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DEUTSCHLAND/WELT

 

23.02.2010 | Berlin (mit dpa)

Ramsauer will bei der Bahn "aufräumen"

Kurz vor der Veröffentlichung des ersten Untersuchungsberichtes zu den Ursachen des Berliner S-Bahn Chaos kündigte Bundesverkehrsminister Ramsauer (CSU) an, die Bahn zu einem Schwerpunktthema seiner Arbeit zu machen.

Ramsauer sagte am Dienstag, dem 23.02.2010, im ZDF-«Morgenmagazin», über eine lange Zeit seien «nicht die ganz richtigen Zielsetzungen verfolgt» worden. So sei bei der Bahntochter Berliner S-Bahn mehr Wert darauf gelegt worden, das Unternehmen als sogenannte Melkkuh zu betrachten, als den Bedürfnissen der Kunden nachzukommen. Das müsse sich ändern.

Kein zurück zur Staatsbahn

Ramsauer sagte weiter, er sei entschlossen, zusammen mit Bahnchef Rüdiger Grube "aufzuräumen". Dazu gehörten auch staatsanwaltliche Ermittlungen und das strafrechtliche Verfolgen von menschlichem Versagen. Fehlende Wartung und Kontrollen seien "eklatante Fehlleistungen". Ein Zurück zur Staatsbahn werde es nicht geben, betonte Ramsauer. Das Hauptziel der Politik der vergangenen zehn Jahre aber, "die Braut zu schmücken für das Börsenparkett", habe dazu geführt, dass viele Qualitätsmerkmale "hinten runtergefallen" seien. "Ich erwarte von der Bahn Pünktlichkeit, Sauberkeit, Schnelligkeit, Sicherheit, Zuverlässigkeit", so Ramsauer.

Untersuchungsbericht zu S-Bahn-Chaos

Die Deutsche Bahn will am Vormittag über Konsequenzen aus der Pannenserie bei der Berliner S-Bahn informieren. Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg stellt dazu einen Ermittlungsbericht vor. Wegen zahlreicher Mängel, wie defekte Bremsen und schadhafte Radsätze, bietet die Bahntochter seit Ende Juni 2009 nur noch ein Rumpfangebot in der Hauptstadt und auf den Umlandlinien. Die Situation wird im Winter durch Probleme an Weichen und Signalanlagen noch verschärft. Die komplette Flotte soll erst 2011 wieder voll im Einsatz sein.

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