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DEUTSCHLAND/WELT

 

14.09.2009

14.09.2009 | München (dpa)

S-Bahn-Mord: Dritter Haftbefehl in Vorbereitung

 

Nach der tödlichen Attacke auf einen 50-Jährigen auf einem Bahnsteig der Münchner S-Bahn wird ein Haftbefehl gegen einen dritten Jugendlichen vorbereitet. Der Haftbefehl gegen den 17- Jährigen solle in Kürze beantragt werden, sagte ein Justizsprecher am Montag.

 

Zwei 17 und 18 Jahre alte Schläger sitzen bereits in Untersuchungshaft. Die mutmaßlichen Haupttäter gaben zu, an der Auseinandersetzung am Samstagabend beteiligt gewesen zu sein, nannten aber bisher keine Einzelheiten. Der dritte Jugendliche wurde am Sonntag festgenommen.

Er war nicht an dem tödlichen Überfall beteiligt, hatte aber die Sache möglicherweise angezettelt: Er soll als Erster zugeschlagen haben, um zusammen mit seinen Freunden von vier Kindern Geld zu erpressen. Der 50-Jährige hatte versucht, die 13- bis 15-Jährigen zu beschützen. Nach dem Aussteigen am S-Bahnhof Solln schlugen die beiden Jugendlichen dann zu. Die Polizei traf ein, als der Geschäftsmann gerade bewusstlos zu Boden ging.

 

Laut «Bild»-Zeitung vom Montag soll der zuletzt festgenommene 17-Jährige nach der Festnahme seiner beiden Freunde in einem Internetbeitrag gehetzt haben: «Schießt alle Bullen tot und holt den Basti und den Markus raus!» Er und der andere 17-Jährige sollen in einer Einrichtung für suchtkranke Jugendliche untergebracht gewesen sein.

 

Unterdessen hat die CSU eine Verschärfung des Jugendstrafrechts gefordert. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann sagte in München, die Höchststrafe für Jugendliche müsse von 10 auf 15 Jahre erhöht werden. Außerdem müssten Täter über 18 Jahre grundsätzlich nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden. Herrmann forderte die Justiz zu konsequentem Handeln gegen gewalttätige Jugendliche auf. CSU-Chef Horst Seehofer betonte, kein Feld dürfe zu einem Tabu erklärt werden. CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer warf der SPD vor, eine Verschärfung des Jugendstrafrechts blockiert zu haben. Er erhebe deswegen «schwere Vorwürfe». In Sachen Jugendkriminalität habe die SPD sich geweigert, «auch nur das Geringste zu tun».

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