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DEUTSCHLAND/WELT

 

17.07.2009

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20.07.2009 | Washington (dpa)

Ex-US-Astronauten plädieren für Mars-Mission

 

Mehrere frühere US-Astronauten und ehemalige «Mondfahrer» plädieren für eine Mars-Mission der US-Weltraumbehörde NASA. Der Mars mit seinen Wasservorkommen und möglichen Lebensspuren sei «das ultimative Ziel der Raumfahrt».

 

Das sagten sie am Montag anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der ersten Landung eines Menschen auf dem Mond im NASA-TV. Insgesamt stellten sich sechs Ex-Astronauten, die an Mondmissionen beteiligt waren, in einer Pressekonferenz den Fragen der Journalisten. Mehrfach kritisierten sie Versäumnisse und «verpasste Chancen» der vergangenen Jahrzehnte in der Raumfahrt.

 

US-Präsident Barack Obama empfing am Montag die Mitglieder der Apollo-11-Mission Edwin «Buzz» Aldrin, Neil Armstrong und Michael Collins im Weißen Haus und würdigte ihre Verdienste. «Das Land zieht immer noch Inspiration aus dem, was Sie getan haben», sagte der Präsident. Die drei Astronauten seien «echte amerikanische Helden». «Wir alle sind dankbar für das, was Sie getan haben», sagte Obama.

 

«Die Maxime heißt: Zum Mars und nicht zurück zum Mond», meinte der 79-jährige Aldrin, der am 20. Juli als zweiter Mensch hinter Neil Armstrong den Erdtrabanten betrat, auf der Pressekonferenz. «Auf dem Mond gibt es kein Leben!» Es sei nicht einzusehen, warum man für einen Mars-Flug eine bemannte Mondstation brauche, meinte Aldrin mit deutlicher Kritik an gegenwärtigen NASA-Plänen.

Die derzeitigen NASA-Pläne sehen vor, 2020 zum Mond zurückzukehren, um dort eine ständige Basis zu bauen und bis 2037 zum Mars zu fliegen. Zum möglichen Leben auf dem Mars meinte Aldrin: «Wenn wir dort kein Leben finden sollten, bringen wir es dorthin.»

 

«Wir müssen (zum Mars) fliegen. Wir müssen die Entdeckungen weiter vorantreiben. Wir müssen unsere Optionen prüfen», sagte Ex-Astronaut Thomas Stafford. «Eine Marsmission ist eine Mission, die die Menschen wieder beflügeln kann», sagte James Lovell. Dabei gehe es besonders um die Jugend, die wieder für «Träume im All» gewonnen werden müsse. Früher, während des Kalten Krieges, habe der «Wettlauf im All» mit der Sowjetunion diese stimulierende Wirkung gehabt.

 

Immer wieder ließen die Astronauten Kritik an der Entwicklung der bemannten Raumfahrt in den vergangenen 40 Jahren anklingen und sprachen von einer verpassten Chance. «Wir hätten sehr viel mehr tun können», meinte Aldrin. Die NASA habe es damals nicht wirklich geschafft, die Menschen langfristig für die Raumfahrt zu begeistern. Schuld daran seien aber auch der Vietnamkrieg und die Proteste dagegen gewesen, meinte Aldrin.

 

Einige Astronauten bezeichneten die Internationale Raumstation ISS als einen «weißen Elefanten». Sie verschlinge 100 Milliarden Dollar (72 Milliarden Euro), beflügle aber Forschung und Raumfahrt nicht. Außerdem solle die ISS nach bisherigen Plänen bereits 2015 außer Dienst gestellt und vernichtet werden - lediglich fünf Jahre nach ihrer Fertigstellung. «Dies ist einer der größten Fehler», sagte Ex-Astronaut David Scott.

 


17.07.2009 | Washington (dpa)

Originalaufnahmen der Mondlandung bleiben verschollen

 

40 Jahre nach der Landung des ersten Menschen auf dem Mond sind die Originalaufnahmen des Jahrhundertereignisses noch immer verschwunden.

Auch eine dreijährige Suche nach den Magnetbändern habe bisher keinen Erfolg, sagte Dick Nafzger, der bei der US-Weltraumbehörde NASA für die Aufnahmen verantwortlich war, am Donnerstag in Washington. Ein offizieller Untersuchungsbericht solle in Kürze veröffentlicht werden. Zugleich zeigte die NASA erstmals restaurierte Aufnahmen der Mondlandung vom 20. Juli 1969, die jedoch von TV-Material und Kopien stammen.

Die NASA verfügt über zahlreiche Kopien der damaligen weltweiten Fernsehübertragungen - diese seien jedoch qualitativ schlechter als die Originale. Damals mussten die Original-Bilder, die die beiden US- Astronauten Neil Armstrong und Buzz Aldrin vom Mond an verschiedene Satellitenstationen auf der Erde sendeten, zunächst auf einen Bildschirm übertragen und dann noch einmal von einer Fernsehkamera aufgenommen werden, bevor sie weltweit ausgestrahlt werden konnten. Die TV-Bilder waren dadurch unscharf und verschwommen.

Die NASA bemerkte den Verlust der Originalbänder erst 2005. Bis heute konnte er noch nicht geklärt werden. Insgesamt handele es sich um 45 Bänder, sagte Nafzger. Vermutlich seien sie in den 70er Jahren überspielt worden. Zwei Bänder könnten sich aber noch in Australien befinden, wo sich damals zwei Satellitenstationen befanden, um die sensationellen Mondbilder zu empfangen.

Bei den jetzt vorgestellten Restaurationen handelt es sich um eine digitale Bearbeitung von Kopien, um die Bildqualität zu verbessert. Insgesamt gebe es vier Stunden Bildmaterial. Die Arbeiten sollen bis September beendet werden. «Es wird die Öffentlichkeit, Historiker und die Nationalarchive mit Aufnahmen der bestmöglichen Qualität dieses historischen Ereignisses versorgen», sagte Nafzger.

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