DEUTSCHLAND/WELT

25.10.2009 | Bagdad (dpa)
Mehr als 130 Tote bei Doppelanschlag in Bagdad
Blutiger Sonntag in Bagdad: Zwei Selbstmordattentäter haben in der irakischen Hauptstadt über 130 Menschen in den Tod gerissen. Bei der folgenschwersten Terrorattacke im Irak seit zwei Jahren wurden nach Angaben des Innenministeriums zudem mindestens 500 Menschen verletzt.
Die irakische Regierung machte das Terrornetz El Kaida und Überreste der unter dem früheren Diktator Saddam Hussein herrschenden Baath Partei für das Blutbad verantwortlich.
Die beiden Täter sprengten sich nach Angaben von Augenzeugen im Zentrum der Stadt fast zeitgleich in die Luft. Der erste Attentäter brachte seinen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen in der Nähe des Justizministeriums zur Explosion. Der zweite Terrorist zündete seinen Sprengstoffwagen neben dem Gebäude des Provinzrates. Erst am 19. August hatten Attentäter Bombenanschläge auf Regierungsgebäude in Bagdad verübt. Damals starben über 100 Menschen.

Über der Innenstadt stiegen dichte schwarze Qualmwolken auf. Augenzeugen berichteten, die Straßen seien mit Dutzenden von Leichen übersät. In ausgebrannten Autos, die von der Wucht der Detonation erfasst worden waren, lagen verkohlte Leichen.
«Die Anschläge tragen die Handschrift von El Kaida und Baath-Extremisten. Sie ähneln denen vom vergangenen August», sagte der Regierungssprecher Ali al-Dabbagh. Auch der irakische Innenminister Dschawad al-Bolani äußerte sich ähnlich.
Am 19. August starben in Bagdad in einer Serie von Bombenanschlägen vor Regierungsgebäuden mehr als 100 Menschen, 1200 wurden verletzt. Auch diese Anschläge gingen nach Ansicht der Behörden auf das Konto der Baathisten. Die US-Truppen hatten im vergangenen Juli ihre Stützpunkte in den irakischen Städten geräumt und die Kontrolle an die irakischen Sicherheitskräfte übergeben.
Das Blutbad vom Sonntag war das folgenschwerste seit August 2007. Damals starben bei Bombenanschlägen auf zwei Dörfer nahe Mossul im Nordirak rund 500 Menschen. Hunderte wurden verletzt.
Die Arabische Liga in Kairo verdammte die Attacken. In einer Erklärung heißt es, die Liga unterstütze die irakische Regierung bei allem, das dazu diene, Recht und Gesetz herzustellen und Gewalt und Terror zu bekämpfen». Auch die Bundesregierung in Berlin verurteilte den «feigen Anschläge» in einer Erklärung von Außenamtssprecher Andreas Peschke auf das Schärfste.




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