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DEUTSCHLAND/WELT

 

02.02.2010 | Berlin (dpa)

Schnee und Glatteis halten Berlin auf Trab

Knappe Salzvorräte, volle Operationssäle und der ADAC im Dauereinsatz: Eine neue Ladung Schnee und vielerorts glatte Gehwege haben die Berliner auch am Dienstag auf Trab gehalten. Der Deutsche Wetterdienst in Potsdam rechnete für Dienstag mit bis zu zehn Zentimetern Neuschnee. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) sprach bereits von dem härtesten Winter seit 30 Jahren. Denn der Hauptstadt geht mittlerweile das Streusalz aus. Ersatzweise soll von diesem Mittwoch an voraussichtlich erstmals in diesem Winter auch Splitt eingesetzt werden. Die Verkehrssicherheit sei dadurch nicht gefährdet, sagte ein BSR-Sprecher am Dienstag.

Je nach Wetter- und Straßenlage müsse künftig eine Mischung gestreut werden, die zu neun Teilen aus Splitt und einem Teil aus Salz bestehe, kündigte der Sprecher an. Berlin stehe bei den Salz-Lieferanten ganz oben auf der Liste, doch gebe es momentan auch Anfragen aus anderen Regionen. Bisher habe das Salz für die «verkehrswichtigen Straßen» ausgereicht.

Auch der Autofahrerclub ADAC hat alle Hände voll zu tun. 150 «Gelbe Engel» bewältigen derzeit in Berlin wegen Schnee und Eis gut 2000 Einsätze täglich, um Autos wieder flott zu machen, wie der ADAC am Dienstag mitteilte. Versagende Autobatterien und defekte Zündanlagen zählen zu den typischen Pannen.

Ins Rutschen gerieten dieser Tage viele Fußgänger. Glatteis und neuer Schneefall bescheren der Berliner Universitätsklinik Charité derzeit volle Operationssäle. «Allein am Montag hatten wir zehn Patienten zur Sofortaufnahme», sagte der Unfallchirurg Dr. Tobias Lindner am Dienstag. Viele Patienten würden mit Rippen- oder Knöchelbrüchen eingeliefert. «Anfangs haben wir die Glatteisunfälle noch gezählt. Das haben wir aber schon längst aufgegeben.»

Teils positiv spürt den Frost der Berliner Einzelhandel. «Das Wetter mit Schnee und Eis fördert den Abverkauf von Winterwaren», sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, am Dienstag auf Anfrage. In der ersten Woche des Winterschlussverkaufs sei zwar bei Kunden noch Zurückhaltung zu spüren gewesen. «Da blieben viele Menschen aufgrund des Wetter eher zu Hause.» Doch mittlerweile laufe das «Geschäft in geordneten Bahnen».

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Viel Schnee, wenig Salz: Deutschlands Winter geht weiter

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