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DEUTSCHLAND/WELT

 

02.03.2010 | Brüssel (dpa)

EU-Kommission genehmigt Gen-Kartoffel Amflora

Die Europäische Kommission hat den Anbau der Gen-Kartoffel Amflora des Chemiekonzerns BASF zu industriellen Zwecken genehmigt. Gleichzeitig ließ die Behörde am Dienstag in Brüssel die Verwendung der bei der Stärkegewinnung anfallenden Nebenerzeugnisse als Futtermittel zu. Außerdem genehmigte die Kommission die Verwendung von drei Genmais-Sorten des US-Konzerns Monsanto als Lebens- und Futtermittel sowie deren Einfuhr und Verarbeitung. Die Kommission habe alle fünf Zulassungen «äußerst sorgfältig geprüft», hieß es. «Weitere Verzögerungen wären nicht zu rechtfertigen gewesen», betonte der neue EU-Gesundheitskommissar John Dalli.

Gleichzeitig kündigte Dalli an, er wolle vorschlagen, dass künftig die EU-Mitgliedstaaten selbst über den Anbau genetisch veränderter Organismen entscheiden können.

02.03.2010 | Berlin (dpa)

Grüne und Umweltschützer über Genkartoffel empört

Grüne und Umweltschützer haben empört auf die Brüsseler Entscheidung für die Zulassung der gentechnisch veränderten Kartoffel Amflora des Chemiekonzerns BASF reagiert. Diese Entscheidung und die Zulassung von drei Genmais-Sorten des US-Konzerns Monsanto als Lebens- und Futtermittel «brüskiert die gentechnik-kritische Öffentlichkeit», erklärte die Grüne Bundestagsabgeordnete Ulrike Höfken am Dienstag in Berlin. Die ASF-Kartoffel erhalte eine «skandalöse Verschmutzungslizenz».

Der Bund für Umwelt und Naturschutz hält die Übertragung eines in der Stärkekartoffel enthaltenen Resistenz-Gens auf Bakterien des Magen-Darm-Trakts nicht für ausgeschlossen. Die Zulassung sei «ein politischer Kniefall vor der BASF», sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. «Vor den Risiken schließen sowohl die gentechnikverliebte Bundeskanzlerin als auch Agrarministerin Ilse Aigner (CSU) die Augen», erklärte der Verband. «Die BASF-Manager haben ein Ziel erreicht. Für sie ist das ein Schritt zur Abschaffung der Gentechnikfreiheit in der Landwirtschaft. Wir setzen jetzt auf die Vernunft der Stärkeindustrie und der Bauern, Amflora nicht zu akzeptieren, zumal es konventionelle Alternativen gibt», sagte BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer.

BASF erklärte: «Nun ist der Weg frei, Amflora in diesem Jahr kommerziell anzubauen. Amflora wird die Position der europäischen Kartoffelstärke-Industrie im internationalen Vergleich stärken.» Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA habe wiederholt bestätigt, dass Amflora sicher für Mensch, Tier und Umwelt sei. BASF-Vorstandsmitglied Stefan Marcinowski erklärte: «Wir hoffen, dass diese Entscheidung einen Meilenstein für weitere Innovationen zu Gunsten einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Landwirtschaft in Europa darstellt.»

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