DEUTSCHLAND/WELT

05.12.2009 | Berlin (dpa)
Wieder Brand- und Farbanschläge in Berlin
Berlin (dpa) - Nach den Übergriffen auf das Bundeskanzleramt und die Außenstelle des Bundeskriminalamtes reißt in Berlin die Serie von Straftaten mit vermutlich linksextremem Hintergrund nicht ab.
Erneut zündeten in der Nacht zu Samstag Brandstifter zwei Autos in der Hauptstadt an. Gegen eine Deutsche-Bank-Filiale flogen Farbbeutel.
Unbekannte hatten in der Nacht zum Freitag mit Farbe gefüllte Weihnachtskugeln gegen das Bundeskanzleramt geschleudert. Auf das Gebäude des Bundeskriminalamts wurden drei Molotowcocktails sowie mehrere mit Farbe gefüllte Flaschen und Steine geworfen. Auch Büros von zwei Bundestagsabgeordneten (SPD und CDU) wurden attackiert.
Bekennerschreiben richteten sich gegen die Klimapolitik und den Bundeswehreinsatz in Afghanistan. Den Tätern gelang unerkannt die Flucht. Zu ihren Ermittlungsergebnissen machten die Behörden am Samstag keine Angaben.

In Hamburg war bereits am Donnerstagabend eine Polizeiwache im Schanzenviertel von Vermummten angegriffen worden. Sie warfen mit Steinen mehrere Fensterscheiben ein und setzten vor dem Polizeikommissariat 16 zwei Streifenwagen in Brand. Am Freitagmorgen wurden überdies im Stadtteil Hammerbrook zwei Dienstfahrzeuge des Zolls angezündet, wie ein Polizeisprecher berichtete. Die Wagen waren vor dem gemeinsam mit dem Bundesflüchtlingsamt genutzten Gebäude geparkt.
Der polizeiliche Staatsschutz übernahm die Ermittlungen, weil er die Täter in der linksextremen Szene vermutet. Der Berliner CDU- Fraktions- und Landesvorsitzende Frank Henkel forderte den rot-roten Senat auf, die ausufernde Gewalt in der «Hauptstadt des Linksextremismus» entschlossen zu bekämpfen. Hamburgs Innensenator Christoph Ahlhaus (CDU) sprach von einem «extremistischen Angriff auf unsere Demokratie».
Der SPD-Landesvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Olaf Scholz sagte, es sei erschreckend, dass sich Straftäter trauten, eine Polizeiwache anzugreifen. «Das sind Vorfälle, die wir aus Hamburg wie aus ganz Deutschland bisher nicht kennen.»
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