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DEUTSCHLAND/WELT

 

07.08.2009

07.08.2009 | Gießen (dpa)

Mutmaßlicher Kinderschänder leitete Jugendgruppen

Der mutmaßliche Kinderschänder, der sich am Donnerstag der Polizei gestellt hat, war in seiner Heimatstadt Mayen in der Eifel Übungsleiter für Jungen im Alter von vier bis zwölf Jahren. Der Mann leitete in einem Sportverein Jugendgruppen für Turnen und Leichtathletik.

Es sei nicht auszuschließen, dass es noch mehr Opfer gibt, erklärte die Staatsanwaltschaft in Gießen am Freitag. Außerdem gab es gegen den 37-Jährigen, der sich nach einer massiven Öffentlichkeitsfahndung im bayerischen Sonthofen gestellte hatte, bereits 2006 ein Verfahren wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern. In diesem Verfahren in Daun in der Vulkaneifel tauchten laut Staatsanwaltschaft zwei Namen möglicher Opfer auf, die auch bei der Fahndung eine Rolle spielten: Pascal und Marcel.

Das Verfahren in Daun sei eingestellt worden, weil die Geschädigten keine Aussagen machen wollten, sagte der Trierer Oberstaatsanwalt Ingo Hromada am Freitag der dpa. Es sei inzwischen an die Staatsanwaltschaft Gießen abgegeben worden, möglicherweise werde es neu aufgerollt.

Der 37-Jährige soll mehrere Jungen im Alter von fünf bis sieben Jahren schwer missbraucht haben. Videos davon gab es im Internet. Ein Junge wird in einem der Videos «Marcel» genannt, ein anderer «Pascal». Die Aufnahmen wurden nach Darstellung des Bundeskriminalamtes (BKA) mit hoher Wahrscheinlichkeit vor allem im Jahr 2006 gedreht - also in dem Jahr, in dem das Verfahren in Daun lief.

Am Mittwochabend hatte die ZDF-Sendung «Aktenzeichen xy ... ungelöst» über den Fall berichtet. Das BKA veröffentlichte für die Fahndung Fotos, Teile der Videos und Stimmproben des Gesuchten. In einem der Videos wird er «Christoph» oder «Christof» genannt. Der Mann war auf den Bildern klar zu erkennen. Bis Donnerstagmittag trafen rund 25 Hinweise bei den Ermittlungsbehörden ein; der Name des 37-Jährigen wurde in mehreren genannt, sagte die Staatsanwaltschaft Gießen.

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