DEUTSCHLAND/WELT

10.11.2009 | Nürnberg (dpa)
Erneut Datenmissbrauch bei Bundesagentur-Jobbörse
Die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist erneut wegen Datenmissbrauchs in die Kritik geraten. Eine Berliner Firma habe zum Schein etwa 2500 Stellenangebote in die Online-Datenbank eingestellt, um an die Daten von Bewerbern zu gelangen, sagte eine BA-Sprecherin am Dienstag.
Sie bestätigte damit einen Bericht der «Frankfurter Rundschau». Die vermeintlichen Angebote richteten sich unter anderem an Akademiker und reichten von Facharztstellen über pädagogische Berufe bis hin zu Ingenieuren und Managerposten.
«Dieser Fall ist uns Anfang November aufgefallen, weil da eine sehr hohe Dynamik auf dem Account war mit sehr vielen Stellenzugängen», schilderte BA-Sprecherin Anja Huth. Nachdem die örtliche Arbeitsagentur in Berlin keinen Kontakt mit dem dubiosen Arbeitgeber herstellen konnte, habe die BA die Angebote nun gelöscht.
Der leichte Zugang zur Jobbörse und damit ein möglicher Missbrauch von Daten war bereits in der Vergangenheit kritisiert worden. Am Dienstag forderte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen- Bundestagsfraktion, Brigitte Pothmer, die Datenbank im Internet sofort stillzulegen: «Sowohl für Arbeitssuchende als auch für ehrliche Arbeitgeber ist die Jobbörse eine Zumutung, solange sie ein Tummelplatz für Betrüger ist.» Auch der Datenschutzbeauftragte der Linken-Fraktion, Jan Korte, bezeichnete es als nicht hinnehmbar, dass «Arbeitsuchende zum Freiwild von skrupellosen Unternehmen und Datenkriminellen werden».
Die Bundesagentur befinde sich in einem Dilemma, warb Sprecherin Huth trotz des Datenmissbrauchs um Verständnis. «Wir haben nie abgestritten, dass es diese Möglichkeiten gibt. Doch je höher die Zugangshürden sind, desto weniger Angebote haben wir natürlich auch.» Um schwarze Schafe zu entdecken, liefen jede Nacht automatische Kontrollen über die Angebote. Außerdem finde bei Neuregistrierungen inzwischen eine verschärfte Plausibilitätsprüfung der Arbeitgeberdaten statt.




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