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DEUTSCHLAND/WELT

 

Burj Dubai Eröffnung
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04.01.2009 | Dubai (dpa)

Krönender Abschluss für den Turmbau zu Dubai

 

Schwindelerregender Luxustempel aus Stahl und Glas: In Dubai ist am Montag mit großem Pomp das höchste Haus der Welt eröffnet worden. Der Turm von Dubai («Burj Dubai») überragt das bislang höchste Gebäude der Welt in Taipeh um mehr als 300 Meter. Die ersten Wohnungen in dem Gebäude, dessen Form an eine Rakete erinnert, sollen im Februar bezogen werden. Wer nicht unter Höhenangst leidet, kann dann künftig durch Glasscheiben den Blick von der 442 Meter hohen Aussichtsplattform des Burj (arabisch für «Turm») genießen.

«Viele reden, wir erreichen etwas», lautet der Wahlspruch von Scheich Mohammed bin Raschid al-Maktum, der am Montag nicht nur den Wolkenkratzer eröffnete, sondern auch sein vierjähriges Amtsjubiläum als Herrscher von Dubai feierte.

 

Mit 3,07 Milliarden Euro haben die Projektfirma Emaar und Adrian Smith (Cicago) eine Art «vertikale Stadt» für 12 000 Bewohner geschaffen. Luxus-Residenzen, Edel-Büros, Nobel-Restaurants und das erste Hotel, das der italienische Couturier Giorgio Armani gestaltet hat, verhelfen den Superreichen, Superschönen und Supererfolgreichen zu einer neuen Prestige-Adresse auf dem Globus. Mit mehr als 160 nutzbaren Stockwerken ist der Luxustempel aus Stahl und Glas das höchste von Menschen bewohnte Gebäude der Welt.

Das schnittige Bauwerk, für dessen Fertigstellung Ingenieure aus aller Welt Höchstleistungen vollbringen mussten, ist nicht unumstritten. Während sich einige Investoren und Immobilienentwickler an den Superlativen und Prestigeprojekten des arabischen Emirats ergötzen, werfen Umweltschützer und Globalisierungsgegner «Scheich Mo» Größenwahn und Geltungsdrang vor. Der Burj Dubai ist für sie das Symbol der «Höher-Schneller-Weiter-Strategie» des Scheichs.

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat man dagegen Verständnis für die Golfaraber, die nicht nur von ihren Öl-Einkünfte leben wollen, sondern mit ihren künstlichen Inseln, begrünten Wüstengebieten und überdachten Skipisten stets aufs Neue ausprobieren, was möglich ist. US-Außenministerin Hillary Clinton schickte am Montag nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM einen Glückwunschbrief an Scheich Mohammed, in dem sie dessen Vision und Durchhaltevermögen rühmte.

Um die Spannung bis zur letzten Minute aufrecht zu erhalten, wurde die genaue Höhe des Gebäudes, die von Mitarbeitern der Immobilienfirma Emaar mit 818 Metern angegeben wird, offiziell bis zum Eröffnungstag geheim gehalten. Am Montag bezogen rund um den Rekord-Turm 1000 Polizisten und zivile Hilfskräfte Position, um für einen reibungslosen Ablauf der Feierlichkeiten zu sorgen.

Ursprünglich sollte die bereits mehrfach verschobene Eröffnung des höchsten Hauses der Welt in Dubai eine neue Phase des Wachstums einläuten. Doch die Stürme der globalen Finanzkrise haben das arabische Emirat, das derzeit vor allem wegen seiner Schuldenberge Schlagzeilen macht, arg gebeutelt. Erst sanken die Immobilienpreise, dann gaben die Aktienkurse nach.

Scheich Mohammed will die Eröffnung des Wolkenkratzers nun auch als Mittel gegen die Vertrauenskrise der Investoren nutzen. Das Golfemirat hatte die Gläubiger der Unternehmen ihres Staatsfonds Dubai World Ende vergangenen Jahres um Zahlungsaufschub gebeten und damit eine Talfahrt an den Börsen der Region ausgelöst. Das reichere Nachbaremirat Abu Dhabi war daraufhin in die Bresche gesprungen.

Beobachter vor Ort erwarten deshalb, dass Scheich Chalifa bin Said al-Nahjan, der Herrscher von Abu Dhabi, der gleichzeitig auch Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) ist, während der Eröffnungszeremonie in Dubai besonders gewürdigt wird.

www.burjdubai.com | www.burjdubaiskyscraper.com

 

Von Ann-Beatrice Clasmann

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