DEUTSCHLAND/WELT
25.02.2009

25.02.2009 Paris (dpa)
Yves Saint Laurent: Weltrekord bei der Schlacht um den Nachlass des Modezars!
Mit mehr als 206,15 Millionen Euro hat die Versteigerung der Kunstsammlung des Modezars Yves Saint Laurent bereits am ersten Abend einen Weltrekord für eine Privatsammlung erzielt.
Die vom britischen Auktionshaus Christie's in Paris organisierte Jahrhundertversteigerung hat damit alle Erwartungen übertroffen. Denn bereits am Montag, dem ersten Auktionstag, wurde für Werke großer Impressionisten und Künstler der Moderne mehr als die Hälfte der Summe erzielt, auf die die gesamte Kollektion aus 730 Kunstwerken und Objekte geschätzt wurde. Am späten Dienstagabend gab Christie's den Umsatz mit 306 Millionen Euro an. Damit war der Schätzwert um sechs Millionen Euro übertroffen.

Die Auktion dauert noch an...
Die Auktion der einzigartigen Sammlung des im August 2008 verstorbenen Modeschöpfers und seines Lebensgefährten Pierre Bergé dauert noch bis Mittwochabend. Den bisherigen Rekord für eine Privatsammlung hielt die Kollektion Victor und Sally Ganz, die 1997 laut «New York Times» für 206 Millionen Dollar unter den Hammer gekommen war.
Unter den Werken, die im Pariser Grand Palais bislang ihren Besitzer wechselten war das Stillleben «Gelbe Schlüsselblumen» von Henri Matisse, das für 35,9 Millionen Euro versteigert wurde. Ursprünglich wurde das Gemälde auf 12 bis 18 Millionen Euro geschätzt. Keinen Käufer hingegen fand das kubistische Stillleben von Pablo Picasso «Musikinstrumente auf einem kleinen runden Tisch», das auf 25 bis 30 Millionen Euro geschätzt wurde.

Eileen Gray Sessel für 21,9 Millionen Euro
Zu den Millionen-Erlösen gehörte auch die seltene Holzfigur «Madame L.R.» von Constantin Brancusi. Es war das erste kostspielige Werk, das die beiden Männer Anfang der 70er Jahre gemeinsam erworben hatten. Es wurde auf 15 und 20 Millionen Euro geschätzt und kam am Montagabend für mehr als 29 Millionen Euro unter den Hammer. Am Dienstagabend bezahlte ein Sammler für einen von Eileen Gray entworfenen Sessel 21,9 Millionen Euro. Es sei der zweithöchste Preis, der jemals bei einer Auktion für ein Möbelstück erzielt worden sei, berichtete Christie's. Für ein Möbel aus dem 20. Jahrhundert sei noch nie zuvor eine solche Summe gezahlt worden.

Bei der Auktion mit Alten Meistern und Werken aus dem 19. Jahrhundert wurden am Dienstag 22,2 Millionen Euro umgesetzt.
Bei der Silberauktion verzeichneten die Organisatoren ein Gesamterlös von 19,9 Millionen Euro. Allein für 14 Objekte aus dem Königshaus Hannover zahlten Kunstliebhaber 6,1 Millionen Euro.
In China sorgte indes eine gerichtliche Entscheidung für Empörung, die eine Versteigerung zweier chinesischer Tierköpfe aus dem 18. Jahrhundert ermöglicht.
Die chinesische Regierung forderte am Dienstag erneut die Rückgabe der beiden Bronzefiguren, die bei der Plünderung des Sommerpalastes 1860 in Peking durch französische und britische Truppen erbeutet worden waren. Die Auktion widerspreche dem Geist internationaler Konventionen und verletze das chinesische Volk.
Hier geht es zum Auktionshaus: www.christies.com




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