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DEUTSCHLAND/WELT

 

10.02.2010 | Berlin (dpa)

Regierung und Wirtschaft setzen Ausbildungspakt fort

Bundesregierung und Wirtschaft wollen den Nationalen Ausbildungspakt zur Sicherung des Lehrstellenangebotes auch über 2010 hinaus fortsetzen. Dies teilte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) nach einem Treffen der Paktpartner am Mittwoch in Berlin mit. Künftig will die Bundesregierung auch die Gewerkschaften beteiligen. Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise rechnen Experten für diesen Herbst erneut mit einem Rückgang des Lehrstellenangebotes - und zwar um rund 20 000 Plätze.

Die Zahl stammt aus einer Prognose des Bundesinstituts für Berufsbildung, die im Auftrag des Bundesbildungsministeriums erstellt wurde. Bereits im vergangenen Jahr war die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge um 50 338 zurückgegangen - auf insgesamt 566 004. Dies entspricht bundesweit einem Rückgang von 8,2 Prozent (West: 7,1 Prozent, Ost: 13 Prozent). 45 800 neue Ausbildungsplätze wurden voll vom Staat bezahlt.

Entschärft wird die Situation auf dem Lehrstellenmarkt allerdings durch den weiteren Rückgang der Schulabgängerzahl. In diesem Jahr werden 25 000 Schüler weniger die Schule verlassen als noch im Vorjahr. Zum gesetzlichen Stichtag 30. September 2009 suchten noch 83 100 Jugendliche eine Ausbildungsplatz. Der überwiegende Teil davon entschied sich für eine weitere schulische Ausbildung oder Ersatzmaßnahmen.

«Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt ist besser als man angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise erwarten konnte», heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Paktpartner. Kammern und Verbänden sei es im Rahmen des Paktes gelungen, 72 600 neue Ausbildungsplätze bei den Unternehmen einzuwerben. 46 300 Betriebe seien erstmalig für eine Ausbildung gewonnen worden.

Handwerkspräsident Otto Kentzler kündigte angesichts der weiter rückläufigen Schulabgängerzahlen eine Werbekampagne an, um besonders qualifizierte Jugendliche für eine Berufsausbildung zu gewinnen. Man wolle die jungen Menschen ermutigen, eine Ausbildung bis zum Meister zu machen. Anschließend stehe ihnen bei Interesse auch ein Studium offen.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, sieht durch den allgemeinen Rückgang der Schülerzahl bessere Vermittlungschancen für ausländische Jugendliche. Böhmer verwies darauf, dass in Deutschland etwa 1,1 Millionen Jugendliche zwischen 10 und 15 Jahren mit Migrationshintergrund leben.

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