DEUTSCHLAND/WELT

06.10.2009| Stockholm (dpa)
Physik-Nobelpreis für Digitalkamera und Glasfaser
Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an Charles Kao (China), Willard Boyle (USA) und George Smith (USA). Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit. Sie erhalten die Auszeichnung für die schnelle Datenübertragung durch Glasfasern sowie für den lichtempfindlichen CCD-Chip, der heute in jeder Digitalkamera eingebaut ist.
Die höchste Auszeichnung für Physiker ist in diesem Jahr mit umgerechnet knapp einer Million Euro (10 Millionen Schwedischen Kronen) dotiert. Kao erhält eine Hälfte des Preises für die schnelle Datenübertragung in Glasfasernetzen, Boyle und Smith teilen sich die andere Hälfte für die Entwicklung lichtempfindlicher Halbleiter-Chips (CCD).

Im vergangenen Jahr hatten sich der US-Forscher Yoichiro Nambu und seine japanischen Kollegen Makoto Kobayashi und Toshihide Maskawa den Preis geteilt. Sie waren für fundamentale Erkenntnisse in der Teilchenphysik ausgezeichnet worden. Die Entdeckung und Erklärung bestimmter sogenannter Symmetriebrechungen hatte das Verständnis der Natur entscheidend verbessert.
Am Montag war der Medizin-Nobelpreis den US-Forschern Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak zugesprochen worden, die bahnbrechende Entdeckungen zur Alterung von Zellen gemacht hatten. Am Mittwoch werden die Träger des Chemie-Nobelpreises benannt. Die feierliche Überreichung findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.
06.10.2009 | Hamburg (dpa)
Hintergrund: Chronologie - Die Physik-Nobelpreisträger seit 1999
Der Physik-Nobelpreis wird seit 1901 vergeben. Die erste Auszeichnung erhielt der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen für die Entdeckung der «X-Strahlen», der später nach ihm benannten Röntgenstrahlen. Die Preisträger der vergangenen zehn Jahre waren:
2008: Yoichiro Nambu (USA), Makoto Kobayashi (Japan) und Toshihide Maskawa (Japan) für die Entdeckung und Erklärung sogenannter Symmetriebrechungen in der Teilchenphysik, die das Verständnis der Natur entscheidend verbessert haben.
2007: Peter Grünberg (Deutschland) und Albert Fert (Frankreich) für die Entdeckung des «Riesenmagnetowiderstands», durch den sich die Speicherkapazität von Computer-Festplatten drastisch erhöhen ließ.
2006: John C. Mather und George F. Smoot (beide USA) für die Entdeckung der Saat der Galaxien in der kosmischen Hintergrundstrahlung, dem «Echo des Urknalls».
2005: Roy J. Glauber (USA) für Grundlagen der Quantenoptik sowie John L. Hall (USA) und Theodor W. Hänsch (Deutschland) für die Entwicklung einer laserbasierten Präzisionsmesstechnik für Lichtfrequenzen.
2004: David J. Gross, H. David Politzer und Frank Wilczek (alle USA) für Erkenntnisse zur Kraft zwischen den kleinsten Materieteilchen im Atomkern, den Quarks.
2003: Alexej Abrikosow (USA und Russland), Vitali Ginsburg (Russland) Anthony Leggett (USA und Großbritannien) für bahnbrechende Arbeiten zu Supraleitern und Supraflüssigkeiten.
2002: Raymond Davis (USA), Masatoshi Koshiba (Japan) und Riccardo Giacconi (USA) für die Entdeckung kosmischer Röntgenstrahlen und Neutrinos.
2001: Wolfgang Ketterle (Deutschland), Eric A. Cornell (USA) und Carl E. Wieman (USA) für die Erschaffung des Bose-Einstein-Kondensats, der fünften Erscheinungsform der Materie neben fest, flüssig, gasförmig und dem Plasma.
2000: Herbert Kroemer (Deutschland), Zhores Alferow (Russland) und Jack Kilby (USA) für die Herstellung integrierter Schaltkreise und des Halbleiter-Lasers.
1999: Gerardus 't Hooft und Martinus J.G. Veltman (beide Niederlande) für ihre Beiträge zur Theorie der elektroschwachen Wechselwirkung.




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