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DEUTSCHLAND/WELT

 

09.07.2009

09.07.2009 | L'Aquila (dpa)

Reiche G8 treffen Schwellenländer der G5

Die führenden sieben Industriestaaten und Russland (G8) suchen heute Verbündete im Kampf gegen die gefährliche Erderwärmung. Am zweiten Tag des G8-Gipfels im italienischen L'Aquila treffen die G8-Staats- und Regierungschef ihre Kollegen aus fünf aufstrebenden Nationen.

Zur sogenannten G5 gehören China, Indien, Brasilien, Mexiko und Südafrika. Diese erweiterte Gipfelrunde könnte in Zukunft eine größere Rolle dabei spielen, die globalen Probleme und Krisen in den Griff zu bekommen.

Im Streit mit Teheran um das iranische Atomprogramm setzte die G8 dem Iran eine Frist bis September, um eine Lösung zu finden. «Wir haben uns bemüht hinzunehmen, dass die Sanktionen nicht direkt verschärft werden», sagte Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy am Mittwochabend. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad werde im August seinen Amtseid ablegen und eine Regierung bilden. Bis September gebe es dann einen Monat Zeit. «Es ist an ihnen, die Entwicklung der Dinge zu bestimmen.» Die Regierung in Teheran weigert sich bisher, wie von den UN gefordert die Urananreicherung auszusetzen. Vor allem die USA werfen Teheran vor, heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten.

Es wird mit Spannung erwartet, wie die G5 sowie andere wichtige Industrienationen wie Südkorea, Indonesien und Australien auf die Klimaziele der G8 reagieren werden. Erstmals haben sich die USA - der weltgrößte Klimasünder - unter ihrem neuem Präsidenten Barack Obama auf Ziele im Kampf gegen die Erderwärmung festlegen lassen.

Die G8 wollen, dass sich die Erde - im Vergleich zum Beginn des Industriezeitalters - um weniger als zwei Grad Celsius erwärmt. Geht es zudem nach den G8, sollte der weltweite Ausstoß gefährlicher Treibhausgase bis 2050 um 50 Prozent verringert werden. Die G8 allein müssten dafür die Verschmutzung um 80 Prozent im Vergleich zu 1990 zurückfahren. Kritische Worte zu diesem Klimaziel kamen allerdings aus der russischen Delegation. Dieses Ziel - Verringerung um 80 Prozent - sei für einige Länder «unerreichbar», sagte Arkadi Dworkowitsch, Wirtschaftsberater des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew. «Wir werden dafür nicht unser Wirtschaftswachstum opfern.»

Um bei den Verhandlungen über ein neues Weltklimaabkommen im Dezember in Kopenhagen zu einem Erfolg zu kommen, brauchen die G8 alle aufstrebenden Nationen. Diese sogenannten Schwellenländer beharren darauf, dass ihnen die Industriestaaten mit Milliarden beim Klimaschutz unter die Arme greifen.

Umstritten zwischen den G8 und ihren Partnern ist auch, wie es mit dem Welthandel weitergehen soll. Die G8 wollen die globalen Märkte offenhalten und strikt gegen Protektionismus vorgehen. Die Welthandelsgespräche zur Liberalisierung des Handels müssten rasch abgeschlossen werden, hieß es am Mittwoch in einer Erklärung. Einen Termin nannten die Staats- und Regierungschefs demnach allerdings nicht.   

Die G5 pochen darauf, dass ein Abschluss der Welthandelsrunde vor allem den ärmsten Staaten der Erde zugute kommt. Vor dem Treffen mit den G8 verabschiedeten die G5-Staats- und Regierungschefs eine entsprechende Erklärung. Sie warnten die reichen Industriestaaten davor, mit Staatsbeihilfen deren Volkswirtschaft gegen Wettbewerb zu schützen. Ein Dorn im Auge der G5-Staaten sind auch Exportbeihilfen für Landwirte in Europa und Amerika, die dann die Konkurrenz in Entwicklungsländern mit Dumping-Preisen vom Markt drängten.

Zu den Gipfelgesprächen stoßen später dann auch internationale Organisation dazu, wie Weltbank, Internationaler Währungsfonds und Vereinte Nationen.

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