DEUTSCHLAND/WELT

19.11.2009 | Berlin (dpa)
Genesungswünsche der Gegner für Lafontaine
Politische Gegner haben Linkspartei-Chef Oskar Lafontaine, der sich heute einer Krebsoperation unterziehen muss, Genesungswünsche übermittelt. Unter ihnen war auch der frühere SPD-Vorsitzende Rudolf Scharping, der 1995 auf dem Mannheimer Parteitag von Lafontaine gestürzt worden war.
«Wenn es um die Gesundheit gehe, muss man über politische Gräben hinwegsehen», sagte er der «Bild»-Zeitung. «In diesem Sinne wünsche ich Oskar Lafontaine gute Besserung.»
«Oskar Lafontaine und ich sind ein Stück unseres politischen Weges gemeinsam gegangen», betonte SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. «Unsere Wege haben sich getrennt, aber dies muss man in solchen Situationen beiseite lassen. Ich wünsche ihm baldige Genesung und alles Gute.» Der CSU-Politiker Peter Gauweiler ließ den Chef der Linkspartei wissen: «Lieber Oskar, Glückauf und Gottes Hilfe! Du bist der herausragendste Parlamentarier in ganz Deutschland. Du wirst noch gebraucht unabhängig vom langweilig Parteipolitischen, das uns beiden sowieso immer egal war.» Der CSU-Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber äußerte sich sehr betroffen, dass Lafontaine nach dem schweren Attentat erneut vor einer großen gesundheitlichen Herausforderung steht. «Denn was letztlich zählt, ist immer der Mensch - auch wenn uns politisch Welten voneinander trennen. Ich wünsche ihm Gottes Segen für eine rasche und volle Genesung.»
Lafontaine wird heute in Homburg operiert. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa aus Parteikreisen erfuhr, wird der Eingriff in der Uniklinik der saarländischen Stadt vorgenommen. Der Landesvorsitzende der Linken im Saarland, Rolf Linsler, wollte keine Einzelheiten zur Behandlung nennen. Lafontaine habe ein Recht auf seine Privatsphäre. Unklar ist, wie lange der 66 Jahre alte Politiker in der Klinik bleiben muss und wann im Laufe des Tages die Operation stattfindet. Lafontaine hatte am Dienstag mitgeteilt, dass er sich wegen einer Krebserkrankung behandeln lassen müsse. Nach dpa-Informationen ist der Parteichef an Prostatakrebs erkrankt.




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