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DEUTSCHLAND/WELT

 

UNWORT DES JAHRES 2011   |   RÜCKBLICK 2010   |  WORTE & UNWORTE DES JAHRES SEIT 1999

«Worte» und «Unworte» des Jahres seit 1999

 

«Worte» und «Unworte» des Jahres gelten als Ausdruck des Zeitgeistes in Deutschland. dpa dokumentiert die «Worte» und - mit kurzer Begründung der Jury - die «Unworte» seit 1999:

UNWORT DES JAHRES

1999:
«Kollateralschaden» (Verharmlosung der Tötung Unschuldiger als Nebensächlichkeit, NATO-offizieller Terminus im Kosovo-Krieg)

2000: «National befreite Zone» (Zynisch heroisierende Umschreibung einer Region, die von Rechtsextremisten terrorisiert wird)

2001: «Gotteskrieger» (Kein Glaube an einen Gott gleich welcher Religion kann einen Krieg oder gar Terroranschläge rechtfertigen)

2002: «Ich-AG» (Reduzierung von Menschen auf Börsenniveau)

2003: «Tätervolk» (Grundsätzlich inakzeptabler Kollektivschuldvorwurf; als potenziell möglicher Vorwurf gegen Juden antisemitisch)

2004: «Humankapital» (Degradierung nicht nur von Arbeitskräften in Betrieben, sondern von Menschen überhaupt zu nur noch ökonomischen Größen)

2005: «Entlassungsproduktivität» (Verschleierung der Mehrbelastung derjenigen, die ihren Arbeitsplatz noch behalten konnten)

2006: «Freiwillige Ausreise» (Gesetzes- und Behördenterminus, wenn abgelehnte Asylbewerber aus deutschen Abschiebehaftanstalten, sogenannten Ausreisezentren, nach intensiver «Beratung» in ihre Herkunftsländer zurückkehren, wobei die Freiwilligkeit in vielen Fällen zweifelhaft ist)

 

2007: «Herdprämie» (Das Wort diffamiert nach Ansicht der Jury Eltern, insbesondere Frauen, die ihre Kinder zu Hause erziehen)

2008: «Notleidende Banken» (Der Begriff stellt nach Auffassung der Jury das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise auf den Kopf)

 

2009: «betriebsratsverseucht» (Die Arbeitnehmervertretung als «Seuche» zu bezeichnen, ist nach Ansicht der Jury zumindest ein sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen)

 

2010: «alternativlos» (Das Wort wurde im vergangen Jahr von unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel im Zuge der
Griechenlandhilfe geprägt)

WORT DES JAHRES

1999: «Millennium»
2000: «Schwarzgeldaffäre»
2001: «Der 11. September»
2002: «Teuro»
2003: «Das alte Europa»
2004: «Hartz IV»
2005: «Bundeskanzlerin»
2006: «Fanmeile»
2007: «Klimakatastrophe»
2008: «Finanzkrise»
2009: «Abwrackprämie»

Worte des Jahres: www.gfds.de/aktionen/wort-des-jahres
Unworte des Jahres: www.unwortdesjahres.org

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