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DEUTSCHLAND/WELT

 

Obama empfängt Friedensnobelpreis | Nobel-Komitee verteidigt Preis für Obama |

Hintergrund: Friedensnobelpreis | Literaturnobelpreis für Herta Müller

 

 

10.12.2009 | Oslo (dpa)

Friedensnobelpreisträger Obama: Krieg ist notwendig

Der neue Friedensnobelpreisträger Barack Obama hält Kriege für unvermeidlich. «Krieg ist manchmal notwendig», sagte er bei der Verleihung des Preises am Donnerstag in Oslo.

«Wir müssen die harte Wahrheit anerkennen, dass wir während unseres Lebens gewaltsame Konflikte nicht ausmerzen werden», meinte der US-Präsident in seiner Dankesrede. Obama würdigte zwar gewaltlose Aktionen wie die von Mahatma Gandhi oder Martin Luther King. «Aber als Staatsoberhaupt, das geschworen hat, meine Nation zu schützen und zu verteidigen, kann ich mich nicht nur von deren Beispiel leiten lassen.»

Obama nutzte weite Passagen seiner Rede, um Kritik an seiner Afghanistan-Politik grundsätzlich zu begegnen. «Eine gewaltlose Bewegung hätte Hitlers Armeen nicht gestoppt und Verhandlungen werden die Anführer von El-Kaida nicht überzeugen, die Waffen niederzulegen.»

Die Vergabe des Preises an den US-Präsidenten, der gerade zusätzliche 30 000 Soldaten in den Afghanistan-Krieg schickt, war in den USA und international auch auf Kritik gestoßen. Das Nobelkomitee hatte die mit umgerechnet knapp einer Million Euro dotierte Auszeichnung für den US-Präsidenten mit dessen «außergewöhnlichem Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern» begründet. Hervorgehoben wurde insbesondere Obamas Vision einer Welt ohne Atomwaffen.

Während der feierlichen Zeremonie im Rathaus von Oslo, an der auch Norwegens König Harald V. und Königin Sonja teilnahmen, verteidigte das Nobel-Komitee noch einmal die Auszeichnung für den US-Präsidenten, der in Afghanistan und im Irak Krieg führt. Der Vorsitzende des Komitees, Thorbjörn Jagland, sagte, Obama selbst habe den Preis als einen «Aufruf zum Handeln» bezeichnet. «Präsident Obama hat das norwegische Nobel-Komitee perfekt verstanden», sagte Jagland. Vom ersten Augenblick seiner Präsidentschaft an habe Obama versucht, ein kooperativeres Klima zu schaffen und die «Temperatur in der Welt zu senken». «Obama ist ein politischer Führer, der weiß, dass selbst die Mächtigsten verletzbar sind, wenn sie allein stehen.»

Vor der Preisvergabe hatte Obama die Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis als Ansporn und Ermutigung bezeichnet. «Vielleicht verdienen ihn andere mehr», sagte er unmittelbar vor der Zeremonie. Als vorrangige Ziele nannte Obama eine Welt frei von Atomwaffen, effektive Maßnahmen gegen den Klimawandel, die Stabilisierung Afghanistans und den Kampf gegen den internationalen Terrorismus «im Einklang mit unseren Werten und Idealen». Einige Initiativen würden bereits Früchte tragen. «Aber wenn ich keinen Erfolg habe, kann dies kein Preis der Welt verschleiern.»

Mehrere hundert Demonstranten und Mitglieder von Friedensinitiativen demonstrierten während der Zeremonie in der Nähe des Rathauses von Oslo. Zusammen mit seiner Frau Michelle und mehreren hundert Mitarbeitern, Journalisten und Sicherheitskräften war Obama am Vormittag in Oslo eingetroffen. Wegen schlechten Wetters konnten die US-Gäste nicht mit dem Hubschrauber in die Innenstadt fliegen und mussten eine Autokolonne benutzen.

Schon bei der Bekanntgabe des Preisträgers am 9. Oktober war in den USA und international kritisiert worden, dass Obama während seiner bisher nicht einmal einjährigen Amtszeit noch wenig Konkretes erreicht habe. Der gut 24-stündige Kurzbesuch Obamas in Oslo stößt aber nicht nur wegen der Entscheidung für eine Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes auf Kritik. In der norwegischen Öffentlichkeit wird es auch als unhöflich angesehen, dass Obama das traditionelle Mittagessen des Nobelpreisträgers mit dem König abgesagt hat. Der Präsident wolle sich auch in Oslo seinen Regierungsgeschäften widmen, hieß es aus dem Weißen Haus.

Der Besuch wird von massiven Sicherheitsmaßnahmen begleitet, wie sie Norwegen so noch nicht erlebt hat. Über 2000 Polizisten sind im Einsatz, dazu 200 US-Spezialagenten. Scharfschützen bewachen die Innenstadt Oslos, Hubschrauber sichern den Luftraum. Am Vortag waren zwei Verdächtige wegen illegalen Schusswaffenbesitzes festgenommen worden.

Obama fliegt nur für die Nobelpreis-Zeremonie nach Oslo und kehrt am Freitag bereits wieder nach Washington zurück. Ein ursprünglich vorgesehener Auftritt beim Weltklimagipfel in Kopenhagen wurde gestrichen. Obama wird nun erst zur Endphase der Klimakonferenz am 18. Dezember nach Kopenhagen reisen.


Nobelpreis
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10.12.2009 | Oslo (dpa)

Obama empfängt Friedensnobelpreis

US-Präsident Barack Obama hat am Donnerstag den Friedensnobelpreis in Oslo erhalten. Das Nobelkomitee begründete die Auszeichnung für den US-Präsidenten mit dessen «außergewöhnlichem Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern».

Barack Obama hat seinen Friedensnobelpreis mit «tiefer Dankbarkeit und großer Demut» entgegengenommen. Der Preis spreche die höchsten Bestrebungen der Menschen an, sagte Obama am Donnerstag in Oslo beim Empfang der bedeutendsten internationalen Auszeichnung. «Ungeachtet aller Grausamkeiten und Mühsal in unserer Welt sind unsere Handlungen doch von Bedeutung, wir sind nicht nur Gefangene unseres Schicksals.»

Obama räumte die «beachtliche Kontroverse» ein, die die Vergabe des Preises an ihn ausgelöst habe. Ursache sei «zum Teil, dass er «am Anfang und nicht am Ende seiner Arbeit auf der Weltbühne» stehe. Verglichen mit anderen großen historischen Figuren wie Albert Schweitzer und Nelson Mandela sei das bisher von ihm Erreichte gering. «Zudem gibt es Männer und Frauen rund um den Erdball, die im Gefängnis sitzen und geschlagen werden, weil sie nach Gerechtigkeit streben». Er könne denjenigen nichts erwidern, die darauf verwiesen, das diese Menschen «die Ehre sehr viel mehr verdient haben als ich».

Der wichtigste Streitpunkt sei, dass er als Oberkommandierender einer Nation im Krieg ausgezeichnet worden sei, sagte Obama in Anspielung auf die Kriege in Afghanistan und im Irak. Einer davon nähere sich dem Ende, der andere sei einer, den Amerika sich nicht ausgesucht habe. «Dennoch sind wir im Krieg, und ich bin verantwortlich für die Stationierung von Tausenden junger Amerikaner, in in einem fernen Land kämpfen,» sagte Obama. «Einige werden töten. Andere werden getötet.» Er sei sich der Kosten der bewaffneten Konflikte bewusst.

10.12.2009 | Oslo (dpa)

US-Präsident sieht den Friedensnobelpreis als Ansporn an

US-Präsident Barack Obama sieht die Auszeichnung mit dem Friedensnobelpreis als Ansporn und Ermutigung. «Vielleicht verdienen ihn andere mehr», sagte er unmittelbar vor der feierlichen Preisvergabe am Donnerstag in Oslo.

Als vorrangige Ziele nannte Obama eine Welt frei von Atomwaffen, effektive Maßnahmen gegen den Klimawandel, die Stabilisierung Afghanistans und den Kampf gegen den internationalen Terrorismus «im Einklang mit unseren Werten und Idealen». Einige Initiativen würden bereits Früchte tragen. «Aber wenn ich keinen Erfolg habe, kann dies kein Preis der Welt verschleiern.»

Mehrere hundert Demonstranten und Mitglieder von Friedensinitiativen fanden sich unterdessen in der Nähe des Rathauses von Oslo ein, wo Obama den Nobelpreis erhalten sollte. Vor allem die geplante zusätzliche Entsendung von 30 000 US-Truppen nach Afghanistan hatte die Kritik an der Auswahl des Preisträgers noch einmal verstärkt. Nach einem Treffen mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stolenberg am Vormittag bekräftigte Obama das Ziel der USA, im Juli 2011 mit dem schrittweisen Rückzug der Truppen dort zu beginnen.

Zusammen mit seiner Frau Michelle und mehreren hundert Mitarbeitern, Journalisten und Sicherheitskräften war Obama am Vormittag in Oslo eingetroffen. Die Präsidentenmaschine Air Force One landete auf dem Flughafen der norwegischen Hauptstadt. Wegen schlechten Wetters konnten die US-Gäste nicht mit dem Hubschrauber in die Innenstadt fliegen und mussten eine Autokolonne benutzen.

Im Beisein von König Harald V. wird dem US-Präsidenten im Rathaus der norwegischen Hauptstadt der mit umgerechnet rund einer Million Euro dotierte Preis überreicht. Am Abend ist ein festliches Bankett mit dem Königspaar vorgesehen. Das Nobelkomitee hatte die Auszeichnung für den US-Präsidenten mit dessen «außergewöhnlichem Einsatz zur Stärkung der internationalen Diplomatie und der Zusammenarbeit zwischen den Völkern» begründet. Hervorgehoben wurde insbesondere Obamas Vision einer Welt ohne Atomwaffen.

Schon bei der Bekanntgabe des Preisträgers am 9. Oktober war in den USA und international kritisiert worden, dass Obama während seiner bisher nicht einmal einjährigen Amtszeit noch wenig Konkretes erreicht habe. Der gut 24-stündige Kurzbesuch Obamas in Oslo stößt aber nicht nur wegen der Entscheidung für eine Ausweitung des Afghanistan-Einsatzes auf Kritik.

In der norwegischen Öffentlichkeit wird es auch als unhöflich angesehen, dass Obama das traditionelle Mittagessen des Nobelpreisträgers mit dem König abgesagt hat. Der Präsident wolle sich auch in Oslo seinen Regierungsgeschäften widmen, hieß es aus dem Weißen Haus.

Der Besuch wird von massiven Sicherheitsmaßnahmen begleitet, wie sie Norwegen so noch nicht erlebt hat. Über 2000 Polizisten sind im Einsatz, dazu 200 US-Spezialagenten. Scharfschützen bewachen die Innenstadt Oslos, Hubschrauber sichern den Luftraum. Am Vortag waren zwei Verdächtige wegen illegalen Schusswaffenbesitzes festgenommen worden.

Obama fliegt nur für die Nobelpreis-Zeremonie nach Oslo und kehrt am Freitag bereits wieder nach Washington zurück. Ein ursprünglich vorgesehener Auftritt beim Weltklimagipfel in Kopenhagen wurde gestrichen. Obama wird nun erst zur Endphase der Klimakonferenz am 18. Dezember nach Kopenhagen reisen.

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