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DEUTSCHLAND/WELT

 

04.11.2009 | Ulm (dpa)

Vierfachmord von Eislingen: Freund gesteht Tat

Im Prozess um den Vierfachmord von Eislingen hat der Schulfreund gestanden, die Tat alleine begangen zu haben. Ihm und dem Sohn der Familie wird vorgeworfen, die Eltern und die beiden Schwestern in der Nacht zu Karfreitag aus Habgier erschossen zu haben. Der Geständige erklärte unter anderem: «Auf Bitten von A.H. (dem Sohn der Familie) die 31 Schüsse auf dessen Familienmitglieder abgegeben zu haben», teilte das Landgericht Ulm am Mittwoch in einer Pressemitteilung nach Verhandlungsende mit. Bei der Polizei hatte der 19-Jährige früheren Angaben zufolge noch gesagt: «Wir waren das zusammen.» Der Sohn der Familie wollte sich bislang nicht äußern.

Das Motiv für die Tat blieb nach Angaben des Anwaltes des Geständigen weiter unklar. «Mit dem Motiv tut er sich ganz arg schwer», sagte Verteidiger Klaus Schulz. Nach wie vor gebe es keinen eindeutigen Grund für das Verbrechen. Der Anwalt erklärt es damit, dass der 19-Jährige in einem Abhängigkeitsverhältnis zu dem Sohn der getöteten Familie gestanden habe. «Er hat ein neutrales Verhältnis zu den Eltern und Schwestern gehabt und weder die Eltern noch Schwestern gehasst.»

Die beiden sollen die Tatwaffen und weitere 15 Waffen im Oktober 2008 bei einem Einbruch in ein Schützenheim gestohlen haben. Im Prozess hatte sich der 19-Jährige bereits zu dem Einbruch in die Schützengilde in Eislingen geäußert. Die beiden Schulfreunde hätten die Waffen unabhängig von den Morden gestohlen, sagte der 19-Jährige nach Angaben seines Anwalts. Sie seien «in den Wald gegangen, um damit zu schießen», habe sein Mandant hinzugefügt.

Laut Anklage wollte der damals 18-jährige Sohn 256 000 Euro seiner Mutter alleine erben. Die Anwälte bestreiten dieses Motiv jedoch. Neben dem Waffen-Diebstahl werden ihnen Einbrüche und Diebstähle vorgeworfen.

Der Vierfachmord wird vor der Jugendkammer des Landgerichts verhandelt, da die beiden Angeklagten bei ihren Taten noch unter 21 Jahre alt waren. Die Öffentlichkeit ist während des Prozesses ausgeschlossen, weil die beiden Männer bei einigen der ihnen
angelasteten Diebstähle noch minderjährig waren. Nur einige wenige Journalisten sind zugelassen. Doch auch sie mussten während der Vernehmung des Schulfreundes am Mittwoch vor der Tür bleiben. Auch seine Eltern durften bei seiner Aussage nur zeitweise dabei sein.

Das Gericht will nach eigenen Angaben am 11. November weiterverhandeln. Bis einschließlich Dezember sind 43 Zeugen und zwei Sachverständige geladen. Das Urteil wird am 27. Januar erwartet.

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