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DEUTSCHLAND/WELT

 

26.01.2010 | Berlin (dpa) - update

Linke setzt auf doppelte Doppelspitze 

Die Ostdeutsche Gesine Lötzsch und der aus Bayern stammende Klaus Ernst sollen die Linkspartei nach den Querelen der letzten Wochen aus der Krise führen.

Bundestags-Fraktionschef Gregor Gysi bestätigte in Berlin, dass die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Lötzsch (48) und Partei-Vize Ernst (55) beim Parteitag Mitte Mai als Nachfolger des an Krebs erkrankten Oskar Lafontaine und von Lothar Bisky kandidieren sollen. Lafontaine und Bisky hatten die Partei seit ihrer Gründung Mitte 2007 gemeinsam geführt.

Als Nachfolge des nach Illoyalitätsvorwürfen ebenfalls nicht mehr kandidierenden Dietmar Bartsch soll es erstmals zwei Bundesgeschäftsführer geben. Der aus Hessen stammende Fraktionsvize Werner Dreibus und die sächsische Bundestagsabgeordnete Caren Lay sollen dieses Amt übernehmen, sagte Gysi. Neuer Schatzmeister soll der Bundestagsabgeordnete Raju Sharma aus Schleswig-Holstein werden.

Es sei darum gegangen, bei dem Personaltableau einen «guten und fairen Kompromiss» zu finden, sagte Gysi. Er sei stolz, dass man so rasch eine Lösung gefunden habe. Sie sei vom geschäftsführenden Vorstand einstimmig beschlossen worden. Die stellvertretende Parteivorsitzende Halina Wawzyniak und Vorstandsmitglied Ulrich Maurer sollen zudem als Parteibildungsbeauftragte dafür sorgen, dass die aus westdeutscher WASG und ostdeutscher PDS vereinigte Partei in ihrem Einigungsprozess weiter vorangebracht wird.

Die Doppelspitze bei der 2007 gegründeten Partei war bisher als Übergangslösung zur Vereinigung der Ost- und Westteile der Linkspartei gedacht und sollte 2010 auslaufen. Mit einer Zwei- Drittel-Mehrheit soll der Parteitag eine Satzungsänderung für eine Beibehaltung der Doppelspitze beschließen. Künftig soll ein Teil der Doppelspitze immer mit einer Frau besetzt werden.

 

Auf der nächsten Seite lesen Sie das Porträt von Gesine Lötzsch...

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