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  • Erdbeben vor Sumatra

DEUTSCHLAND/WELT

 

01.10.2009 | Jakarta (dpa)

Mehr als 520 Tote auf Sumatra - Tausende verschüttet

 

Das schwere Erdbeben vor der indonesischen Insel Sumatra hat mehr als 520 Menschenleben gefordert. Das Krisenzentrum stellt sich auf weitaus schlimmere Zahlen ein: Unter den Trümmern seien noch tausende Menschen verschüttet, teilte es in Jakarta mit.

 

In der schwer getroffenen Stadt Padang fehlte es an schwerem Gerät, um das Geröll beiseitezuschieben und nach Überlebenden zu suchen, berichteten Fernsehsender. Gesundheitsministerin Siti Fadilah Supari schloss nicht aus, dass die Folgen schlimmer sein könnten als beim Beben vor drei Jahren auf Java. Damals waren 5800 Menschen umgekommen und 150 000 Häuser zerstört worden.

Hier und da gelang es, Verletzte lebend zu bergen. Vor laufenden Fernsehkameras zogen Helfer eine schwer verletzte Frau unter einem Betonpfeiler hervor. Der Sender TV One zeigte ein eingestürztes Schulgebäude. In den Räumen würden 40 Schüler vermutet, hieß es. «Ich bleibe hier, bis sie meine Tochter gefunden haben», sagte eine Frau weinend. Ihre 13-jährige Tochter war in der Schule. Im eingestürzten Ambacang-Hotel wurden nach Angaben eines Hilfsdienstes noch bis zu 200 verschüttete Gäste vermutet. Auch Krankenhäuser waren schwer beschädigt. Die Behörden bauten ein Feldlazarett auf, um hunderte Verletzte zu versorgen.

 

Tausende Menschen in Padang verbrachten nach dem Beben der Stärke 7,6 am Mittwochabend die Nacht im Freien. In der Stadt mit 900 000 Einwohnern blieben die Lichter aus, da viele Stromleitungen zerstört waren. Die Telefone funktionierten nicht, auch bei der Wasserversorgung gab es Ausfälle. Etliche Straßen und Brücken waren schwer beschädigt. Am Donnerstagmorgen versetzte ein neues Beben der Stärke 7,0 die Menschen in Angst und Schrecken. Das Epizentrum lag aber weit von der Stadt entfernt, neue Schäden wurden nicht bekannt. «Es brach Panik aus, aber das gestrige Beben war stärker», sagte Romi Suwanto, ein Sprecher der Regionalverwaltung in Kerinci.

 

Allein in Padang waren im Geschäftsviertel und in Chinatown mehr als 500 Häuser eingestürzt. Einige Zufahrtsstraßen waren nach Erdrutschen unpassierbar. Die Zentralregierung schickte zwei Transportflugzeuge mit Zelten, Medikamenten und Hilfspaketen aus Jakarta. Auch zahlreiche Hilfsorganisationen engagierten sich.


 

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