DEUTSCHLAND/WELT

11.11.2009 | Berlin (dpa)
Bundesregierung spricht wieder mit GM
Erstmals nach dem Platzen der Opel-Übernahme durch Magna gibt es wieder direkte Gespräche zwischen der Bundesregierung und General Motors (GM). GM-Vize John Smith habe um ein Gespräch gebeten.
Das sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Mittwoch in Berlin. Smith werde mit einem zuständigen Staatssekretär zusammenkommen.
Ein Treffen mit Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) ist nicht vorgesehen. Die Regierung wartet darauf, dass GM ein verlässliches Sanierungskonzept für Opel vorlegt.
Unterdessen will GM womöglich noch vor Jahresende mit der Abzahlung seiner Schulden an die US-Regierung beginnen. Die bisher für 2010 geplante Rückkehr an die Börse könnte sich allerdings verzögern.

GM stehe unter Druck, die Milliardenkredite so schnell wie möglich zurückzuzahlen, sagte Verwaltungsratschef Edward Whitacre am Dienstagabend (Ortszeit) in einer Rede vor Studenten in Texas. Der US-Rechnungshof hatte kürzlich bezweifelt, dass der Konzern die Hilfen jemals komplett erstatten werde.
Whitacre verteidigte erneut die Entscheidung von GM, das Europa- Geschäft rund um die deutsche Tochter Opel doch komplett zu behalten. «Wie kann man ein global player sein, ohne weltweit tätig zu sein?» Der von der US-Regierung an die Verwaltungsratsspitze geholte Whitacre ist der neue starke Mann bei GM.
Der größte US-Autobauer steht beim amerikanischen Staat mit 6,7 Milliarden Dollar an direkten Krediten in der Kreide. Insgesamt bekam der Hersteller aber Hilfen von 50 Milliarden Dollar, für den Großteil erhielt der Staat im Gegenzug Anteile an GM.

11.11.2009 | Frankfurt/Main (dpa)
GM-Chef Henderson entschuldigt sich
General-Motors-Chef Fritz Henderson hat sich in einem Fernsehinterview ausdrücklich dafür entschuldigt, welche Rolle GM in den vergangenen Wochen bei Opel gespielt hat.
In einem Interview der ARD-Tagesthemen sagte Henderson am Dienstagabend: «Das bedauern wir sehr, wenn wir daran denken, wie der Prozess in den letzten paar Wochen abgelaufen ist. Das bedauern wir zutiefst. Es war nicht die Absicht, jemanden zu überraschen, obwohl wir wissen, dass wir das doch getan haben...» GM hatte den ursprünglichen geplanten Verkauf Opels an den Zulieferer Magna und die russische Sberbank in der vergangenen Woche kurzfristig abgesagt. Die Vorgehensweise von GM hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag scharf kritisiert.

«General Motors war über Monate hinweg nicht in der Lage, seiner Verantwortung als Mutterkonzern von Opel auch nur annähernd gerecht zu werden», sagte die Kanzlerin. Henderson sagte in dem Tagesthemen- Interview, dass GM «ungeheuer dankbar» für die Unterstützung sei, die der deutschen Staat seit Ende Mai mit der Bereitstellung eines Überbrückungskredits geleistet habe, «denn ansonsten wären wir heute nicht hier». GM will sich um weitere Hilfen auch in anderen europäischen Ländern mit Opel-Standorten bemühen und bis Ende November auch die noch verbliebenen 600 Millionen Euro aus dem Überbrückungskredit zurückzahlen. «Das Ziel ist jetzt nicht, Regierungen gegeneinander auszuspielen», sagte Henderson.
Der GM-Chef zog die Drohung des Konzerns von vergangener Woche zurück, dass Opel die Insolvenz bevorstehe, wenn die Beschäftigten nicht zu Zugeständnissen bereit seien. «Eine Insolvenz ist nicht notwendig und auch nicht wahrscheinlich», so Henderson.




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