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DEUTSCHLAND/WELT

 

13.08.2009

13.08.2009 | München (dpa)

Escada meldet Insolvenz an!

 

Der Damenmodekonzern war wegen hoher Verluste, Umsatzrückgängen und einer drückenden Schuldenlast in Schieflage geraten. Auch der frühere Hugo-Boss-Manager Bruno Sälzer, der im vergangenen Jahr nach mehreren Wechseln an der Führungsspitze den Chef-Posten bei Escada übernahm, hatte die Insolvenz nicht abwenden können. Er hofft nun darauf, dass der Konzern eine Zukunft hat. Am Vortag hatte er angekündigt, sein operatives Konzept zur Neuausrichtung des Unternehmens dem vorläufigen Insolvenzverwalter vorzustellen.

In einem wochenlangen Ringen hatte Escada mit einem finanziellen Notplan sein Überleben sichern wollen und dabei auch große Opfer von den Anlegern einer Anleihe verlangt. Weil sich aber weit weniger Anleger als nötig für ein Umtauschangebot für die Anleihe entschieden, scheiterte der Plan. Vorstand und Aufsichtsrat hatten deshalb in den vergangenen Tagen bereits die Vorbereitungen für die Insolvenz getroffen.

 

Die IG Metall warf der früheren Escada-Führung nach dem Insolvenzantrag am Donnerstag Managementfehler vor.

Die Pleite sei keine Folge der Wirtschaftskrise, sondern habe ihre Ursache in hausgemachten Problemen, erklärte der stellvertretende Escada-Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Wagner von der IG Metall Bayern am Donnerstag in München. Im Gegensatz zu anderen renommierten Modehäusern sei es Escada in den vergangenen Jahren nicht gelungen, Modelle und Passformen zu entwerfen, die Anklang bei den Kunden fänden. Die derzeitige Krise sei daher «allenfalls der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt».

 

Auf den vorläufigen Insolvenzverwalter komme jetzt wegen der Komplexität des Unternehmens eine schwierige Aufgabe zu.

Er dürfe nicht einfach nur die Markenrechte verkaufen, um die Gläubiger zu befriedigen, sondern müsse auch an die Arbeitsplätze denken, forderte die Gewerkschaft.

 

Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2008/09 (31. Oktober) war der Umsatz bei Escada um 16 Prozent auf 248 Millionen Euro gesunken, der Verlust lag bei 91,7 Millionen Euro nach 8 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

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