DEUTSCHLAND/WELT

20.10.2009 | Paris (dpa)
Reporter ohne Grenzen: Gewalt gegen Journalisten
Die Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) beobachtet mit Besorgnis die Entwicklung der Pressefreiheit in Ländern wie Frankreich und Italien. In der jüngsten weltweiten Rangliste der Pressefreiheit seien etliche europäische Staaten deutlich abgerutscht.
Das teilte die Organisation am Dienstag in Paris mit. In Italien, aber auch in Spanien und in Balkanstaaten wie Kroatien werden demnach Journalisten immer noch mit Gewalt bedroht. In Frankreich sei es in den vergangenen Monaten wieder zu Festnahmen und Ermittlungen gegen Reporter gekommen.
«Wie können europäische Staaten Verstöße gegen die Pressefreiheit in der Welt verurteilen, ohne sich im eigenen Land vorbildlich zu verhalten?», kommentierte ROG-Generalsekretär Jean-François Julliard. Europa sollte eine Vorreiterrolle bei der Gewährung von bürgerlichen Freiheiten spielen. Die Pressefreiheit müsse überall in der Welt mit der gleichen Energie und Beharrlichkeit verteidigt werden.

Unter den 175 Ländern auf der Rangliste rutschte Frankreich auf Platz 43 ab, knapp vor Spanien (44) und Italien (49). Ein Sprung nach oben machten die USA. Dank der offeneren Politik von Präsident Barack Obama kletterten sie in der jüngsten Rangliste um 20 Plätze von Rang 40 auf Rang 20 nach oben. Obama habe damit viel zu tun, kommentierte ROG. Zum Beispiel sei der Denkansatz des neuen Präsidenten weniger kriegerisch als der seines Vorgängers George W. Bush.
Schlusslicht der Liste bildet das nordostafrikanische Land Eritrea. Zu den freiesten Ländern für die Medien zählen vor allem die skandinavischen Länder. Ganz oben stehen Dänemark, Finnland, Irland, Norwegen und Schweden. Deutschland nimmt Rang 18 ein.
Mehr Infos finden Sie hier: www.reporter-ohne-grenzen.de/ranglisten/rangliste-2009.html




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