DEUTSCHLAND/WELT


18.01.2010 | Beverly Hills (dpa)
Golden-Globe-Sieg für "Avatar",
"Das weiße Band" & Christoph Waltz
«Avatar», aber auch Deutschland und Österreich haben Grund zu feiern: Mit seinem Fantasy-Epos «Avatar - Aufbruch nach Pandora» holte Regisseur James Cameron (55) in der Nacht zum Montag den Golden-Globe-Spitzenpreis für das beste Drama.
Zudem wurde der gebürtige Kanadier in Hollywood zum besten Regisseur gekürt. Der Verband der Auslandspresse - eine Gruppe von knapp 100 internationalen Journalisten - wählte den deutschen Film «Das weiße Band» zum besten fremdsprachigen Film.
Der österreichische Schauspieler Christoph Waltz stach in seiner Nebenrolle als sadistisch-charmanter SS-Mann in «Inglorious Basterds» Konkurrenten wie Matt Damon, Woody Harrelson, Christopher Plummer und Stanley Tucci aus.
Regisseur Michael Haneke nahm den Preis von Filmstar Sophia Loren entgegen. Der in München geborene Österreicher entschuldigte sich für sein «weniges Englisch» und bedankte sich ausdrücklich bei den Kindern, die in seinem Film die Hauptrolle spielten. Vor allem sie verdienten den Preis. «Das weiße Band» hatte im vorigen Jahr unter anderem die Goldene Palme und den Europäischen Filmpreis gewonnen.

Der Schwarz-Weiß-Film, der in einem norddeutschen Dorf im Jahr 1913/1914 spielt, ist von deutscher Seite auch zur Nominierung für den Oscar vorgeschlagen worden. Weder Florian Henckel von Donnersmarck noch Uli Edel war es mit «Das Leben der Anderen» (2007) und «Der Baader Meinhof Komplex» (2009) gelungen, der Auslands-Globe zu holen.
Der 53-jährige Waltz war bereits vergangenes Jahr in Cannes als bester männlicher Darsteller ausgezeichnet worden. Auf der Bühne in Hollywood dankte er Regisseur Quentin Tarantino: «Er nahm meine bescheide kleine Welt, meinen Globus, und mit der Kraft seines Talents und seinen Worten und seiner Vision schleuderte er ihn in seinen Orbit, eine atemberaubende Erfahrung».
Komödien-Star Sandra Bullock wurde für die ernste Hauptrolle in dem Sportdrama «The Blind Side» zur besten Drama-Darstellerin gekürt. Jeff Bridges stach mit seinem Auftritt als saufender Country-Musiker in «Crazy Heart» Hauptdarsteller-Kandidaten wie George Clooney, Tobey Maguire und Morgan Freeman aus. Für beide war es die vierte Globe-Nominierung, die am Ende auch mit einem Preis belohnt wurde. Meryl Streep in der Rolle von Starköchin Julia Child in der Komödie «Julie & Julia» konnte sich über ihre siebente Globe-Trophäe freuen. Robert Downey Jr. wurde als «Sherlock Holmes» zum besten Komödiendarsteller gekürt.

«Oben», der mitreißende 3D-Trickfilm über Alter und Sterblichkeit sowie die Erfüllung von Lebensträumen, gewann die goldene Weltkugel für den besten Animationsstreifen und für die Filmmusik. Die Drama-Satire «Up in the Air» mit George Clooney als vielfliegender Geschäftsmann war mit sechs Nominierungen als Favorit in das Preisrennen gegangen. Regisseur Jason Reitman gewann am Ende einen Globus für das beste Drehbuch.
Die amerikanische TV-Serie «Mad Men», die seit 2007 vom deutschen Kabelsender AMC ausgestrahlt wird, gewann den Golden Globe für die beste Drama-Serie. Alec Balwin wurde erneut als bester Darsteller in einer Comedyserie («Rock 30») gewürdigt, Toni Colette holte sich mit «United States of Tara» den Schauspielerinnen-Globe. Die Golden Globes werden vom Verein der Hollywood-Auslandspresse in 25 Kategorien für Film und Fernsehen vergeben. Im vergangenen Jahr hatte das einfühlsame Gesellschaftsdrama «Slumdog Millionär» über einen armen indischen Waisenjungen den Königspreis für den besten Film gewonnen.
Mit Regenschirmen schützten sich die Stars auf dem Roten Teppich vor dem ungewöhnlich stürmischen Wetter. Mit Schleifen am Revers und Dekolleté demonstrierten sie ihre Solidarität mit den Erdbebenopfern in Haiti. Nicole Kidman war eine von Vielen, die zu Spenden aufrief.
GOLDEN GLOBE AWARDS 2010 - ALLE GEWINNER

Kategorien Spielfilme
Bestes Drama: Avatar - Aufbruch nach Pandora
Beste Darstellerin in einem Drama: Sandra Bullock für ihre Rolle in The Blind Side
Bester Darsteller in einem Drama: Jeff Bridges für seine Rolle in Crazy Heart
Beste Komödie bzw. Musical: The Hangover
Beste Darstellerin in einer Komödie bzw. Musical:
Meryl Streep für ihre Rolle in Julie & Julia
Bester Darsteller in einer Komödie bzw. Musical:
Robert Downey Jr. für seine Rolle in Sherlock Holmes
Bester Animierter Film: Oben (Up)
Bester nicht-englischsprachiger Film: Das Weisse Band (Deutschland)
Bester Nebendarstellerin: Mo´Nique für ihre Rolle in Precious
Bester Nebendarsteller: Christoph Waltz für seine Rolle in Inglourious Basterds
Beste Regie: James Cameron für die Regie in Avatar - Aufbruch nach Pandora
Bestes Drehbuch: Jason Reitman & Sheldon Turner für Up In The Air
Beste Filmmusik: Michael Giacchino für die Musik zu Oben (Up)
Bester Filmsong: "The Weary Kind" - Crazy Heart (Ryan Bingham and T Bone Burnett)

Kategorien Fernsehproduktion
Beste Serie - Drama: Mad Men
Beste Darstellerin in einer Serie - Drama:
Julianna Margulies für ihre Rolle in E.R. - Emergency Room
Bester Darsteller in einer Serie - Drama: Michael C. Hall für seine Rolle in Dexter
Beste Serie - Comedy bzw. Musical: Glee
Beste Darstellerin in einer Serie - Comedy bzw. Musical:
Toni Collette für ihre Rolle in United States Of Tara
Bester Darsteller in einer Serie - Comedy bzw. Musical:
Alec Baldwin für seine Rolle in 30 Rock
Bester Mehrteiler oder Fernsehfilm: Grey Gardens
Beste Darstellerin in einem Mehrteiler oder Fernsehfilm:
Drew Barrymore für ihre Rolle in Grey Gardens
Bester Darsteller in einem Mehrteiler oder Fernsehfilm:
Kevin Bacon für seine Rolle in Taking Chance
Beste Nebendarstellerin in einer TV-Produktion:
Chlo Sevigny für ihre Rolle in Big Love
Bester Nebendarsteller in einer TV-Produktion:
John Lithgow für seine Rolle in Dexter




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