DEUTSCHLAND/WELT

18.10.2009 | Berlin (dpa)
"Die Päpstin" feiert in Berlin Premiere
Sönke Wortmanns neuer Kinofilm «Die Päpstin» feiert an diesem Montag seine Weltpremiere in Berlin. Die Hauptrollen spielen Johanna Wokalek, David Wenham und John Goodman. Kinostart ist am Donnerstag. Erzählt wird die Geschichte der Priestertochter Johanna, die im 9. Jahrhundert heimlich lesen und schreiben lernt und als Mann getarnt in Rom zum Papst gewählt wird. Die Vorlage für den zweieinhalb Stunden langen Film war der gleichnamige Bestseller von Donna Woolfolk Cross.
Ursprünglich sollte Volker Schlöndorff Regie führen. Schlöndorff kritisierte 2007 in einem Interview die Vermarktungsmechanismen von Kinofilmen als Fernsehmehrteiler - daraufhin kündigte ihm die Produktionsfirma. Danach glätteten sich die Wogen und Wortmann («Das Wunder von Bern») übernahm die Regie. Er drehte auf Burg Querfurt in Sachsen-Anhalt sowie in Nordrhein-Westfalen und Marokko. Johanna Wokalek («Barfuss») opferte für die Männerfrisur ihre langen Haare.

Frankfurt/Main (dpa)
Sönke Wortmann hat keine Lust mehr auf Sport-Filme
«Sommermärchen»-Regisseur Sönke Wortmann hat keine Lust mehr auf Sport-Filme. Mit seinem neuen Kino-Projekt «Die Päpstin» habe er sich ganz bewusst davon losgesagt. «Ich wollte mal wieder etwas anderes machen, irgendwann ist jedes Thema mal durch, Sport ist bei mir jetzt ein bisschen durch», sagte der 50-Jährige am Sonntag auf der Frankfurter Buchmesse der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Jetzt habe ich meine klerikale Phase, mal sehen, was als nächstes kommt.» Der Historienfilm, der am Donnerstag in den Kinos anläuft, erzählt die Geschichte der Priestertochter Johanna, die im 9. Jahrhundert heimlich lesen und schreiben lernt und als Mann getarnt in Rom zum Papst gewählt wird. Vorlage für das zweieinhalb Stunden lange Werk war der gleichnamige Bestseller von Donna W. Cross. Die Weltpremiere ist an diesem Montag in Berlin.

«Ich glaube, meine Leser werden sehr glücklich über den Film sein», sagte Cross. Natürlich habe der mehr als 500 Seiten dicke Roman nicht eins zu eins auf die Leinwand übertragen werden können. «Was ich aber gehofft hatte, war, dass der Film dem Herz der Geschichte gerecht wird. Und das tut er. Viele Menschen haben sehr starke Gefühle für diese Frau und ihre Geschichte.»
Von Wortmann hatte Cross vor dem Film-Projekt nach eigenen Angaben noch nie etwas gehört. «Nein, es tut mir sehr leid, ich bin Amerikanerin. Wir sind sehr ignorant vielen Sachen gegenüber, sogar was Fußball anbelangt», sagte Cross. Wortmann räumte ein, zuvor auch nur den Titel des Buches gekannt zu haben. Inzwischen seien beide von der Arbeit des anderen angetan. «Jeder Autor kann sich Sönke Wortmann als Regisseur für eine Verfilmung nur wünschen», schwärmte Cross. «Er ist ein sehr selbstbewusster Regisseur und hat seine eigene Vision.» Gleichzeitig habe er sie immer wieder in die Arbeit miteinbezogen.

Auch von der Hauptdarstellerin Johanna Wokalek («Barfuss»), die für die Rolle ihre langen Haare einbüßte, zeigte sich Cross begeistert: «Sie spielt atemberaubend». Für Wortmann ist Wokalek «genau richtig für die Rolle». Einerseits sei sie «eine großartige Schauspielerin». Zum anderen habe sie «so ein bisschen etwas Androgynes: Sie geht als Mann durch, verliert aber nicht eine gewisse Attraktivität, die man in einer Liebesgeschichte, die ja auch vorkommt, auch haben muss». Er selbst habe sich noch nie als Frau verkleidet: «Noch nicht mal beim Karneval», sagte Wortmann.

Die Päpstin
Genre: Drama
Produktion: Deutschland/Italien/Spanien 2009
Laufzeit: 148 Minuten
Regie: Sönke Wortmann
Darsteller: Johanna Wokalek, David Wenham, John Goodman, Iain Glen
Kinostart: 22. Oktober 2009
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Im Jahr 814 nach Christi ist Johanna zu einem Leben als Frau verdammt. Ihr Lebensweg scheint vorbestimmt: arbeiten, Kinder kriegen und früh sterben. Doch Johanna lehnt sich auf, gegen den strengen Vater, gegen die Regeln der Kirche, für ihre Überzeugung und ihren Glauben. Denn sie spürt, dass ihre Bestimmung eine andere ist, dass Gott ihr einen anderen Weg weist. Doch der Preis dafür ist hoch.
In Dorstadt besucht Johanna die Domschule und begegnet Graf Gerold, einem Edelmann am Hofe des Bischofs. Aus ihrer Freundschaft wird Liebe. Als Gerold in den Krieg zieht, erinnert sich Johanna ihrer Bestimmung. Ihr Ziel aber kann sie als Frau nicht erreichen. Johanna trifft eine folgenreiche Entscheidung: Unter dem Namen Bruder Johannes tritt sie als Mann verkleidet ins Benediktinerkloster Fulda ein und lebt dort als heilkundiger und geachteter Arzt. Als ihre wahre Identität droht, aufgedeckt zu werden, flieht sie nach Rom. Dort trifft sie Gerold wieder und bemerkt, dass sie eines nicht länger verleugnen kann: ihre Liebe.
Immer weiter steigt Johanna in der kirchlichen Hierarchie auf, immer größer wird die Gefahr der Entdeckung und immer stärker spürt sie, dass sie sich entscheiden muss: Will sie ihr Herz Gott schenken oder einem Mann? Doch ihr bleibt keine Wahl. Als Papst Sergius stirbt, wird Johanna zu seinem Nachfolger gewählt. Ihre Gefühle für Gerold sind jedoch stärker als ihre Angst, durchschaut zu werden – Johannas Feinde aber warten nur auf eine Gelegenheit, um sie vom Thron zu stürzen.




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