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DEUTSCHLAND/WELT

 

20.07.2009

20.07.2009 | Nachterstedt (dpa)

Keine Hoffnung für Nachterstedt-Opfer

 

Die Einsatzkräfte haben die Suche nach den drei Menschen eingestellt, die nach dem Erdrutsch in Nachterstedt vermisst werden. Es gebe keine Überlebenschancen mehr und keine Möglichkeit, die Opfer zu bergen.

 

Dies sagte Sachsen-Anhalts Innenstaatssekretär Rüdiger Erben (SPD) am Montag in Nachterstedt.

Panzer-Pioniere hatten das Gelände zuvor an der Abbruchkante erkundet. Auch Bergbau-Experten schätzten die Lage am Unglücksort weiterhin als sehr gefährlich ein. In der Nähe der evakuierten Häuser wurden neue Risse im Erdreich entdeckt. «Es ist nicht auszuschließen, dass es zu weiteren Abbrüchen kommt», sagte der Sprecher des Bergbau-Unternehmens LMBV, Uwe Steinhuber.

Über die genaue Unglücksursache herrschte weiter Rätselraten. «Alles was im Raum steht, ist spekulativ», sagte der Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), Steinhuber. Der Freiberger Hydrogeologe Broder Merkel sagte in einem dpa-Gespräch, dass der Grundwasseranstieg bei der Flutung des Sees eine Ursache sein könne. Den Erdrutsch in Nachterstedt bezeichnete er als «Ausnahmefall». An anderen Tagebauseen in Deutschland wurde die Gefahr solcher Unglücke als gering eingeschätzt. «Wir müssen den Bericht und die Untersuchungsergebnisse der Kollegen abwarten», sagte der Chef des Landesbergbauamtes in Brandenburg, Klaus Freytag.

 

Die LMBV sicherte den rund 40 Menschen, die möglicherweise nicht in ihre einsturzgefährdeten Häuser zurückkehren können, finanzielle Hilfe zu. «Wir wollen unbürokratisch und unter Zurückstellung offener rechtlicher Fragen schnell helfen», sagte Steinhuber. Die LMBV will dazu eine Kontaktstelle am Unglücksort einrichten. Auch das Land Sachsen-Anhalt stellte finanziellen Hilfen in Aussicht. Einige der Betroffenen konnten am Sonntagabend kurzzeitig in ihre Häuser zurück, um persönliche Dinge zu holen. Dies habe zur «emotionalen Entspannung» beigetragen, sagte Staatssekretär Erben.

 

Am frühen Samstagmorgen war urplötzlich eine etwa sechs Fußballfelder große Fläche in den See gerutscht und hatte ein Doppelhaus und die Hälfte eines Mehrfamilienhauses mehr als 100 Meter mit in die Tiefe mitgerissen. Wegen der unsicheren Lage verstärkte die Polizei am Montag die Absperrungen an den Ufern des seit einigen Jahren als Freizeitsee genutzten Gewässers. «In der Gefahrenzone besteht Lebensgefahr», sagte ein Polizeisprecher. «Es ist um den See mindestens weiterhin so gefährlich wie bisher, wenn nicht sogar gefährlicher geworden», sagte Erben.

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