mindestens fünf Ärzte ins Visier genommen, die den Sänger mit verschreibungspflichtigen Medikamenten versorgt haben sollen, berichtete die «Los Angeles Times» am Sonntag. Die Zeitung berief sich auf nicht genannte Quellen. Danach soll Jackson unter verschiedenen Namen Medikamente erhalten haben. In seinem Haus seien
unter anderem «zahlreiche Behälter» mit dem starken Narkotikum Propofol gefunden worden, das auch unter dem Namen Diprivan im Handel ist. Jackson war am 25. Juni im Alter von 50 Jahren überraschend an einem Herzstillstand gestorben. Spekuliert wird, dass möglicherweise ein überdosiertes Medikament das Herzversagen ausgelöst hat. Die Ergebnisse von zwei Autopsien stehen noch aus.

Superstars wie Madonna und Beyoncé würdigten den «King of Pop» am Wochenende. Bei einem Konzertauftritt in London huldigte die «Queen of Pop» den Sänger als «einer der größten Künstler, den die Welt je gesehen hat». Madonna ließ  einen ihrer Tänzer den legendären Jackson-Moonwalk auf der Bühne zeigen. «Lang lebe der König», rief die Sängerin ihrem Publikum zu. US-Sängerin Beyoncé zollte Jackson am Freitagabend bei einem Konzert in New Orleans Tribut. Als Fünfjährige habe sie «ihren Helden» auf der Bühne erlebt und in diesem Moment entschieden, dass sie Sängerin werden wollte, sagte der zu Tränen gerührte Star.

Über die Trauerfeier in Los Angeles ist vorab nur wenig bekannt. Noch gibt es keine offizielle Liste der Stars und Künstler, die Jackson die letzte Ehre erweisen wollten. Der Sender CNN brachte am Samstag lediglich in Erfahrung, dass die Sängerin Jennifer Hudson auftreten werde. Das Staples Center, eine Sport- und Konzertarena mit insgesamt 20 000 Plätzen, gehört dem US-Unterhaltungskonzern AEG, der auch für die geplanten Comeback-Konzerte Jacksons in London verantwortlich zeichnete. Von den 17 500 kostenlosen Karten sind 11 000 für die Trauerfeier selbst, 6500 für eine Live-Übertragung ins nahe gelegene Nokia-Theater.

Die Polizei wollte das Viertel rund um das Stadion großräumig absperren. Nur wer ein gültiges Ticket vorweisen kann, soll Zugang erhalten. Die Stadt hatte schon zuvor Schaulustige dazu aufgerufen, die Zeremonie zu Hause am Bildschirm zu verfolgen. Einen Trauerzug, der Zehntausende Menschen auf die Straßen locken könnte, soll es nach Angaben der Veranstalter nicht geben. Ob Jackson möglicherweise vor der Abschiedsfeier im kleinen Kreis von Freunden und Familie beigesetzt wird, stand am Sonntag noch nicht fest.

Eine zunächst für Montag vorgesehene Anhörung zum Sorgerecht für Jacksons drei Kinder Prince (12), Paris (11) und Blanket (7) ist um eine Woche verschoben worden. Jacksons Mutter Katherine und die Mutter der beiden älteren Kinder, Deborah Rowe, hatten um den Aufschub gebeten. Die drei Kinder sind derzeit bei der Großmutter.

Jackos letzte Probe
Video Fotos

Ein Video von Michael Jacksons letztem Bühnenauftritt zwei Tage vor seinem Tod zeigt den Popstar in guter körperlicher Verfassung. Der Mitschnitt bei Proben im Staples Center wurde am Donnerstag von dem US-Sender CNN veröffentlicht. Darin tanzt und singt Jackson mit einer Gruppe von Tänzern zu dem Song «They Don't Care About Us».

 

Der Grund für den plötzlichen Tod des Sängers ist weiterhin unbekannt. Die endgültigen Ergebnisse von zwei Autopsien stehen noch aus. Inzwischen hat sich neben der US-Drogenbehörde DEA auch die kalifornische Staatsanwaltschaft in die Ermittlungen zur Todesursache eingeschaltet.

Chronologie: Abschiede der Superlative

 

Die Trauerfeier für Michael Jackson am Dienstag in Los Angeles könnte zehntausende Fans mobilisieren. Zum Gedenken an gestorbene Vorbilder, Künstler und Idole, an religiöse und politische Führer kamen schon oft große Menschenmengen trauernd zusammen:

   8. September 2007: Der italienische Startenor Luciano Pavarotti wird in seiner Heimatstadt Modena zu Grabe getragen. Mehr als 100 000 Menschen ziehen in der Kathedrale am offenen Sarg vorüber.

   8. April 2005: Mehr als drei Millionen Menschen kommen zu den Beisetzungsfeierlichkeiten für Papst Johannes Paul II. nach Rom. 300 000 Pilger erweisen ihm auf dem Petersplatz die letzte Ehre.

   27. Februar 2002: Von dem in Italien beliebten Schauspieler Alberto Sordi nehmen in Rom 200 000 Menschen persönlich Abschied.

   6. September 1997: Zwei Millionen säumen den Trauerzug der verunglückten Prinzessin Diana in London. Ihren letzten Weg können weltweit bis zu 2,5 Milliarden Menschen am Bildschirm verfolgen.

   2. November 1993: Bereits am Vorabend des Staatsaktes für den italienischen Regisseur Federico Fellini nehmen 70 000 Filmschaffende und Fans in der römischen Cinecittà Abschied. Auch der Staatsakt
mobilisiert Zehntausende.

   6. Juni 1989: Bei den Trauerfeierlichkeiten für den iranischen Revolutionsführer Ajatollah Khomeini strömen bis zu fünf Millionen Iraner durch Teheran. Es kommt zu chaotischen Zuständen.

   18. September 1976: Zur Trauerfeier für den chinesischen Staatsmann Mao Tsetung in Peking kommen rund 1,5 Millionen Menschen.

   1. Oktober 1970: Die arabische Welt nimmt Abschied von dem ägyptischen Staatspräsidenten Gamal Abdel Nasser. Allein in Kairo versammeln sich etwa acht Millionen Menschen zu einem außer Kontrolle geratenden Trauerzug.

   25. April 1967: Mit einem Staatsakt wird in Bonn Abschied von Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) genommen. In den Tagen zuvor waren rund 300 000 Menschen an seinem Sarg vorbeigezogen.

   25. November 1963: An der Trauerfeier für den ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy in Washington nehmen nach Angaben der «New York Times» knapp eine Million Menschen teil. Kennedy wird anschließend auf dem Soldatenfriedhof Arlington beigesetzt.

   9. März 1953: Der sowjetische Staatschef Josef W. Stalin wird an der Seite Lenins auf dem Roten Platz in Moskau beigesetzt. Zu den Feierlichkeiten kommen nach Schätzungen rund 1,5 Millionen Menschen.

   31. Januar 1948: Der Leichnam des ermordeten indischen Freiheitskämpfers und Pazifisten Mahatma Gandhi wird verbrannt. An der feierlichen Zeremonie und Versenkung seiner Asche in den Fluten des Ganges nehmen Hunderttausende Menschen teil.

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