DEUTSCHLAND/WELT

30.03.2010 | Berlin (dpa)
DAK-Report: Jeder zweite Berliner hat Schlafprobleme
Stress im Alltag, Angst um den Job, Grübeleien oder Lärm: Jeder zweite Berliner fühlt sich nach dem jüngsten Gesundheitsreport der Krankenkasse DAK um einen gesunden Schlaf gebracht. Von 3000 Berufstätigen zwischen 35 und 65 Jahren gab in der Hauptstadt jeder zweite an, schlecht zu schlafen, teilte die Kasse am Dienstag mit. 10 Prozent der Interviewten klagten über hochgradige Schlafprobleme und Dauermüdigkeit, die sich störend im Job auswirke. Hochgerechnet auf die Hauptstadt quälten sich damit fast täglich 150 000 Erwerbstätige völlig übermüdet durch ihren Alltag.
Die Klagen über Schlafstörungen sind nach einer Analyse der Kasse in Berlin zwischen 2005 und 2009 sprunghaft gestiegen: um 80 Prozent. Fast die Hälfte der befragten DAK-Versicherten gab an, dass sie Stress und Belastungen um ausreichend Schlaf bringen. So hätten sich zum Beispiel Konflikte im Job mit der Wirtschaftskrise verschärft. Jeder vierte Befragte grübelte nachts statt zu schlafen, oft auch über private Sorgen. Andere Gründe für schlechten Schlaf waren Schmerzen und Lärm.

«In unserer Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft mit Zeitdruck, Zwang zur Flexibilität und den Anforderungen der Familie kommen viele nachts nicht mehr zur Ruhe», bilanzierte DAK-Landeschef Herbert Mrotzeck. Schlafstörungen seien kein harmloses Lifestyle-Problem. Übermüdete Menschen leisteten weniger und verursachten mehr Unfälle. Chronisch schlechter Schlaf erhöhe auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und Angststörungen.
Viele Menschen mit Schlafstörungen schlucken nach Angaben der Kasse frei verkäufliche Schlafmittel. Ratsamer als Pillen seien bei leichten Schlafproblemen aber feste Bett- und Aufwachzeiten. Entspannungsübungen könnten das Einschlafen erleichtern, ebenso der Verzicht auf Fernsehen direkt vor der Bettruhe. Menschen mit schweren Schlafstörungen benötigen aus Sicht der Kasse dagegen eine ärztliche Behandlung - und oft auch verschreibungspflichtige Medikamente.

Die Schlafstudie ist Teil des Berliner DAK-Gesundheitsreport 2009. Darin sind die Daten von 91 000 berufstätigen Versicherten analysiert. Im Kern weicht der Report kaum von den Berichten anderer Kassen ab. Die Berliner sind mit 14 Fehltagen im Jahr häufiger und länger krank als Menschen in anderen Bundesländern. Im Vergleich zu 2008 stieg der Berliner DAK-Krankenstand geringfügig von 3,8 auf 3,9 Prozent. Im Bund liegt er bei 3,4 Prozent. Jeder achte Fehltag wird in der Hauptstadt inzwischen durch psychische Erkrankungen verursacht, ein gutes Drittel mehr als im Bund. Die bundesweite Psychotherapeutenkammer beobachtet diese Entwicklung vor allem in Großstädten mit großen Dienstleistungsbranchen.
Internet: http://www.presse.dak.de/ps.nsf/allLevel2KatForm?Open&GoTo=RegioO&Cat=DAK-Gesundheitsreport
DAK-Gesundheitsreport Berlin 2010 pdf-Download... »




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