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  • Schock in Ludwigshafen

DEUTSCHLAND/WELT

 

Angriff in Schule (Ludwigshafen)
Fotos
18.02.2010 | Ludwigshafen (dpa)

Ex-Schüler gesteht tödliche Attacke gegen Lehrer

Aus Wut über schlechte Noten hat ein ehemaliger Schüler einer Ludwigshafener Berufsschule einen Lehrer getötet. Der 23-Jährige habe die Tat gestanden, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Lothar Liebig, am Donnerstag in Ludwigshafen. Gegen den jungen Mann werde wegen Mordes ermittelt. Als Motiv gab er laut Liebig an, er habe als früherer Schüler der Berufsschule eine große Wut auf den 58-jährigen Lehrer empfunden, weil dieser ihm viel zu schlechte Noten gegeben habe.

Der Pädagoge erlitt laut Polizei mindestens eine Stichverletzung. Der Verdächtige schoss zudem mehrfach mit einer Schreckschusspistole. Trotz erster Hilfe-Maßnahmen starb der Lehrer am Fundort auf einer Kellertreppe, wie der Einsatzleiter der Polizei, Franz Leidecker, mitteilte. Das Opfer werde obduziert, sagte Liebig.

Der 23-Jährige solle an diesem Freitag dem Haftrichter vorgeführt werden. Die Staatsanwaltschaft gehe von «niedrigen Beweggründen» und damit Mord aus. Der Mann habe auch mehrere andere Lehrer angegriffen, diese blieben aber unverletzt. Auffällig war, dass Polizei und Staatsanwaltschaft das Wort «Amoklauf» vermieden.

Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen (SPD) kündigte bei der Pressekonferenz an, dass die Schule am Freitag und Samstag geschlossen bleibe. Sie war nach der Tat am Donnerstagmorgen von einem Großaufgebot der Polizei rasch evakuiert und abgesperrt worden. Für die schockierten Schüler und Lehrer wurde in einer anderen nahen Schule eine Anlaufstelle mit Schulpsychologen und Notfallseelsorgen eingerichtet. Diese sollen auch in den kommenden Tagen zur Verfügung stehen.

Sichtlich mit den Tränen kämpfend sagte Bildungsministerin Ahnen: «Die gesamte Landesregierung drückt ihre tiefe Trauer aus.» Eine solche entsetzliche Tat stelle alles infrage: «Man überlegt, was hätte man noch mehr tun können.» Noch sei es aber zu früh, um gleich über weitere Konsequenzen zu diskutieren.

Bundespräsident Horst Köhler forderte eine verstärkte «Kultur der Aufmerksamkeit». «Das ist ein Langzeitthema, das uns beschäftigen wird», sagte das Staatsoberhaupt bei einem Besuch in Trier angesprochen auf die Bluttat.

Auch Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sprach allen Beteiligten ihre Anteilnahme aus. «Ich bin sehr betroffen, dass wenige Tage vor dem Jahrestag von Winnenden wieder eine Bluttat an einer Schule geschehen ist», sagte Schavan nach einer Mitteilung ihres Ministeriums am Donnerstag.

Stichwort: Berufsbildende Schule Technik 2

An der Berufsbildenden Schule Technik 2 in Ludwigshafen werden mehr als 3200 Schüler von 130 Lehrern unterrichtet. Die Schule ist laut eigener Internetseite eine von sechs berufsbildenden Schulen in der am Mittelrhein gelegenen Stadt mit knapp 170 000 Einwohnern. Untergebracht in dem Komplex sind unter anderem die Berufsschule für Bautechnik, Bauzeichner, Fleischer, Hotelfachleute, Holz- oder auch Textiltechnik, die Fachschule Veranstaltungs-/Eventmanagement und die Fachschule Gestaltung mit Schwerpunkt Design und visuelle Kommunikation.

Die Schüler der Berufsbildenden Schule Technik 2 kommen für einige Bildungsgänge aus ganz Deutschland. Das Selbstverständnis der Einrichtung: «Die pädagogischen Visionen und Ziele unserer Schule gehen weit über die fachliche Qualifizierung hinaus. Es geht uns um eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung, die mit der Verknüpfung fachlicher, methodischer und sozialer Kompetenzen einhergeht, wie sie heute im Berufsalltag unerlässlich sind.» Internationale Fachprojekte erweitern das Lernangebot.

 

Ludwigshafen (dpa)

Was im Internet über den Vorfall an der Schule getwittert wird...

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