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DEUTSCHLAND/WELT

 

16.09.2009

16.09.2009 | Kabul (dpa)

EU: Jede vierte Stimme in Afghanistan gefälscht

 

Bei der Präsidentschaftswahl in Afghanistan sind nach Angaben der EU-Wahlbeobachter möglicherweise mehr als ein Viertel der Stimmen gefälscht worden.

 

Betroffen seien 1,5 Millionen der insgesamt 5,5 Millionen Stimmen, sagte die stellvertretende Missionschefin Dimitra Ioannou. Diese Stimmzettel müssten nun überprüft werden. 1,1 Millionen davon entfielen auf Amtsinhaber Hamid Karsai, 300 000 auf seinen wichtigsten Herausforderer, Ex-Außenminister Abdullah Abdullah. Nach bisheriger Auszählung liegt Karsai klar in Führung.

 

Die umstrittene Wahlkommission (IEC) will heute dennoch ein vorläufiges Endergebnis verkünden. Nach Angaben der IEC sollen die Zahlen um 14.30 Uhr deutscher Zeit bei einer Pressekonferenz in Kabul bekanntgegeben werden.

 

Die angekündigte Veröffentlichung sei ein Fehler, sagte der Chef der EU-Beobachter, Phillipe Morrillon. Die EU-Mission habe die IEC dazu aufgerufen, vor der endgültigen Prüfung aller Betrugsvorwürfe keine weiteren Ergebnisse zu veröffentlichen, da derzeit niemand den Wahlsieg glaubhaft für sich beanspruchen könne.

 

Nach den zuletzt veröffentlichten Ergebnissen aus 92,8 Prozent der Wahllokale liegt Präsident Karsai mit 54,3 Prozent der Stimmen in Führung. Abdullah, folgt mit 28,1 Prozent.

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