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DEUTSCHLAND/WELT

 

27.08.2009

27.08.2009 | Frankfurt/Main (dpa)

Experten korrigieren Wachstumsprognosen nach oben

 

Konjunkturexperten führender Banken und Forschungsinstitute korrigieren nach den jüngsten leicht positiven Konjunkturdaten ihre Wachstumsprognosen für Deutschland nach oben.

 

Die Deutsche Bank rechnet nach einem Bericht der «Frankfurter Rundschau» inzwischen mit einem Wachstum von 1,4 Prozent im kommenden Jahr, nachdem sie zuvor 0,4 Prozent vorhergesagt hatte. Für dieses Jahr erwartet sie ein Minus von 5,2 Prozent statt sechs Prozent. Auch Christian Dreger, Konjunkturchef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), kündigte eine Korrektur nach oben an. Erwartete das DIW bisher für 2009 ein Schrumpfen der Wirtschaft um 6,4 Prozent, so hält es mittlerweile ein Minus von fünf bis sechs Prozent für realistisch. Auch die Wachstumsrate von 0,5 Prozent für das kommende Jahr sei zu niedrig angesetzt, meinte Dreger.

 

Von der Tendenz her wird dies bei der Dekabank und bei Goldman Sachs ähnlich gesehen. Auch die Aussichten für den Arbeitsmarkt hellten sich damit auf. Das Horrorszenario von fünf Millionen Arbeitslosen im nächsten Jahr sei vom Tisch, sagte Andreas Scheuerle von der Dekabank der Zeitung.

 

Andererseits warnen die Experten vor Euphorie. «Wir sehen eine Phase der Stabilisierung», betonte DIW-Konjunkturexperte Dreger. «Insgesamt aber wird sich Deutschland eher langsam aus der Krise herausbewegen.» Gustav Horn, Chef des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung in der Hans-Böckler-Stiftung, sieht die deutsche Wirtschaft auf einem mühseligen Weg: «Das ist noch nicht der Aufschwung.» Deutschland sei nach dem scharfen Absturz auf der Talsohle gelandet. «Jetzt steht kein steiler Aufstieg bevor, sondern eine lange Talwanderung.»

 


27.08.2009 | Nürnberg (dpa)

Verbraucherstimmung hellt sich weiter auf

 

Einen Monat vor der Bundestagswahl hat sich die Verbraucherstimmung in Deutschland weiter verbessert. Die Konsumenten gäben ihren Konjunkturpessimismus mehr und mehr auf, teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Donnerstag in Nürnberg mit.

Wegen der sehr geringen Inflation bleibe mehr Geld im Portemonnaie übrig. Dies drücke sich in steigenden Einkommenserwartungen aus. Stabile oder sogar rückläufige Preise sowie ein verhältnismäßig stabiler Arbeitsmarkt sorgten dafür, dass auch die Kauflaune zulege.

Für das Konsumklima prognostiziert die GfK im September einen Wert von 3,7 Punkten nach 3,4 Punkten im August. Vor einem Jahr waren es lediglich 1,8 Punkte gewesen. «Damit erweist sich das Konsumklima derzeit als wesentliche Stütze der deutschen Konjunktur», berichtete die GfK.

Die Konjunkturerwartungen der Bundesbürger lassen den Angaben zufolge das Rezessionstief vom Jahresanfang immer weiter hinter sich. Der Indikator stieg im August bereits zum fünften Mal in Folge und liegt mehr als 14 Punkte über dem Vorjahreswert. Die Talfahrt der Wirtschaft scheine gestoppt, die weltweit aufgelegten Konjunkturprogramme zeigten Wirkung.

Die Einkommenserwartung verzeichnete den dritten Anstieg in Folge. Die Senkung der Krankenversicherungsbeiträge und Entlastungen bei der Einkommenssteuer sind laut GfK ebenso dafür verantwortlich wie die geringe Inflation und niedrige Preise. «Diese Entwicklungen überlagern im Moment offenbar mögliche Ängste um den Arbeitsplatz», erläuterte die GfK.

Die Bürger sind deshalb stärker als noch im Vormonat bereit, Geld für größere Anschaffungen auszugeben. Der entsprechende Indikator kletterte auf den höchsten Wert seit dem Dezember 2006. «Vor allem das niedrige und teilweise sinkende Preisniveau stützt die Konsumneigung», hieß es. Zudem bleibe der Arbeitsmarkt angesichts der Krise bisher erstaunlich robust.

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