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DEUTSCHLAND/WELT

 

27.12.2009 | Hamburg (dpa)

Haug über «Schumi»: Idee über 15 Jahre im Kopf



Über 15 Jahre schwirrte der Gedanke an Michael Schumacher im Silberpfeil in Norbert Haugs Kopf, nach drei vergeblichen Versuchen wird es 2010 soweit sein.

Und für den Mercedes-Motorsportchef hat der bald 41-jährige Rekordchampion keine Nachteile im Generationenduell mit den teilweise 20 Jahre jüngeren Rivalen. «Die Formel 1 ist kein Zehnkampf, sie ist ein Tausendkampf - und Michael hat all jene Faktoren, die man braucht, um erfolgreich zu sein», sagte Haug im Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa.

In der Formel 1 zähle «nicht nur Jugend und Kraft wie beim 100 Meter-Sprint, sondern Erfahrung, Cleverness, Ausdauer, technischer Durchblick, Rennwitz», betonte Haug. Er ließ auch durchblicken, wann die Fans den neuen Silberpfeil-Star mit seinem Kollegen Nico Rosberg und dem ganzen Team bewundern können: «Es wird noch im Januar der Fall sein.»

Fit und vor allem heiß ist Schumacher, das sagt der Kerpener nach über drei Jahren Rennpause in der Königsklasse selbst. Durchtrainiert ist der seit jeher als Fitnessfreak verschriene Pilot, das sieht man ihm zweifelsohne an. «Ich glaube nicht, dass viele seiner künftigen Rivalen annehmen, sie hätten Michael fitnesstechnisch im Sack», meinte Haug und nannte beispielhaft Rubens Barrichello, der mit in der vergangenen Saison mit 37 Jahren noch um den WM-Titel kämpfte.

«Warum sollte der um drei Jahre ältere Michael das nicht können - vorausgesetzt natürlich wir bauen ihm ein Auto, das dazu in der Lage ist?», fragte Haug. Zumal der letzte Weltmeister in einem Mercedes- Werksteam, Juan Manuel Fangio, bei seinem Silberpfeil-Triumph 1955 44 Jahre alt war.

Wäre es nach Haug gegangen, wäre der nun weltweit hoch beachtete Sensationscoup mit Schumacher ohnehin schon vor ein paar Jahren über die Bühne gegangen. «Die Idee stand stets als Stehsatz in meinem Kopf - schon über 15 Jahre lang», sagte Haug. Man müsse «ja auch nicht gerade Albert Einstein sein, um draufzukommen, dass es das Beste wäre, den Mann zu verpflichten, der die meisten WM-Titel und -Rennen gewonnen hat».

Nach seinem Einstieg in die Formel 1, bei dem Mercedes maßgeblich Starthilfe geleistet hatte, war Schumacher für Benetton Renault gefahren. 1994 und 1995 wurde er Weltmeister, dann der Wechsel zu Ferrari. Es folgten nach Jahren des Aufbaus die Titel von 2000 bis 2004. Nun, von 2010 bis 2012 gibt Schumacher im Silberpfeil Gas. Es müsse der Zeitpunkt passen, betonte Haug. «Bei drei Gelegenheiten zuvor zwischen 1995 und 2005 hatte der nicht gepasst.» Überzeugungsarbeit mussten die Schwaben mit Teamchef und dem ehemaligen sowie nun wieder künftigen Schumacher-Wegbegleiter Ross Brawn nicht leisten. Haug: «Man kann Michael Schumacher nicht zu einem Comeback überreden.»

Haug verteidigte erneut die Verpflichtung Schumachers, der nach Medienberichten sieben Millionen Euro pro Jahr bekommen soll. Der mediale Gegenwert weltweit betrage bereits jetzt «leicht ein Hundertfaches dessen, was Sie als Zahl nennen - die ich natürlich nicht kommentieren werde». In den anderthalb Tagen der Comeback- Ankündigung habe man 90 Millionen TV-Kontakte gehabt, rechnete Haug vor. «Das ist einmalig in der Geschichte des Sports und wird - vielleicht - erst dann überboten werden, wenn die Deutsche Fußball- Nationalmannschaft nächstes Jahr in Südafrika Weltmeister werden sollte - was ich natürlich hoffe», meinte er.

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