• PROGRAMM
  • AKTUELL
  • MEDIATHEK
  • MUSIK
  • SERVICE
  • BERLIN
  • KONTAKT

Anmelden

  • Berlin

  • Deutschland/Welt

  • Sport

  • Polizei Aktuell

  • Rückrufaktionen

  • Jochens Hertha-Tipp

  • BER Aktuell

  • Berlinale

  • Jahresrückblick 2011

  • FIFA Frauen-WM 2011

  • Startseite
  • Aktuell
  • Deutschland/Welt
  • Michael Schumacher

DEUTSCHLAND/WELT

 

31.07.2009

«Notprogramm»: Schumacher schwitzt fürs Comeback

 

Michael Schumacher schwitzt auf dem Rad, trainiert mit seiner alten Nackenmuskulaturmaschine und bereitet sich intensiv auf sein Comeback vor.

Während die Sportwelt von Lance Armstrong bis Franz Beckenbauer einen Tag nach der Ankündigung des Formel-1- Rekordweltmeisters Kopf stand, brachte der Perfektionist schon seinen Körper in Hochform. Die Untersuchung zum Fitnesszustand würde einige Tage in Anspruch nehmen, erklärte der Chefarzt der Sportklinik in Bad Nauheim, Dr. Johannes Peil, der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Wenn Michael nicht so hart in all den vergangenen Monaten gearbeitet hätte, wäre das alles gar nicht möglich.» Bis zum Großen Preis von Europa am 23. August in Valencia werde man ein «Notprogramm» absolvieren. Die Zeit drängt.

Letztlich wird Peil mit seinen Ärzten und Orthopäden dem inzwischen 40 Jahre alten Schumacher endgültig Grünes Licht geben, wenn alle Untersuchungen erfolgreich abgeschlossen wurden. Sein Arbeitgeber Ferrari prüft parallel, ob der 91-malige Grand-Prix- Sieger im Einklang mit dem Reglement wenigstens ein paar Kilometer mit einem Vorjahres-Auto absolvieren darf. Tests sind seit dieser Saison verboten. Mehr als Probesitzen im Cockpit der «Roten Göttin» des verunglückten Felipe Massa, der angesichts seiner Genesung um Renntempo womöglich bereits am 2. August und damit acht Tage nach seinem schweren Unfall das Budapester Militär-Krankenhaus verlassen kann, wird nicht drin sein. Unter anderem muss der Sitz des F60, den Schumacher noch kein einziges Mal pilotierte, neu eingestellt werden.

Wenigstens um seinen neuen Formel-1-Führerschein muss sich Schumacher keine Gedanken machen. Nach dpa-Informationen bekommt der Kerpener die sogenannte Superlizenz. Schumacher, der sein bis dato letztes Rennen am 22. Oktober 2006 in Sao Paulo absolvierte, erfüllt die in Artikel 5.1.2a im Appendix des Internationalen Sporting Code genannten Bedingungen, wonach ein Pilot in den vorhergehenden drei Jahren mindestens 15 Rennen absolviert haben muss. 2006 ging er 18 Mal an den Start. Lediglich die Gebühr muss der Multimillionär noch bezahlen; den Antrag hatte den Regularien entsprechend der Deutsche Motorsport-Bund gestellt.

In der ganzen Motorsport-Szene wird Schumachers Plan nach unzähligen Negativschlagzeilen als Geschenk angesehen. «Das ist das Beste, was der Formel 1 passieren kann und einfach großartig für unseren Sport», sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug, nachdem Schumacher angekündigt hat, aus Verbundenheit zu Ferrari und dem verunglückten Felipe Massa das Cockpit des 28-Jährigen solange zu übernehmen, bis der Brasilianer wieder selbst Gas geben kann.

Nicht wenige trauen dem einstigen Super-Star zu, bei seinem 251. Grand Prix gleich wieder vorne mitzufahren. «Mit Sicherheit kann er erfolgreich zurückkommen. Ich habe ja auch bewiesen, dass man nach vier Jahren Pause als Weltmeister zurückkommen kann», meinte Box-Weltmeister Vitali Klitschko. «Bin so aufgeregt, Michael Schumacher wieder fahren zu sehen. Der Größte aller Zeiten!», twitterte der US- Radstar Armstrong. Beckenbauer kündigte an: «Ab jetzt guck ich wieder jedes Rennen!»

Ex-Weltmeister Niki Lauda, einst selbst Ferrari-Star und erfolgreicher Rückkehrer, warnte in einem Interview mit der dpa vor zu hohen Erwartungen. «Er kennt die Strecke in Valencia nicht, er kennt das Auto nicht, er darf keine Testfahrten machen. Das sind natürlich erschwerte Bedingungen im Vergleich zu seinen Kontrahenten. Dazu kommt, dass der Ferrari kein Top-Auto ist», meinte der Österreicher, der sich von Beginn an für einen Einsatz des einstigen Herrschers ausgesprochen hatte. «Man darf also keine Wunder erwarten. Schumachers Messlatte ist Teamkollege Kimi Räikkönen. An dem müssen wir ihn messen.»

Mit normalen Maßstäben ist der Hype um den siebenmaligen Champion indes nicht zu bewerten. «Ein Fest - der größte Champion aller Zeiten ist wieder da», schrieb «La Gazzetta dello Sport». Die Streckenbetreiber in Valencia reiben sich bereits die Hände und feierten die «historische» Nachricht. Die spanische Hafenstadt dürfte von «Rotkäppchen» regelrecht überschwemmt werden.

Weltmeister Lewis Hamilton blickt dem möglichen Duell mit riesiger Vorfreude entgegen. «Es wäre fantastisch, gegen ihn im Wettbewerb anzutreten. Die ganze Welt wird sein Comeback im Cockpit in Valencia verfolgen und es wird nicht nur faszinierend sein, zu sehen wie er sich auf sein Grand Prix Comeback vorbereitet, sondern es ist auch eine Ehre und ein Privileg für mich, gegen ihn zum ersten Mal in einem Rennen zu fahren», sagte der McLaren-Mercedes-Mann der dpa. Der deutsche Rennfahrkollege Adrian Sutil freut sich ebenfalls auf den möglichen ersten gemeinsamen Grand Prix mit Schumacher und Nico Rosberg findet es «super», dass Schumacher für seinen Kumpel Massa einspringen will.

Die deutschen Fernsehsender RTL und Sky kündigten schon an, ihre Berichterstattung am Grand-Prix-Wochenende ganz auf Schumacher konzentrieren zu wollen und hoffen auf drastische Quotensprünge. In Kerpen, wo Schumacher aufwuchs, herrschte zunächst allerdings noch verhaltene Euphorie. «Ich war sehr überrascht, als ich von der Ankündigung hörte», sagte Bürgermeisterin Marlies Sieburg.

Die Hysterie um das spannende Duell zwischen Schumacher und seinem designierten Nachfolger Sebastian Vettel ist Teil der TV-Strategie. Der WM-Titelkandidat aus Heppenheim, vom Boulevard gern als «Baby- Schumi» bezeichnet, will sich von der Rückkehr seines Landsmanns indes nicht vom Kurs abbringen lassen, auch wenn es zum ersten Kampf der Generationen bei einem Grand Prix kommen wird. «Duelle gibt es jeden Sonntag, wenn um 14.00 Uhr die Startlampen ausgehen», betonte der Red-Bull-Pilot, «dann tritt jeder gegen jeden an und der Beste gewinnt.»

Kommentare

Mediathek
  • Impressum
  • AGB
  • Werbung
  • Newsletter
  • Kontakt
  • Linktipps
  • Datenschutz
  • Sitemap