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  • Wald- und Buschbrände

DEUTSCHLAND/WELT

 

24.08.2009

24.08.2009 | Athen (dpa)

Kampf gegen die Brände bei Athen - erste Erfolge

Die Feuerwehren bekommen die seit etwa fünf Tagen wütenden Wald- und Buschbrände nördlich von Athen offenbar langsam unter Kontrolle. «Die Brände dauern an. Sie sind aber nicht mehr so heftig wie in den vergangenen Tagen», sagte der Sprecher der Feuerwehr Giannis Kapakis am Montag im Fernsehen. Die Lage bleibe aber ernst. Der intensive Einsatz von Löschflugzeugen, darunter auch vier Maschinen aus Frankreich und Italien, habe jetzt offenbar Wirkung gezeigt. Insgesamt loderten zeitweise 140 Brandherde im Norden der griechischen Hauptstadt. Die Feuerfront war am Sonntag bis auf 15 Kilometer an die Vororte vorgedrungen. Die dichte Rauchwolke, die in den vergangenen drei Tagen über Athen stand, hatte sich am Montagnachmittag zum Teil aufgelöst. Dies zeigten auch neueste Satellitenbilder.

Für die Menschen in den betroffenen Regionen war die Situation am Montag allerdings kaum merklich besser. Zahlreiche Menschen klagten weiterhin über Atembeschwerden wegen der Rauchschwaden. In der Nähe des Kleinhafens von Porto Germeno rund 70 Kilometer westlich Athens tobte sogar ein neuer Waldbrand. Viele Einwohner flüchteten in Panik vor den Flammen. Sie nahmen ihre Ziegenherden mit und brachten sie zur Küste. Die Küstenwache schickte drei Patrouillenboote, um im Ernstfall die Einwohner vom Meer aus zu retten. Im Osten Athens kämpften Rettungskräfte mit Löschflugzeugen am Nachmittag gegen Feuerfronten nahe der Ortschaften Nea Makri und Pikermi. Gefährliche Brände tobten auch auf den Inseln Euböa, Skyros und Zakynthos. Schätzungen der Regierung zufolge wurden bislang zwischen 150 und 200 Quadratkilometer Wald, Buschland und landwirtschaftlich genutztes Land sowie dutzende Häuser zerstört.

Die Löschmannschaften wurden besonders durch die starken Winde behindert. «In der Nacht werden die Winde weiter nachlassen», lautete die erfreuliche Nachricht des Meteorologischen Amtes. «Die Lage wird morgen (Dienstag) etwas besser sein», sagte dessen Chef Dimitris Ziakopopoulos.

In den brennenden Gebieten waren am Montag nach Feuerwehrangaben 16 Löschflugzeuge und neun Hubschrauber im Einsatz. Die Maschinen holten aus dem Meer Wasser und kehren damit zum Festland zurück. Die Piloten einer Maschine entkamen nur knapp einem schweren Unfall. Ihre Maschine verlor eine Schwimmkufe beim Versuch Wasser aus dem Meer vor der Ostküste Athens zu tanken.

Bürgermeister aus den Katastrophengebieten sprachen immer wieder von Brandstiftungen. Bodenspekulanten versuchten, den Wald zu zerstören, sagten sie. Wenige Monate oder Jahre nach den Bränden, würden die verbrannten Gebiete für den Bau von Häusern freigegeben. Ein Bürgermeister sprach von «Vetternwirtschaft». Die bürgerliche Regierung in Athen hat unterdessen Entschädigungen für alle versprochen, die ihr Hab und Gut durch die verheerenden Brände verloren haben. Dies teilte am Montag der griechische Regierungssprecher Evangelos Antonaros mit. «Wir werden Bilanz ziehen unmittelbar nachdem alle Brände gelöscht sind. Dann werden wir die Opfer entschädigen», sagte der Regierungssprecher im Radio.

Die Umweltstiftung WWF warf indes Griechenland vor, beim Brandschutz versagt zu haben. «Griechenland hat nichts gelernt aus dem Katastrophensommer 2007», sagte die WWF-Waldexpertin Nina Griesshammer. Nach wie vor fehle ein flächendeckendes Netz von Wasserzugängen. Außerdem gebe es viel zu wenig Brandschutzschneisen. Vor zwei Jahren waren bei verheerenden Feuern in Griechenland 77 Menschen ums Leben gekommen.
   Die meisten Griechenlandurlauber sind bislang von den Waldbränden nicht betroffen. Nach Angaben des größten deutschen Reiseveranstalters TUI würden etwa 99 Prozent der Gäste nicht über Athen fliegen. Auch Städtereisen seien im Sommer nicht gefragt.

 

Internet: www.sat24.com/gr


 

Chronologie: Verheerende Wald- und Buschbrände

 

Wald- und Buschbrände verwüsten oft ganze Landstriche. Dabei kommen häufig auch Anwohner und Feuerwehrleute ums Leben. Verheerende Brände der vergangenen Jahre:

Mai/August 2009 - USA: Gleich zwei Mal wüten die Flammen in diesem Jahr in Kalifornien. Im Mai werden bei Santa Barbara 77 Häuser, darunter Luxusvillen, zerstört, 22 Feuerwehrleute werden verletzt. Mitte August sind 2000 Menschen 100 Kilometer südlich von San Francisco auf der Flucht.

Februar 2009 - AUSTRALIEN: Bei den verheerendsten Buschbränden in der Geschichte des Kontinents kommen nördlich von Melbourne 201 Menschen ums Leben. Eine Million Tiere sterben, 1800 Häuser werden zerstört, 7000 Menschen werden obdachlos.

Juli 2008 - USA: In Kalifornien brechen schwere Feuer aus. Bis November vernichten mehr als 1700 einzelne Wald- und Buschbrände eine Fläche von insgesamt 340 000 Hektar. Etwa 20 000 Feuerwehrleute sind zum Teil wochenlang im Einsatz.

Oktober 2007 - USA: In Südkalifornien zerstören Flammen mindestens 1500 Häuser und legen etwa 172 000 Hektar Wald und Buschland in Schutt und Asche. Mindestens 17 Menschen kommen ums Leben. Zeitweise sind etwa eine Million Menschen auf der Flucht.

August 2007 - GRIECHENLAND/ITALIEN: Verheerende Brände kosten in Griechenland 77 Menschen das Leben. Besonders auf der Halbinsel Peloponnes vernichten die Flammen rund 184 000 Hektar Land und bedrohen die antiken olympischen Spielstätten. In Süditalien sterben bei Wald- und Buschfeuern mindestens 13 Menschen.

August 2006 - GRIECHENLAND: Auf der Halbinsel Chalkidiki sterben bei Bränden zwei Menschen, darunter ein deutscher Tourist. 5000 Hektar Wald, Busch- und Ackerland werden zerstört. Auch auf der Halbinsel Peloponnes toben Feuer.

August 2006 - SPANIEN: Weit mehr als 1000 einzelne Brände vernichten im nordwestspanischen Galicien 70 000 Hektar Wald- und Buschland. Vier Menschen sterben. Nur gut hundert Kilometer entfernt wurden zuvor im Juli im Nordosten Portugals sechs Feuerwehrleute im Kampf gegen einen kleineren Waldbrand getötet.

März 2006 - USA: Nahe der texanischen Stadt Amarillo wüten auf 284 000 Hektar Busch- und Waldbrände. Elf Menschen sterben. Seit Ende Dezember brannten in Texas schon 1,4 Millionen Hektar Land nieder.

August 2005 - PORTUGAL/SPANIEN: In verschiedenen Landesteilen sterben bei rund 50 Feuersbrünsten 16 Menschen. Mehr als 200 000 Hektar Wald werden vernichtet. In Spanien kommen bei mehreren Waldbränden im Juli und August insgesamt 13 Menschen ums Leben. Rund 100 000 Hektar Wald gehen in Flammen auf.

Januar 2005 - AUSTRALIEN: Neun Menschen verbrennen bei Buschbränden auf Eyre Peninsula (Bundesstaat South Australia).

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