DEUTSCHLAND/WELT
13.09.2009

13.09.2009 | Friedewald/Dresden (dpa)
52 Verletzte bei Bahnunglück in Sachsen
Beim Zusammenstoß zweier historischer Schmalspurbahnen am Samstag bei Moritzburg in Sachsen sind 52 Menschen verletzt worden, vier von ihnen schwer. Die beiden Züge der Lößnitzgrundbahn waren mit rund 250 Fahrgästen auf einem eingleisigen Abschnitt frontal kollidiert. Zu den Verletzten zählen auch sieben Kinder unter zehn Jahren, berichtete die Polizeidirektion Oberes Elbtal/Osterzgebirge in Dresden. Die Fahrgäste hatten an einer Veranstaltung zum 125. Geburtstag der Traditionsbahn teilgenommen.
Das Unglück ereignete sich kurz vor 18.00 Uhr zwischen der Haltestelle Friedewald und dem Bahnhof Friedewald-Bad. Die Ursache war zunächst unklar. Es werde Tage oder Wochen dauern, bis alle
Details geklärt seien, sagte ein Polizeisprecher. Den Angaben zufolge hatten die beiden Lokführer noch versucht, rechtzeitig zu bremsen.

Die Beamten schätzen den Sachschaden auf mehr als eine Million Euro, die Dampfloks wurden stark beschädigt. Eine von ihnen wurde eigens für diesen Termin aus Sachsen-Anhalt ausgeliehen. Mehrere Waggons wurden ineinandergeschoben, rutschten aber nicht von den Gleisen. Am Sonntag wurde damit begonnen, die Züge zu bergen.
Gut eine halbe Stunde nach dem Zusammenstoß waren alle Opfer geborgen, sie wurden in sechs verschiedene Krankenhäuser gebracht. Das Fest wurde nach dem Unfall abgebrochen. Auch die für Sonntag geplanten Sonder- fahrten und Veranstaltungen sagten die Betreiber ab.
Die 1884 eingeweihte Lößnitzgrundbahn ist besonders bei Touristen beliebt. Sie fährt seit mehr als 120 Jahren die etwa 16,5 Kilometer von Radebeul nach Radeberg. Unterwegs hält die Schmalspurbahn an 11 Bahnhöfen. Mit maximal 25 Kilometern pro Stunde dampft die Lok mit den Waggons über den Schienenstrang nördlich von Dresden.

Die Lößnitzgrundbahn ist besonders bei Touristen beliebt. 1884 eingeweiht, fährt sie bereits seit mehr als 120 Jahren über rund 16,5 Kilometer von Radebeul (Kreis Meißen) nach Radeberg (Kreis Bautzen). Unterwegs hält die Schmalspurbahn an 11 Stationen und überquert 19 Brücken. Mit maximal 25 Kilometern pro Stunde dampft die Lok mit den historischen Waggons über die Schienen nördlich von Dresden.
Fast war das Ende der Bahn 1966 besiegelt: Die DDR wollte alle Schmalspurbahnen stilllegen. Doch knapp zehn Jahre später wurde entschieden, die Lößnitzgrundbahn als Touristenattraktion zu erhalten. Bis 1992 wurde die Verbindung noch für Gütertransporte genutzt. Als 1998 erneut die Stilllegung drohte, sicherte der neugegründete Verkehrsverbund Oberelbe dem Betreiber DB Regio eine 15-jährige Bestellgarantie zu. Seit 2004 betreibt die BVO Bahn GmbH die Strecke, die sich 2007 in SDG Sächsische Dampfeisenbahngesellschaft mbH umbenannte.
Die SDG betreibt außerdem noch die Fichtelbergbahn zwischen Cranzahl und dem Kurort Oberwiesenthal im Erzgebirge sowie die Weißeritzbahn, die älteste Schmalspurbahn Deutschlands, die von Freital-Hainsberg bis Dippoldiswalde im Osterzgebirge fährt.
www.loessnitzgrundbahn.de




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