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DEUTSCHLAND/WELT

 

09.09.2009

10.09.2009 | Istanbul (dpa)

Aufräumarbeiten nach Springfluten in Istanbul

 

Nach der schwersten Unwetter-Katastrophe seit Jahrzehnten haben im Großraum Istanbul die Aufräumarbeiten begonnen. Die Behörden setzten schwere Baumaschinen ein, um die von den Fluten weggespülten Fahrzeuge zu bergen und Straßen wieder passierbar zu machen.

 

Unterdessen räumten türkische Politiker Versäumnisse ein. Die weit verbreitete Duldung illegaler Bautätigkeiten habe die Lage verschlimmert. In den Springfluten waren am Dienstag und Mittwoch im Großraum Istanbul mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen.

Für das Unglück seien Menschen verantwortlich, nicht die Natur, sagte der Oberbürgermeister von Istanbul, Kadir Topbas. Er forderte größere Sorgfalt bei der Auswahl von Standorten für Bauten. Experten hatten kritisiert, es sei auch in Flussbetten gebaut worden. In anderen Ländern hätten Regenstürme nicht solche Folgen, sagte Transportminister Benali Yildirim. In der Türkei würden erst illegal Wohngebäude errichtet, dann werde die nötige Infrastruktur gebaut. Bürger und Behörden hätten Fehler gemacht.

 

24 Menschen starben allein im Stadtgebiet von Istanbul, hatten die Behörden am Mittwoch mitgeteilt. Medien berichteten, das Wasser sei «wie ein Tsunami» gekommen. Türkische Fernsehsender zeigten dramatische Bilder von Menschen, die in den Fluten ums Überleben kämpften. Autos und Kleinlaster wurden weggespült oder trieben im Wasser. Mehrere Hauptstraßen und zwei Autobahnen Richtung Griechenland und Bulgarien waren zeitweise unpassierbar.

 

In einigen Teilen der Nordwest-Türkei waren die stärksten Regenfälle seit Jahrzehnten gemessen worden. Seit Dienstag waren pro Quadratmeter 220 Liter Wasser niedergegangen, teilten die Behörden mit. Im ganzen September habe es im Schnitt der vergangenen Jahre jeweils 35 Liter pro Quadratmeter geregnet. Der türkische Meteorologe Mehmet Caglar sagte, solche ungewöhnlich heftigen Regenfälle seien eine Folge des Klimawandels.

 


09.09.2009 | Istanbul (dpa)

31 Tote bei Springfluten in Nordwest-Türkei

 

Bei der schwersten Unwetter-Katastrophe seit Jahrzehnten sind im Großraum Istanbul mindestens 31 Menschen in Springfluten ums Leben gekommen.

 

24 Menschen starben allein im Stadtgebiet der Millionen-Metropole. Braune Fluten wälzten sich bis zu zwei Meter hoch über eine Autobahn und ein Industriegebiet. Verzweifelte Menschen retteten sich auf Dächer und Bäume. Von dort mussten sie mit Polizei- und Armeehubschraubern gerettet werden. «Es ist das größte Unglück der vergangenen Jahre», sagte der Provinz-Gouverneur von Istanbul, Muammer Güler.

Medien berichteten, das Wasser sei «wie ein Tsunami» gekommen. Türkische Fernsehsender zeigten dramatische Bilder von Menschen, die in den Fluten ums Überleben kämpften. Autos und Kleinlaster wurden weggespült oder trieben im Wasser. Mehrere Hauptstraßen und zwei Autobahnen Richtung Griechenland und Bulgarien waren zeitweise unpassierbar. Rettungsteams fanden Leichen an einer überspülten Autobahn und auf einem Parkplatz für Lastwagen.

 

Rettungsteams mussten im Großraum Istanbul Dutzende Menschen aus Häusern und Autos retten. Die Fluten zerstörten im europäischen Teil der Türkei Brücken und Straßen. Hunderte Häuser wurden beschädigt. Eingeschlossene kletterten auf Hausdächer, um dem Wasser zu entkommen. Oft kam die Hilfe zu spät. Ein Mädchen wurde von den Fluten weggespült, während sich ihre Mutter und ihre Schwester aus einem von den Fluten erfassten Auto retten konnten. An mehreren Stellen soll es Plünderungen gegeben haben.

 

In einigen Teilen der Nordwest-Türkei waren die stärksten Regenfälle seit Jahrzehnten gemessen worden. Seit Dienstag waren pro Quadratmeter 220 Liter Wasser niedergegangen, teilten die Behörden mit. Im ganzen September habe es im Schnitt der vergangenen Jahre jeweils 35 Liter pro Quadratmeter geregnet. Der türkische Meteorologe Mehmet Caglar sagte, solche ungewöhnlich heftigen Regenfälle seien eine Folge des Klimawandels.

 

Experten kritisierten aber auch Istanbuler Behörden, denen es nicht gelungen sei, die Bautätigkeit in den von Überschwemmung gefährdeten Gebieten zu unterbinden - etwa in Flussbetten. Aus den ländlichen Gebieten der Türkei wandern nach wie vor viele Menschen in die Metropolen ab. In Istanbul sollen in einigen Stadtteilen bis zu 90 Prozent der Gebäude illegal errichtet worden sein. Es gebe schwere Schäden an der Infrastruktur, sagte der Minister für Öffentliche Arbeiten und Hausbau, Mustafa Demir.

 

Die Regenfälle und starken Winde hatten am Montag eingesetzt. Am Dienstag waren im Nordwesten des Landes bereits neun Menschen in den Fluten ertrunken. Meteorologen haben weitere Regenfälle vorausgesagt. Erst zum Wochenende hin soll es trockener werden

 

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