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DEUTSCHLAND/WELT

 

04.08.2009

04.08.2009 | Bangkok/Hamburg (dpa)

Flugzeug auf Ferieninsel Ko Samui verunglückt

 

Bei einem schweren Unwetter auf der thailändischen Urlaubsinsel Ko Samui ist am Dienstag ein Flugzeug während der Landung verunglückt. Der Pilot kam dabei ums Leben, sechs Passagiere wurden verletzt. Vier Deutsche unter den 68 Fluggästen kamen mit dem Schrecken davon.

 

Die riesigen, grünen Palmenblätter auf dem Heck der weißen Propellermaschine der Bangkok Airways verströmen entspannte Tropenatmosphäre. Riedgedeckte, offene Gebäude mit Korbsesseln erwarten die Gäste an dem kleinen Flughafen, der für sich als der schönste der Welt wirbt. Doch dann bringen am Dienstag stürmische Winde und heftiger Regen die zweimotorige Propellermaschine bei der Landung ins Straucheln. Der Pilot verliert die Kontrolle, das Flugzeug rutscht von der Rollbahn - direkt in einen stillgelegten Kontrollturm. Der Pilot überlebt das Manöver nicht, sechs ausländische Touristen werden verletzt. Die übrigen der 68 Passagiere sowie vier Besatzungsmitglieder kommen mit dem Schrecken davon.

Schnell machen am Dienstag kurz nach der missglückten Landung um 14.30 Uhr Ortszeit Meldungen von zehn Toten und etwa 40 Verletzten die Runde. Doch am späten Nachmittag teilt die Fluggesellschaft Bangkok Airways offiziell mit: Der Pilot kam bei dem Unfall ums Leben, sechs ausländische Passagiere erlitten Verletzungen. «Zwei Briten, ein Schweizer und ein Italiener brachen sich die Beine», sagt der Präsident der Fluggesellschaft, Puttipong Prasarttong-Osothy. Zwei Briten wurden leicht im Gesicht verletzt. Unter den Passagieren befanden sich zahlreiche Ausländer - neben Deutschen, Briten, Italienern und Schweizern auch Dänen und Iren.

 

Puttipong entschuldigt sich bei den Passagieren und spricht den Opfern sein tiefes Bedauern aus. Auch erklärt er, dass der ums Leben gekommene Pilot ein sehr erfahrener Kollege gewesen sei. Er habe 19 Jahre für Bangkok Airways gearbeitet und sei 14 Jahre die Maschine des Typs ATR 72 geflogen. Dann kündigt er umfangreiche Untersuchungen an.

Dort, wo einst die Lotsen im Tower den Flugverkehr des 1989 eröffneten Airports beobachteten und inzwischen Feuerwehrwagen geparkt sind, steckt nun der Bug des weißen Urlaubsfliegers. Mit Leitern gelangen Retter an das Cockpit, sichern das Gebäude und befreien den Co-Piloten, der im Cockpit der Maschine eingeklemmt liegt. 13 Flüge müssen an dem Tag abgesagt werden. Doch Präsident Puttipong versichert: «Noch am späten Dienstagabend wird die Rollbahn wieder freigegeben.»

 

Der 1968 als Sahakol Air gegründeten privaten Fluggesellschaft Bangkok Airways gehört der Samui Airport, den sie auch betreibt. Dort ereignete sich auch der bis Dienstag einzige Unfall der Airline. Im November 1990 war eine zweimotorige Maschine bei heftigem Regen gelandet und dabei verunglückt. Damals starben alle 38 Menschen an Bord.

 

Die südthailändische Tropeninsel Ko Samui ist ein beliebtes Urlaubsziel. Knapp 250 Quadratkilometer ist sie groß und damit mit der Ostsee-Insel Fehmarn zu vergleichen. Paradiesische Sandstrände und Millionen Kokospalmen prägen das Bild der Insel im Golf von Thailand, die etwa 35 Kilometer vom Festland und 480 Kilometer südlich von Bangkok liegt. Etwa 36 000 Menschen leben dort. Bis zu den 80er Jahren war Ko Samui vor allem Ziel für Aussteiger und Rucksacktouristen. In den vergangenen Jahren hielt immer mehr der Pauschaltourismus Einzug. Von dem verheerenden Tsunami, der andere Regionen verwüstete, blieb die Insel 2004 verschont.

 




04.08.2009 | Hamburg (dpa)

Hintergrund: Flugzeugunglücke bei der Landung

Regen, Sturm und schlechte Sicht - hunderte Menschen sind bei missglückten Landungen verletzt oder getötet worden. Einige Fälle:

24. Juli 2009: Eine Iljuschin 62 der iranischen Gesellschaft Aria Airways mit 153 Reisenden an Bord rast im Nordosten des Landes über die Rollbahn hinaus in eine Mauer. 16 Menschen kommen ums Leben, 29 werden verletzt. Ursache war vermutlich zu hohes Tempo bei der Landung.

10. Juni 2008: Ein mit 214 Menschen besetzter Airbus A310 der Sudan Airways rutscht in der sudanesischen Hauptstadt Khartum bei schlechten Wetterbedingungen über die Landebahn hinaus und geht in Flammen auf. Mindestens 171 Menschen können sich aus den brennenden Trümmern retten.

30. Mai 2008: Ein Airbus A320 der salvadorianischen Fluggesellschaft Taca schießt in Tegucigalpa (Honduras) über die nasse und zu kurze Landebahn hinaus auf eine Straße. Dort stößt die Maschine mit mehreren Autos zusammen, ehe sie gegen einen Hang prallt. 127 der 130 Flugzeuginsassen überleben.

17. Juli 2007: Ein Airbus A320 der brasilianischen Fluggesellschaft TAM mit 186 Menschen an Bord rast mitten in der Millionenmetropole Sao Paulo über die regennasse Landebahn des Flughafens Congonhas hinaus. Er rutscht über eine Hauptstraße in eine Tankstelle und ein Geschäftsgebäude. Bei dem schwersten Flugzeugunglück in der Geschichte Brasiliens sterben 200 Menschen.

7. März 2007: Auf der indonesischen Insel Java können sich 119 der 140 Insassen aus einer brennenden Maschine retten. Die Boeing 737 der Fluggesellschaft Garuda war in Yogyakarta mit brennenden Reifen über die Landebahn hinaus geschlittert und in einem Reisfeld zum Stehen
gekommen.

2. August 2005: Wie durch ein Wunder überleben alle 309 Insassen einer Air-France-Maschine eine Bruchlandung in Kanada. Die Maschine geht in Flammen auf, während die Passagiere um ihr Leben laufen. Der aus Paris kommende Airbus A340 war in einem Gewittersturm mehr als 200 Meter über die regennasse Landebahn in Toronto hinausgeschossen.

6. März 2000: Eine Boeing 737 mit 142 Menschen an Bord verunglückt auf dem US-Flughafen Burbank (Los Angeles). Die Maschine der South-West Airlines schießt über das Ende der Landebahn hinaus, schlittert knapp an einer Tankstelle vorbei und kommt erst auf einer sechsspurigen Straße zum Stehen. Sechs Insassen werden verletzt.

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