DEUTSCHLAND/WELT
10.09.2009

Zum 10.09.2009 | München (dpa)
Wickies Triumph über die starken Männer
Wickie ist ein Held - für die Kinder der 1970er Jahre ebenso wie für heutige Mädchen und Jungen. 1974 trat die Zeichentrickserie nach den Romanen von Runer Jonsson ihren Siegeszug in alle Welt an.
Noch heute laufen die 78 Folgen im Fernsehen, in denen Wickie die Bewohner seines Dorfes Flake vor Unheil rettet, listig gegen den Schrecklichen Sven kämpft oder Vater Halvar und dessen ungehobelte Mannen befreit. Nun sind «Wickie und die starken Männer» mit einem neuen Abenteuer im Kino zu bewundern, mit echten Schauspielern und aufwendigen Kulissen. Am 9. September startet der Streifen von Michael Bully Herbig - ein unterhaltsamer und äußerst spannender Familienfilm.
Bislang begeisterte der Regisseur seine Fans mit parodistischen Spaßfilmen wie «Der Schuh des Manitu» oder «(T)Raumschiff Surprise». Nun also eine neue Art Bully-Film - ohne Schenkelklopfer-Witze und Gag-Feuerwerke, stattdessen mit feindosiertem Humor. Herbigs Wickie ist ein Rebell, der mit seiner Ängstlichkeit so gar nicht dem Ideal seines Vaters entspricht. Doch über Halvars Vorstellungen setzt er sich selbstsicher hinweg. Mit Witz, Charme und Verstand beweist Wickie, dass Köpfchen über Kraft geht und dass auch Kleine den Großen durchaus überlegen sein können.

Mit der Constantin Film («Der Baader Meinhof Komplex») im Rücken und einem zweistelligen Millionenbudget entstand am oberbayerischen Walchensee, auf Malta und in den Bavaria Filmstudios bei München der teuerste deutschsprachige Film im Bereich Familienunterhaltung. Dass der Film an den Kinokassen den hohen Erwartungen gerecht wird, daran zweifeln die Produzenten nicht. Sie setzen auf die Zugkraft des Namens Bully, der in den vergangenen Jahren Millionen Zuschauer anlockte, und auf den Kultstatus, den Wickie bei Kindern ebenso wie bei Kindheits-Nostalgikern zwischen 20 und 40 genießt.
Wer die Zeichentrickserie kennt, wird deshalb auch bekannte Elemente wiederentdecken. Doch die Hauptgeschichte ist neu. Die Besatzung eines Geisterschiffs überfällt Flake und raubt alle Kinder. Nur Wickie bleibt zurück. Mit Halvar, Snurre, Tjure, Ulme, Faxe, Gorm und Urobe macht er sich auf, Ylvie (Mercedes Jadea Diaz) und die Anderen zu befreien. Bei der abenteuerlichen Fahrt übers Meer treffen sie den Schrecklichen Sven und Wickie verschwindet. Dafür retten die Wikinger die bildhübsche Lee Fu (Ankie Beilke) aus den Fluten. Sie stürzt Faxe in Liebeswirren, weiß aber einiges über das Geisterschiff. Kommentiert wird alles vom Reporter des königlich-spanischen Depeschendienstes, Ramon Martinez Congaz (Herbig).

Star des Films ist Jonas Hämmerle («Das Morphus Geheimnis»). Als Wickie trifft er die Mischung aus frech und ängstlich, die den Schlaukopf schon in der Serie so liebenswert macht. Gegen 600 Kinder hatte sich der elfjährige Berliner beim Casting durchgesetzt - nicht zuletzt, weil er sich nicht vom Schrecklichen Sven einschüchtern ließ. Dabei macht Günther Kaufmann der Piratenrolle mit dröhnender Stimme, schwarzen Zottelhaaren und Vollbart alle Ehre. Ihm zur Seite stehen der stotternde Pi-Pi-Pi-Pirat (Jürgen Vogel) und sein trotteliger Gehilfe Pokka (Christoph Maria Herbst). Waldemar Kobus dagegen ist wunderbar als polternder Halvar. Hingebungsvoll leidet er, wenn sein Sohn als Schwächling geschmäht wird. Doch wenn Wickie den Wikingern mit Köpfchen aus der Patsche hilft, zerfließt Halvar vor Rührung und Vaterstolz.

Auch die sechs starken Männer füllen ihre Rollen mit Hingabe aus. Mit ihrem Casting auf ProSieben hatte sich der mediengewandte Herbig schon vor Drehbeginn große Aufmerksamkeit gesichert. Gut besetzt ist vor allem der schwergewichtige Faxe mit dem Maschinenbautechniker Jörg Moukaddam - ein Laie, ebenso wie der Autoverkäufer Patrick Reichel (Ulme). Moukaddam kann immer noch nicht so recht glauben, dass er nun im Rampenlicht steht. Dass das Interesse auch an seiner markanten Leibesfülle liegen könnte, nimmt er mit Humor: «Es ist für mich persönlich überraschend bis zum jetzigen Zeitpunkt, dass es gar nicht aufhört mit den Angeboten. Sicherlich sind die figurbezogen, nehmen sie so, wie es ist, ich kann mich dem nicht entziehen.»

Wickie und die starken Männer
Genre: Komödie/Familienfilm
Produktion: Deutschland 2009
Laufzeit: 85 Minuten
Regie: Michael Bully Herbig
Darsteller: Jonas Hämmerle, Waldemar Kobus, Michael Bully Herbig
FSK: ohne Altersbeschränkung
Kinostart: 10. September 2009
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Regisseur Bully Herbig («Der Schuh des Manitu») erweckt die beliebte Zeichentrickfilmfiguren aus den Siebzigern zum Leben: Wickie, der kleine, nachdenkliche Wikingerspross, ist so ganz anders als seine wilden, lauten, unerschrockenen Vorfahren.
Aber er ist auch megaschlau und seinen Landsleuten, die erst zuschlagen und dann nachdenken, oft überlegen. Das hilft gewaltig, als eines Tages das Dorf von einer wilden Horde mit gruseligen Drachenmasken überfallen wird und alle Kinder verschleppt werden - bis auf Wickie, der in einem Baumwipfel hockt und verschont bleibt. Klar, dass die Wikinger nun tätig werden: Mit Vater Halvar (Waldemar Kobus) und seinen Mannen stechen sie in See, um die Kinder zu befreien. Der schlaue Wickie ist immer dann zur Stelle, wenn es brenzlig wird und Köpfchen gefragt ist. Mit dabei, die sich ständig streitenden Tjure (Nic Romm) und Snorre (Christian Koch), der Barde Ulme (Patrick Reichel) und alle andern, die die Serie so beliebt gemacht haben. Jonas Hämmerle, der den Wickie spielt, gilt Kritikern als großes Nachwuchstalent.




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