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  • Absturz bei Amsterdam

DEUTSCHLAND/WELT

 

25.02.2009

Türkisches Flugzeug bei Amsterdam abgestürzt
Fotos
26.02.2009 | Amsterdam (dpa)

Absturz bei Amsterdam: Suche nach der Ursache

 

Nach dem Absturz einer Boeing 737 der Turkish Airlines bei Amsterdam mit neun Toten und 86 Verletzten gehen die Ermittlungen zur Unglücksursache weiter.

 

Die Maschine war am Mittwoch in unmittelbarer Nähe von Wohnhäusern und einer stark befahrenen Autobahn auf einen Acker gestürzt und in drei Teile zerbrochen. Warum das Flugzeug mit 134 Menschen an Bord kurz vor der Landung auf dem Flughafen Schiphol plötzlich absackte, war zunächst völlig unklar. Spekulationen, wonach der Maschine der Treibstoff ausgegangen sein könnte, wurden nicht bestätigt. Experten schlossen nicht aus, dass der Pilot wegen technischer Probleme auf dem Feld notlanden wollte. Einen entsprechenden Funkspruch gab es jedoch nicht.

 

Was zuletzt im Cockpit passierte, muss nun die Auswertung der Flugschreiber klären. Beide Piloten und ein Ausbildungspilot, der sich ebenfalls an Bord befand, kamen bei dem Unglück ums Leben, teilte der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan am Abend mit. Ihre Leichen waren zunächst im Flugzeugwrack gelassen worden, um die Suche nach der Unglücksursache nicht zu behindern. Erst am Abend wurden sie aus dem Cockpit geborgen, wie ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur dpa an der Absturzstelle beobachtete.

Die Maschine mit der Flugnummer TK 1951 war am Morgen kurz nach 8.00 Uhr von Istanbul aus gestartet. Nach der vorausberechneten Flugzeit sollte das Flugzeug um 10.31 Uhr - neun Minuten vor der offiziellen Ankunftszeit - in Schiphol landen. Kurz vorher kam es jedoch zu dem Unglück. Zu dem Zeitpunkt herrschte in der Region eine für die Jahreszeit normale Witterung, hieß es am Airport.

 

Schon Minuten nach dem Absturz waren die ersten Rettungswagen zur Stelle. Glück im Unglück hatten die Passagiere, weil die Maschine nach dem Aufprall nicht in Flammen aufging. Die Retter konnten deshalb sofort mit Spezialgeräten die Absturzstelle erreichen und die Verunglückten aus dem Wrack befreien. 125 Menschen überlebten, etliche schwer verletzt. Sechs von ihnen schwebten am Abend noch in Lebensgefahr.

 

Das Flugzeug wurde nach Angaben des türkischen Verkehrsministeriums 2003 gebaut und regelmäßig gewartet. In der Crash-Statistik des deutschen Unfalluntersuchungsbüros JACDEC (Jet Airliner Crash Data Evaluation Center), die das Magazin für Zivilluftfahrt, "Aero International", jährlich veröffentlicht, nimmt Turkish Airlines unter den größten Fluggesellschaften der Welt bislang Rang 60 ein und liegt damit weit hinten.

 

Grund sind verschiedene Unfälle, die teilweise jedoch schon Jahrzehnte zurückliegen. Seit 1973 verlor das Unternehmen zehn Flugzeuge. Das schlimmste Unglück ereignete sich am 3. März 1974. 346 Menschen starben, als eine DC-10 nach dem Start in Paris-Orly abstürzte. Es war eines der schwersten Unglücke der Zivilluftfahrt überhaupt. In den vergangenen Jahren jedoch hat sich das Unternehmen erheblich gewandelt und verfügt über eine hochmoderne Flugzeugflotte und ein neues Trainingskonzept.

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